Scholar-in-Residence Programm des Deutsches Museums, München

Das Deutsche Museum, München bietet mehrere attraktive Stipendien für WissenschaftlerInnen, die für die Dauer von 6 oder 12 Monaten mit den ebenso umfangreichen wie vielfältigen Beständen des Museums arbeiten wollen. Das Programm ist international und interdisziplinär ausgerichtet.

Das Museum bietet zahlreiche Möglichkeiten für innovative Untersuchungen naturwissenschaftlicher Prozesse und des kulturellen Wandels der Technik: 1903 gegründet, umfassen seine Bestände rund 100.000 Objekte, ein Archiv mit 4.500 Regalmetern einschließlich einer umfangreichen Sammlung von wissenschaftlichen Fotografien, technischen Zeichnungen, Firmenschriften sowie Nachlässen, und eine Forschungsbibliothek zur Wissenschafts- und Technikgeschichte mit rund 875.000 Bänden, 5.000 Zeitschriften sowie einer bedeutenden Sammlung von libri rari. Die Sammlungen sind historisch gewachsen; dadurch spiegelt sich in den Objekten, Büchern und Archivalien einzelner Wissenschaftler, Ingenieure sowie von Firmen und wissenschaftlichen Institutionen die Geschichte von Experimentalsystemen und Innovationskulturen wider. Die einzigartige Sammlungsstruktur des Museums ermöglicht es den StipendiatInnen, die vorhandenen Objekte, Texte und Bilder zu innovativen, übergreifenden Forschungsansätzen zu verknüpfen und nicht nur die Geschichte, sondern auch die Archäologie von Wissenschaft und Technik zu untersuchen.
Die BewerberInnen werden gebeten, ihre Projekte auf die Sammlungsbestände des Deutschen Museums auszurichten und bei der Formulierung ihrer Forschungsprojekte eng mit MitarbeiterInnen vor Ort zusammen zu arbeiten. Anträge, die darauf abzielen, neue Ansätze objektorientierter Forschung zu erproben, sind besonders willkommen.
Die StipendiatInnen stehen im täglichen Kontakt mit KonservatorInnen, ArchivarInnen und BibliothekarInnen und werden in ihren Arbeiten von den WissenschaftlerInnen des Museums (rund 50 MitarbeiterInnen) sowie des Münchner Zentrums für Wissenschafts- und Technikgeschichte (ebenfalls rund 50 WissenschaftlerInnen) unterstützt.

Die StipendiatInnen erhalten einen eigenen Arbeitsplatz mit PC und Telefonanschluss und haben die Möglichkeit, vorübergehend in den kostengünstigen Apartments des Museums zu wohnen, wenn diese zur Verfügung stehen. Sie werden ihre Projekte zu Beginn ihres Aufenthalts einem kleinen Kreis von KollegInnen vorstellen und sollten bereit sein, sich regelmäßig an den alle zwei Wochen stattfindenden Montagskolloquien zu beteiligen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Ergebnisse der Projektarbeit in Publikationen des Deutschen Museums zu veröffentlichen.
Die Stipendien umfassen für ein volles Jahr in Euro: 15.000 (nicht promoviert) und 30.000 (promoviert). Die Stipendien umfassen für sechs Monate in Euro: 7.500 (nicht promoviert) und 15.000 (promoviert). WissenschaftlerInnen jeder Qualifikationsstufe sind herzlich eingeladen sich zu bewerben, sofern sie ein Universitätsstudium abgeschlossen haben. Alle Nationalitäten sind willkommen. Die StipendiatInnen müssen die Kosten ihrer Krankenversicherung selbst tragen.

Bewerbungsschluss: 30. September 2006,
Auswahl der KandidatInnen: 16.-20. Oktober 2006
Stipendienbeginn: 1. Januar oder 1. Juli 2007

Für die Bewerbung werden die Interessierten gebeten, folgende Unterlagen einzusenden:
1. ausgefüllter Fragebogen (erhältlich unter http://www.deutsches-museum.de/forsch/scholarir/scholarir.htm)
2. Lebenslauf
3. Projektexposee (3-5 Seiten)
4. zwei vertrauliche Empfehlungsschreiben

an folgende Adresse:

Andrea Walther
Koordinatorin des Forschungsinstituts
Deutsches Museum
80306 München
Tel: 00 49 (0) 89 2179-280
Fax: 00 49 (0) 89 2179-239
Email: a.walther[at]deutsches-museum.de

kommunikation@gesellschaft: Tanja Carstensen über diskursive gewerkschaftliche Annäherungen an das Internet

Ein weiterer Beitrag aus der "Arbeitsgruppe Arbeit-Gender-Technik" der TU Hamburg-Harburg von Tanja Carstensen ist nun in der von Jan Schmidt, Klaus Schönberger und Christian Stegbauer herausgegebenen Online-Zeitschrift "kommunikation@gesellschaft - Journal für alte und neue Medien aus soziologischer, kulturanthropologischer und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive" erschienen. Am Beispiel der Gewerkschaften zeigt die Autorin in Form einer Diskursanalyse, wie das Thema Internet dazu dient, generelle Problem des soziokulturellen Wandels in der Arbeitnehmerorganisation zu verhandeln.

Carstensen, Tanja (2006): „Das Internet“ als Effekt diskursiver Bedeutungskämpfe. In: kommunikation@gesellschaft, Jg. 7, Beitrag 5. Online-Publikation: http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B6_2006_Carstensen.pdf

Zusammenfassung
Der Artikel zeigt, wie politische Kontroversen am Thema Internet ausgehandelt werden und wie das Internet dabei erst interpretativ hergestellt wird. Hierzu werden zunächst techniksoziologische Sichtweisen auf Technik als Bedeutungsträgerin vorgestellt. Anschließend wird unter Bezugnahme auf die Diskursforschung und die Soziale Bewegungsforschung eine Perspektive auf Technik entwickelt, die politische Diskurse über Technik als Kämpfe um Deutungsmacht und damit als Versuche, (potenzielle) AnhängerInnen und UnterstützerInnen zu mobilisieren, versteht. Anhand dieses theoretischen Konzepts werden dann Ergebnisse einer Inhaltsanalyse von gewerkschaftlichen Diskursen über das Internet vorgestellt. Dabei lassen sich vier Deutungsmuster unterscheiden. Es zeigt sich, dass am Internet interne und nach außen gerichtete Debatten der Gewerkschaften um Reformbedarf, Imageprobleme, Mitglieder-, Macht- und Kontrollverluste geführt werden, in denen das Internet – jeweils passend – sozial konstruiert wird. Die als dominant und gültig anerkannten Bedeutungen des Internet sind demnach als Ergebnisse kollektiver interpretativer Aushandlungsprozesse und damit als Ausdruck der bestehenden Verteilung von Deutungsmacht zu betrachten – und nicht als Aussagen über materielle Eigenschaften des Internet.
Ein Weblog mit Informationen und Meinungen rund um Fragen der Kulturwissenschaftlichen Technikforschung

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Gerrit Herlyn
Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.




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