Off Topic: Eine große Bitte: Bücher für Vinnycja

Ein Freund von mir arbeitet zur Zeit in der Ukraine am Sprachlernzentrum der Staatliche Pädagogische Kozjubynsky-Universität und hat eine Bitte veröffentlicht, die ich hier gerne weiter geben möchte:


Es ist praktisch unmöglich in den hiesigen Buchhandlungen deutschsprachige Literatur zu erhalten. Man findet höchstens eine handvoll Klassiker, wie Kafka, Zweig, Remarque und einzelne weitere. Alles weitere und moderne Literatur – Fehlanzeige.

Wer deutsche Bücher aller Art übrig hat und die Studierenden des Sprachlernzentrums und der Pädagogischen Universität unterstützen möchte, kann dies auf sehr einfache Weise tun:

Schickt die Bücher als Büchersendung nach Vinnycja!

Die Adresse – zum Ausdrucken, damit sich niemand die Finger bricht :-)

Крістіан Ґанцер
Вінницький державний педагогічний
Університет ім. М. Коцюбинського
Центр вивчения німецької мови
вул. Острозького, 32
21000 Винныця
Україна / Ukraine

Die Bücher reiche ich an die Studierenden und Bibliotheken weiter. Literatur rechtsextremer Verlage, bzw. rechtsextremen Inhalts bitte ich nicht zu schicken, sie würde ohnehin sofort dort landen, wo sie hingehört: Im Müll.

Danke für die Unterstützung!

Wikipedia-Büro- + Technokratie-Oligarchie - not amused

In den vergangenen Wochen ist ein Buch im Münsteraner Unrast-Verlag erschienen, dass offensichtlich für Furore hinter den Kulissen sorgt:

Verlag und Autor haben in diesem Zusammenhang eine Presserklärung veröffentlicht, der die Problematik mit Wikipedia anschaulich zusammenfasst und durchaus auch eigene Erfahrungen wiedergibt:

"PRESSEERKLÄRUNG "WIKIPEDIA INSIDE". OKTOBER 2007
Unter den Aktiven der deutschsprachigen Wikipedia-Ausgabe sorgte das Erscheinen von "Wikipedia inside" für einige Furore. Unter den Wikipedianern und Wikipedianerinnen wird das Buch rege, allerdings auch recht kontrovers diskutiert. Mit Grund: Als lifestyliger Wohlfühltitel, der es allen recht macht und keinem weh tut, war "Wikipedia inside" nie gedacht. Die Reaktionen auf den Titel, zu verfolgen in den Weblogs diverser Aktivisten sowie internen Wikipedia-Seiten sind folgerichtig gespalten: "Not amused" ist ein Teil der Projektprominenz vor allem aufgrund der Tatsache, daß einige der dargestellten Fakten, Trends und Ereignisse recht wenig in das nette, freundliche und strebsame Heile-Welt-Bild passen, welches die Wikipedianer gern von sich vermitteln möchten. Die Faktenlage ist vielmehr durchwachsen. Zwar hat das freie Enzyklopädieprojekt einen beispiellosen Start hingelegt. Nach Google ist Wikipedia unangefochten Wissenspool Nummer zwei im Internet; was die reinen Artikelzahlen angeht, hat das Internet-Lexikon sämtliche etablierten Nachschlagewerke hinter sich gelassen. Allerdings: Neben den schönen Seiten thematisiert "Wikipedia inside" allerdings auch die weniger schönen. Schmusekurs mit rechtslastigen Schreibern, wenige Wikipedianerinnen, Bürokratie, Kasernenhofton, eine seltsame bis sektiererische Wikipedia-Ideologie sowie eine recht bedenklich stimmende Datenerfassungswut bestimmen das derzeitige Bild des freien Internet-Nachschlagewerks ebenso wie die vielen schönen (und auch weniger schönen) Enzyklopädieartikel, die man dort nachschlagen kann.

Kann, sollte oder muß man gar über Wikipedia Hofberichterstattung betreiben? Nein, keinesfalls. Nimmt man das Projekt und seine Potentiale ernst, wäre eine solche sogar kontraproduktiv. Dieser Ansicht ist jedenfalls Günter Schuler, der Autor von "Wikipedia inside". Unter dem Benutzernamen Roger Koslowski arbeitete er rund ein Jahr lang am freien Nachschlagewerk mit und betrieb dabei eifrig Recherchen für sein Buch. Fazit: Manches in der Welt der Wikipedia ist genial, manches exotisch und manches einfach unglaublich. Kritisch und engagiert beschreibt der Autor den Größenwahn, die Erfolge und die Aufbruchsstimmung, welche den Ausbau der weltgrößten Enzyklopädie stetig weiter vorantreiben. Günter Schuler benennt allerdings auch die Gefahren. Größentechnisch mag Wikipedia zwar Neuland betreten haben. Autoritäre Konfliktlösungsmechanismen, Intransparenz sowie die Gefahr des Hijackens der Enzyklopädieinhalte durch aufklärungsfeindliche Kräfte sind jedoch Gefahren, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten. Angesichts der Bedeutung des Mediums sind sie nicht unerheblich. Vielmehr bergen sie in sich genug Sprengkraft, um die Zukunft des Online-Nachschlagewerks nachhaltig zu beschädigen. Wikipedia – quo vadis? Wer sich über den aktuellen Stand des derzeit wohl interessantesten Internet-Projekts informieren möchte, bekommt mit "Wikipedia inside" eine ebenso aufschlußreiche wie spannende Lektüre.



Mit dem Verfasser, Günther Schuler führte die Zeitschrift Konkret ein Interview durch, indem er einige problematischen Seiten der Aktivisten des Projekts zusammenträgt. (Roland Buhles: „Hier konkret“, konkret, Nr. 11, 2007, S. 3)



Klaus Graf vom Archivalia-Weblog bestätigt in der Tendenz die Kritikpunkte des Buches


Das Buch:
Günter Schuler: Wikipedia inside. Die Online-Enzyklopädie und ihre Community
Unrast Verlag
Münster, Juli 2007
280 Seiten, 18 Euro
ISBN-13: 978-3-89771-463-2

Der Blog zum Buch
Ein Weblog mit Informationen und Meinungen rund um Fragen der Kulturwissenschaftlichen Technikforschung

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