Vortrag Prof. Dr. Knut Hickethier: Medien – Technik – Kulturelle Dispositive

Im Rahmen der Vortragsreihe des Hamburger Arbeitskreises Technik und Kultur spricht Prof. Dr. Knut Hickethier am 2.11.2006 zum Thema
"Medien – Technik – Kulturelle Dispositive. Über die Sichtbarkeit der Technik der audiovisuellen Medien"

Mit dem Vortrag beginnt die Veranstaltungsreihe des Hamburger Arbeitskreises Technik und Kultur im Wintersemester 2006/2007. Vortragsbeginn ist um 18 Uhr, Veranstaltungsort ist der Raum 220 im Institut für Volkskunde, Flügelbau West der Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg.

Abstract:
Die audiovisuellen Medien sind mit der Herstellung von technischen Bildern und technischen Tönen beschäftigt. Dies gelingt ihnen nur dadurch, dass sie ihre eigene Technik (als Technologie) 'unsichtbar' machen. Durch diese Unischtbarkeit der medialen Technik entsteht jedoch ein spezifisches Verhältnis der Mediennutzer zu den Medien, das sich in verschiedenen kulturellen Techniken des Gebrauchs einerseits und andererseits in dispositiven Strukturierungen der Subjekte artikuliert. Dargestellt werden soll dabei auch kurz, wie eine Weiterentwicklung des Dispositivansatzes, der von technischen Anordnungen ausgeht, 'gedacht' werden könnte.

"Arbeit ist Kraft mal Weg": Digitale Bohème: "Wir nennen es Arbeit"

Sascha Lobo und Holm Friebe haben einen Buch über die von ihnen ausgerufene "Digitale Bohème", über "soziales Kapital", "WLAN Verfügbar oder nicht verfügbar" verfasst: "Wir nennen es Arbeit":

Ein von Mario Sixtius für Handelsblatt.com produziertes Video findet sich bei YouTube oder im Weblog des Autors, beim "Elektrischen Reporter":

"Dieses Buch ist hypermodern, jeder sollte es lesen", findet Ingeborg-Bachmann-Preisträger Peter Glaser. In "Wir nennen es Arbeit" portraitieren Holm Friebe und Sascha Lobo die digitale Bohème, Großstadtbewohner, die dank Digitaltechnik und Internet dem Traum des selbstbestimmten Arbeitens bereits sehr nahe kommen—jenseits von Festanstellung oder GmbH-Gründung.

Warum sie trotzdem nicht die Speerspitze der Neoliberalen sind und was das Nähen von Puppenkleidern damit zu tun hat, erläutern die beiden Autoren im Gespräch.


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Direct Link

By the way: Mario Sixtius hat für das Handelsblatt mit dem Video-Podcast "Der Elektrische Reporter" ein neue Form der Wochenschau kreeirt.

elektrischer Reporter

Aus der Verlagsankündigung:
ETWAS BESSERES ALS DIE FESTANSTELLUNG FINDEN WIR ÜBERALL!

Sie verzichten dankend auf einen Arbeitsvertrag und verwirklichen den alten Traum vom selbstbestimmten Leben. Mittels neuer Technologien kreieren sie ihre eigenen Projekte, Labels und Betätigungsfelder. Das Internet ist für sie nicht nur Werkzeug und Spielwiese, sondern Einkommens- und Lebensader: die digitale Boheme. Ihre Ideen erreichen – anders als bei der früheren Boheme – vor allem über das Web ein großes Publikum und finanzieren sich damit. Ein zeitgemäßer Lebensstil, der sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt.

Auf Angestellten-Frust kann man mit der „Entdeckung der Faulheit“ reagieren, wie es Corinne Maier in ihrem Bestseller fordert: Arbeitszeit absitzen, sicheres Gehalt einstreichen. Die digitale Boheme repräsentiert die mutigere Alternative: Immer mehr junge Kreative entscheiden sich für das Leben in Freiheit. Ihr Hauptziel ist nicht das Geldverdienen, sondern ein selbstbestimmter Arbeitsstil, der den eigenen Motiven folgt – in unsicheren Zeiten vielleicht die überlegene Strategie. Denn ihre enge Einbindung in soziale, künstlerische und digitale Netzwerke bringt ständig neue, teilweise überraschende Erwerbsmöglichkeiten mit sich. Sie schalten Werbebanner auf ihren Websites, handeln mit virtuellen Immobilien, lassen sich Projekte sponsern oder verkaufen eine Idee an einen Konzern. Ihre Produkte und ihre Arbeitsweise verändern den Charakter der Medien und des Internets, bald auch den der Gesellschaft. Holm Friebe und Sascha Lobo porträtieren die digitale Boheme: Sie stellen erfolgreiche Konzepte und innovative Ansätze vor und erklären wirtschaftliche, technische und soziale Entwicklungen und Hintergründe. Ihre spannende Analyse einer zukunftsgewandten Daseinsform inspiriert dazu, so zu arbeiten, wie man leben will.


Etwas kritischer geriert sich eine Rezension im Deutschlandradio Kultur (6.10. 2006) von Kolja Mensing:

"Zwangsoptimismus alleine führt auf jeden Fall nicht zu dem "leidenschaftlichen Gegenentwurf" zum Neoliberalismus, den Friebe und Lobo am Anfang ihres Buches etwas großspurig angekündigt haben, und dass die "digitale Bohème" ein globales Phänomen sei und ihre Angehörigen sich im Zuge der Globalisierung überall auf der Welt "unbekümmert und mit Spaß" vor den Monitor setzen, ist reines Wunschdenken. Das Buch über das digitale Lumpenproletariat wird sicherlich bald geschrieben werden."

Ausserdem wissen wir, dass das Werk aus der Zentralen Intelligenz Agtentur in Berlin stammt, und die verstehen sich verdammt gut auf Kommunikationsguerilla-Aktionen ("Die Zentrale Intelligenz Agentur ist ein kapitalistisch-sozialistisches Joint Venture mit dem Anspruch, neue Formen der Kollaboration zu etablieren. Als virtuelle Firma kombinieren wir die Professionalität eines Unternehmens mit der Flexibilität eines Freiberuflernetzwerks und decken so umstandslos ein breites Leistungsspektrum ab."). Da muss man erst mal abwarten, wie ernst das alles tatsächlich gemeint ist. Und mal abwarten, wie sich dat janze von den Traktaten eines Herrn Horx unterscheidet.

Über die Autoren

Holm Friebe, geboren 1972, ist Volkswirt und Journalist. Er arbeitete als Trendforscher und Headwriter einer Literatursendung auf MTV, bevor er 2002 in Berlin mit Freunden die virtuelle Universalfirma Zentrale Intelligenz Agentur gründete. Als Geschäftsführer ist er dort zuständig für Strategie und Formatentwicklung, hat unter anderem "Powerpoint-Karaoke" erfunden und das Weblog Riesenmaschine.de konzipiert. Texte von ihm erscheinen in Jungle World, taz, Titanic, Neon und Kursbuch. Für die Berliner Zeitung schreibt er die Trendkolumne "Das nächste große Ding".

Lobo_Friebe

Sascha Lobo, geboren 1975, ist freier Werbetexter. In der Zeit der New Economy gründete er eine eigene Werbeagentur, die innerhalb von sechs Monaten auf über 30 Mitarbeiter anwuchs und elf Monate später Insolvenz anmeldete. Danach arbeitete er bei einer Berliner Werbeagentur als Kreativdirektor für den Bereich Internet, entwickelt freiberuflich Markenkonzepte und Kampagnen und schreibt unregelmäßig für die Zeitschrift Blond. Seit Juni 2005 ist er Chefredakteur des Weblogs Riesenmaschine.de. "
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Gerrit Herlyn
Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.








Anika Keinz, Klaus Schönberger und Vera Wolff (Hrsg.)
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