kommunikation@gesellschaft

 

Kommunikation@Gesellschaft - Sonderausgabe zu Facebook

Ganz frisch erschienen: Eine Sondernummer von Kommunikation@Gesellschaft zum Thema Facebook.
2 Essays, 4 Artikel, 1 Forschungsnotiz und eine Doppelrezension sind online verfüg- und lesbar

http://kommunikation-gesellschaft.de/

Viel Spaß bei Lesen und der Diskussion.

für die Herausgeber

Nils Zurawski/ nilz
 

Call for Papers für das Online-Journal Komunikation@gesellschaft: Phänomen „Facebook“

Seit seinem Start 2004 und der Öffnung für immer weitere Nutzerkreise in den folgenden Jahren hat sich Facebook zu einer der bekanntesten Webseiten entwickelt, die inzwischen mehr als 500 Millionen registrierte Nutzer weltweit hat. Wie wenig andere Internet-Angebote hat sich Facebook zu einem Synonym für die Internetnutzung vor allem bei einem jüngeren Publikum entwickelt. Facebook ist aber auch Bestandteil gesellschaftlicher Debatten – mal haben sie mit Datenschutz zu tun, mal mit den demokratischen Möglichkeiten, die die Plattform bietet, mal mit dem wirtschaftlichen Potential, das ihr innewohnt. Schließlich gibt es bereits einen mit dem Golden Globe prämierten Film („The Social Network“ von David Fincher) über Marc Zuckerberg, den Schöpfer von Facebook. Von dem behauptet die britische Schriftstellerin Zadie Smith, dass immerhin 500 Millionen Menschen in dessen Gedankenwelt leben – der Gedankenwelt, die wie sie sagt Teil einer Generation ist, die Angst hat unbeliebt zu sein.

Abgabefrist: 31. Juli 2011.

Im Zuge der gesellschaftlichen Verbreitung hat auch die Wissenschaft Facebook entdeckt, ohne jedoch schon alle denkbaren Facetten umfassend beleuchtet zu haben. Ein Schwerpunkt der bisherigen Forschung liegt auf Prozessen der Selbstdarstellung, der Beziehungspflege und der Veränderung von Privatsphäre und Datenschutz – aber dies kann und sollte nicht der einzige Bereich einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Facebook im Speziellen und sozialen Netzwerkplattformen im Allgemeinen sein. Für eine Sonderausgabe sucht das interdisziplinäre Online-Journal Kommunikation@Gesellschaft daher theoretische und empirische Betrachtungen zum Phänomen „Facebook“, was auch Analysen einschließt, die sich mit dem breiteren Phänomen der „Social Network Sites“ befassen.

Mögliche Fragestellungen und Perspektiven umfassen beispielsweise:

1. Facebook bildet vielfältige und nuancierte soziale Beziehungen in der binären Kategorie „Freund – Nicht Freund“ ab. Unter den 500 Millionen Nutzern sind zudem auch politische Parteien, Unternehmen, Verbände, Lobby-Gruppen sowie staatliche und öffentlich-rechtliche Einrichtungen. Die Vorstellung, „Freund“ oder „Fan“ solcher Entitäten zu sein, verändert unser Verständnis von sozialen Beziehungen mit zunächst ungeklärten Folgen.

* Was bedeutet eine soziale Beziehung unter den technischen Bedingungen von Social Network Sites? Wie werden Unterscheidungen, die auf unterschiedlichen Qualitäten oder Rollenkontexten von Beziehungen beruhen, in der Nutzungspraxis relevant und ausgehandelt – oder sind sie inzwischen tatsächlich obsolet geworden?
* Kann man soziale Beziehungen zu Unternehmen oder Organisationen haben? Welche Art von Beziehung könnte das sein? Welche Folgen hat eine Ökonomisierung des Sozialen in einer von Konsum und den Logiken der Massenproduktion geprägten Gesellschaft?
* Welche Potentiale für Macht und Kontrolle ergeben sich durch die Offenlegung von dyadischen Beziehungen oder dem größeren sozialen Netzwerk? Wo sind die Machtressourcen angesiedelt – bei den individuellen Nutzern, beim Plattformbetreiber oder beim (voyeuristischen?) Beobachter?

2. Facebook organisiert soziales Leben auf technischer Grundlage. Um die individuellen wie die gesellschaftlichen Konsequenzen von Facebook zu durchdringen, muss daher die „black box“ Technik geöffnet werden.

* Inwieweit ermöglichen die zugrundeliegenden Technologien neue soziale Formen, die auch über den Kontext von Facebook hinaus an Geltung gewinnen? Inwiefern reduziert Technologie den Spielraum für Performanz und Praxis?
* Welche neuen Normen werden durch softwaretechnische Vorgaben und Prozeduren auf Social Network Sites geschaffen, inwiefern wirken geteilte Routinen auf die Gestaltung und Weiterentwicklung der Software zurück?
* Welche Spielräume für widerständige Praktiken bieten die Algorithmen und Datenbanken von Facebook? Kann sich Kreativität, Innovation und Protest auf Nutzerseite auch gegen die Plattform selbst richten, und somit Technik ihre eigene Veränderung unterstützen?

3. Nicht zuletzt fordert Facebook etablierte sozialwissenschaftliche Konzepte und Modelle heraus. Ohne Begriffe und Methoden ist es allerdings nicht möglich, die ausgeübten Praktiken sowie Modi und Formen gesellschaftlicher Nutzung und Bewertung zu erfassen.

* Ist Facebook eine technische Plattform, ein Kommunikationsdienst, eine soziale Welt, eine neue Öffentlichkeit, ein soziales Netzwerk, die lange herbei gesehnte elektronische Agora, eine private Veranstaltung oder gar ein Instrument der Herrschaft?
* Welche psychologischen, soziologischen, kommunikationswissenschaftlichen oder ökonomischen Theorien (um nur einige zu nennen) helfen uns, soziale Prozesse auf Social Network Sites zu erklären und zu verstehen? Wo stoßen sie an ihre Grenzen?
* Mit welchen methodischen Zugängen und Instrumenten lässt sich die vielfältige soziale Realität, die Facebook ausmacht, angemessen erfassen? Welche erkenntnistheoretischen, aber auch welche forschungsethischen Fragen sind zu beachten?

Diese Aspekte und Fragen sind als Anregungen zu verstehen und sollen anders gelagerte Erkenntnisinteressen, disziplinäre Zugänge oder methodische Ansätze keinesfalls ausschließen. Als Texte kommen wissenschaftliche Aufsätze, aber auch kürzere Forschungsnotizen oder Essays in Frage. Entsprechende Beiträge für diese Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft sind bis zum 30.7.2011 einzureichen an: nils.zurawski@uni-hamburg.de. Bitte beachten Sie auch die Hinweise für Autoren.

Vorgesehener Zeitplan

* 31. Juli 2011: Einreichen der Manuskripte
* 15. September 2011: Rückmeldung seitens der Herausgeber über die Aufnahme sowie möglicher Korrekturvorschläge
* 15. Oktober 2011: Abgabe der überarbeiteten Manuskripte
* November 2011: Online-Publikation der Sonderausgabe unter http://www.kommunikation-gesellschaft.de/
 

kommunikation@gesellschaft - No Smalltalk with AIBO

In kommunikation@gesellschaft (Journal für alte und neue Medien aus soziologischer, kulturanthropologischer und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive / Herausgeber: Jan Schmidt, Klaus Schönberger und Christian Stegbauer) ist ein Beitrag von Florian Muhle erschienen, der sich mit der Mensch-Maschine-Kommunikation auseinandersetzt. Empirisches Beispiel sind Interaktionen mit dem Roboter-Hund AIBO.

Muhle, Florian: „Versteh ich grad nicht“ – Mensch-Maschine-Kommunikation als Problem. In: kommunikation@gesellschaft 9 (2008) 4. Online-Publikation: http://www.soz.unifrankfurt.de/K.G/B4_2008_Muhle.pdf

Abstract:
Der vorliegende Beitrag verortet sich im Forschungsfeld der Mensch-Maschine-Kommu­nikation. In diesem Kontext werden aus einer ethnomethodologischen Perspektive Situationen untersucht, in denen Menschen versuchen mit dem Roboterhund Aibo zu kommunizieren. Dabei geraten vor allem die vielfältigen Praktiken, mit denen die Menschen versuchen, Verständigungsprobleme zu lösen, in den Fokus. Aufmerksamkeit erhält hier insbesondere das Zusammenspiel verschiedener Kommunikationsmodalitäten (Sprache, Blick­richtung, Körper­haltung). Wie im Verlauf der Arbeit herausgearbeitet wird, zeigen die Daten deutlich, dass angesichts einer für die Menschen vollkommen ungewohnten Situation, Kommunikation in einem hohen Maße problematisch wird. Zudem kann dargelegt werden, dass beim derzeitigen Stand der Technikentwicklung genau darin ein Spezifikum des (ungeübten) Um­gangs mit interaktiven Artefakten liegt.


k@g
 

kommunikation@gesellschaft-Beitrag über Live-Ticker

In kommunikation@gesellschaft (Journal für alte und neue Medien aus soziologischer, kulturanthropologischer und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive / Herausgeber: Jan Schmidt, Klaus Schönberger und Christian Stegbauer) ist ein Beitrag zum Thema "Live-Ticker" veröffentlicht worden. Die Forschungsnotiz stammt von Stefan Hauser vom Deutschen Seminar der Universität Zürich:

Hauser, Stefan : Live-Ticker: Ein neues Medienangebot zwischen medienspezifischen Innovationen und stilistischem Trägheitsprinzip. In: kommunikation@gesellschaft, Jg. 9, Forschungsnotiz 1. Online-Publikation: http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/F1_2008_Hauser.pdf

Zusammenfassung

Die funktionale Ausdifferenzierung im Bereich der Online-Kommunikation führt zur Entstehung einer Vielzahl neuer Mediengattungen bzw. Textsorten. Zu den neuartigen webbasierten Medienangeboten zählt auch der so genannte Live-Ticker. Es handelt sich dabei um eine Form der Live-Berichterstattung, die auf periodisch aktualisierten schriftlichen Kurzkommentaren und grafischen Darstellungen basiert. Vergleicht man den Live-Ticker mit bereits bestehenden Formen der Live-Reportage, dann lässt sich ein Phänomen beobachten, das häufig beim Transfer einer Kommunikationsform in ein neues Medium festgestellt werden kann: Medienwechsel werden einerseits vom ‚stilistischen Trägheitsprinzip’ und andererseits von ‚medienspezifischen Innovationen’ geprägt. Während medienspezifische Innovationen neue Kommunikationsformen ermöglichen und damit zu veränderten Mediennutzungen beitragen, ist das stilistische Trägheitsprinzip ein komplementärer Effekt, der sich daraus ergibt, dass bei der Nutzung neuer Medien zunächst auf Kommunikationskonventionen und auf Textmuster zurückgegriffen wird, die sich in herkömmlichen Medien bewährt haben. Dies hat zur Folge, dass sich im neuen Medium Formen älterer Mediennutzungen wiederfinden. Die gleichzeitige Wirksamkeit dieser beiden Grundprinzipien wird im Folgenden am Beispiel des Live-Tickers dargestellt.


k@g
 

k@g: Internet und Demokratisierung der Hinterbühne

In kommunikation@gesellschaft (Journal für alte und neue Medien aus soziologischer, kulturanthropologischer und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive / Herausgeber: Jan Schmidt, Klaus Schönberger und Christian Stegbauer) ist ein Beitrag zum Themenkomplex politische Partizipation, Demokratisierung und Internet online gegangen. Mundo Yang, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Berliner WZB plädiert für eine abgewogene Einschätzung des Demokratisisierungspotenzials des Internet:

Yang, Mundo (2008): Jenseits des „Entweder-Oder”: Internet als konventioneller Teil der Demokratie. In: kommunikation@gesellschaft, Jg. 9, Beitrag 3. Online-Publikation: http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B3_2008_Yang.pdf

Zusammenfassung
Auch Jahre nach der Einführung des Internets diskutieren weite Teile der Sozialwissenschaften den Zusammenhang zwischen Internet und Demokratie entlang der Extreme von Euphorie und Skepsis. In diesem Beitrag möchte ich versuchen, einen Ausweg aus dieser „Entweder-Oder”-Debatte aufzuzeigen, indem ich auf eine Metapher von Jürgen Habermas zurückgreife und das Internet als konventionellen Bestandteil des politischen Medientheaters begreife. Dabei greife ich auf die empirischen Ergebnisse einer Studie über mediale Diskurse zum Thema Genfood zurück. Für diesen begrenzten empirischen Ausschnitt lässt sich feststellen, dass das Internet nur partiell zu mehr Demokratie führt. Es demokratisiert die Hinterbühne der politischen Öffentlichkeit - nicht mehr und nicht weniger.


k@g
 

Authentizität 2.0 - Neuer Beitrag zu YouTube bei Kommunikation@Gesellschaft:

Bei kommunikation@gesellschaft ist soeben ein neuer Artikel online gegangen. Torsten Näser, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie an der Universität Göttingen, analysiert die Enttarnung der YouTube-Userin Lonelygirl15 vor dem Hintergrund der Debatten um Authentizität in den Nachfolgedisziplinen der Volkskunde einerseits und mit Blick auf die Diskussion um Echtheit im Dokumentarfilm andererseits.

Näser, Torsten: Authentizität 2.0 – Kulturanthropologische Überlegungen zur Suche nach ‚Echtheit’ im Videoportal YouTube
In: kommunikation@gesellschaft, Jg. 9, Beitrag 2. Online-Publikation: http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B2_2008_Naeser.pdf


Zusammenfassung

Die Enttarnung der YouTube-Userin Lonelygirl15 als Fake im Jahr 2006 wurde innerhalb der Community kontrovers diskutiert, mit zum Teil deutlich ablehnenden Worten kommentiert und sorgte sogar in Printmedien und Fernsehen für Aufsehen. Spätestens seit diesem Zeit­punkt befindet sich das Social Networking Portal in einem Aushandlungsprozess, in dem die Frage nach der “Echtheit“ der bei YouTube geposteten Videobeiträge im Zentrum steht. Rekurrierend auf den Authentizitätsdiskurs in der Kulturanthropologie/Europäischen Ethno­logie, speziell im Bereich (massen)medialer Repräsentationen, behandelt dieser Beitrag den medienspezifischen Kontext von YouTube als einen prominenten Bestandteil des als soziali­siert kolportierten Web 2.0. Er stellt dar, wie dieser Kontext signalisierte, das Bedürfnis nach einer als echt empfundenen Seherfahrung befriedigen zu können und skizziert die Strategien der Authentifizierung für das Format Videotagebucheintrag. Schließlich wird deutlich, dass ein als unecht empfundenes Kommunikat Auswirkungen sowohl auf die an YouTube heran­getragenen Rezeptionserwartungen als auch auf den Rezeptionskontext hat.


k@g
 

k@g: Die Geschlechterdimension von Weblogs

Die inzwischen im 9. Jahrgang erscheinende in kommunikation@gesellschaft (Journal für alte und neue Medien aus soziologischer, kulturanthropologischer und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive / Herausgeber: Jan Schmidt, Klaus Schönberger und Christian Stegbauer) bleibt dran am Weblog-Thema. Franka Hesse (Bochum) analysiert im ersten Beitrag des Jahrgangs 2008 den Zusammenhang von Geschlecht und Weblogs. Einerseits argumentiert sie inhaltsanalytisch, andererseits gibt sie Aufschluss über die geschlechtlichen Verteilungen in der deutschen Blogossphäre:

Hesse, Franka (2008): Die Geschlechterdimension von Weblogs: Inhaltsanalytische Streifzüge durch die Blogosphäre. In: kommunikation@gesellschaft, Jg. 9, Beitrag 1. Online-Publikation: http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B1_2008_Hesse.pdf

Zusammenfassung
Die Mehrheit der deutschen Weblog-Autor/-innen ist weiblich, zu diesem Ergebnis kommt eine Bochumer Untersuchung aus dem Jahre 2006. Auf der Grundlage einer Zufallsauswahl von 464 Weblogs konnten Aussagen zu Geschlecht und Alter von Weblog-Autor/-innen gemacht werden. Es zeigte sich, dass besonders weibliche Teenager diese Form der Publikation im Internet nutzen. Ausgehend von der Fragestellung ob das Führen von Weblogs Ansatzpunkte für politische Beteiligung bietet, die auch von Frauen genutzt werden, wurden die Weblogs des Samples zudem inhaltsanalytisch untersucht. Dabei zeigten sich Unterschiede zwischen den Blogs männlicher und weiblicher Autoren. Im Vergleich zeigten darüber hinaus häufig verlinkte Blogs einen deutlich geringeren Frauenanteil. Insgesamt erscheinen die Ausdrucksformen innerhalb der deutschen Blogosphäre hochgradig gegendert.


k@g
 

Kommunikation@Gesellschaft: Neuer Beitrag zu den Versprechungen der Computerrevolution

Michael Friedewald, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe, veröffentlichte in kommunikation@gesellschaft (Herausgeber: Jan Schmidt, Klaus Schönberger und Christian Stegbauer) einen Aufsatz, der die Rolle der Technikeuphorie in den USA zu Beginn der Herausbildung des Leitbilds der "Informationsgesellschaft" untersucht:

Friedewald, Michael (2007): Computer Power to the People! Die Versprechungen der Computer-Revolution, 1968–1973. In: kommunikation@gesellschaft, Jg. 8, Beitrag 9. Online-Publikation:
http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B9_2007_Friedewald.pdf

Michael Friedewald beschäftigt sich mit Fragen der Technikfolgenabschätzung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik, insbesondere neuer digitaler Medien.

Zusammenfassung
"In den letzten Jahren haben Wissenschaftler, Politiker und Manager vorhergesagt, dass der breite Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik zu radikalen gesellschaftlichen Veränderungen und zur Herausbildung der „Informationsgesellschaft“ führen würde. Die teilweise utopisch anmutenden Versprechungen basieren auf einer Reihe von Annahmen, die bereits von den Pionieren des modernen Paradigmas der Computernutzung in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren formuliert worden waren. Um den Zusammenhang zwischen dieser Rhetorik und der Realität bewerten zu können, begibt sich dieser Beitrag auf die Suche nach den Wurzeln des Konzept der „Informationsgesellschaft“. Dazu werden die Konzepte der (a) Benutzerfreundlichkeit, (b) des universellen Zugangs und (c) der Interaktivität als Abwandlungen der klassischen revolutionären Ideale (Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit) untersucht. Dabei erweist sich die Idee der Informationsgesellschaft als eine Fortschreibung des Fortschrittsglaubens der Moderne."

k@g
 

kommunikation@gesellschaft: Johanna Roering über US-Milblogs: "Saddam Fired Scuds at Me"

Die Tübinger Amerikanistin Johanna Roering veröffentlichte nun in kommunikation@gesellschaft (Herausgeber: Jan Schmidt, Klaus Schönberger und Christian Stegbauer) einen Aufsatz über US-amerikanische Milblogs aus dem Irakkrieg. Gemeinsam mit Anne Ulrich wird sie dieser Tage (16.11.) bei der Jahrestagung 2007 des Forschungskollegs Medienumbrüche zum Thema "alte & neue Leitmedien" des Forschungskollegs Medienumbrüche in Siegen über "Mediale Deutungskonkurrenz im Irakkrieg 2003", wo es wohl auch um dieses Thema gehen wird.

Roering, Johanna (2007): Saddam Fired Scuds at Me: US-amerikanische Milblogs aus dem Irakkrieg. In: kommunikation@gesellschaft, Jg. 8, Beitrag 8. Online-Publikation:
http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B8_2007_Roering.pdf



Zusammenfassung:
Der Beitrag beschäftigt sich mit Milblogs US- amerikanischer Soldaten aus dem Irakkrieg. In einem ersten Teil wird die Herangehensweise an Milblogs kurz erläutert: Milblogs werden als Teil einer Medienkultur um den Irakkrieg gelesen und in aktuelle Topoi der Kriegsdarstellung eingeordnet. Weiterhin werden einige sprachliche und narrative Besonderheiten des Milblogs besprochen, um mit einer Analyse und Interpretation des Milblogs Mr. Smash Goes to Washington zu schließen. Die Analyse zeigt exemplarisch, dass im Milblog starke Subjektpositionen sowie Authentiztiäts- und Gültikgeitseffekte auf eine Ausdifferenzierung und Inkohärenz der Textformate, des Sprechers und der Inhalte treffen.


Zum Thema Warblogs vgl. a. den Beitrag der Autorin in:

Johanna Roering: ,Getting the Word Out'. Warblogs als Kriegsberichterstattung. In: Korte, Barbara/Tonn, Horst (Hg.): Kriegskorrespondenten. Deutungsinstanzen in der Mediengesellschaft. Wiesbaden 2007, S. 181-196.


Update 21.11. 2007
Ausserdem betreibt die Verfasserin nunmehr auch ein eigenes Blog



k@g
 

kommunikation@gesellschaft: Ralf Bendrath über "Überwachen und Sortieren" als Kontrolldispositiv

In dem von Jan Schmidt, Klaus Schönberger und Christian Stegbauer herausgebenen "kommunikation@gesellschaft - Journal für alte und neue Medien aus soziologischer, kulturanthropologischer und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive" ist soeben ein Beitrag von Ralf Bendrath (Bremen) erschienen, der sich kritiisch mit dem Wandel des Sicherheitsdispositivs vom "Überwachen und Strafen" zu "Überwachen und Sortieren" (quasi von der Mann- zur Raumdeckung oder von der Diszplinar- zur Kontrollgesellschaft) beschäftigt:


Bendrath, Ralf: Der gläserne Bürger und der vorsorgliche Staat: Zum Verhältnis von Überwachung und Sicherheit in der Informationsgesellschaft. In:
kommunikation@gesellschaft, 8 (2007), Beitrag 7. Online-Publikation: http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B7_2007_Bendrath.pdf



Zusammenfassung:
Das Sicherheitsparadigma des Präventionsstaates im „Kampf gegen den Terror“ unterscheidet sich in zweierlei Hinsicht von dem des Gefahrenabwehrstaates im Kalten Krieg. In zeitlicher Hinsicht geht es nicht mehr um die Abwehr gegenwärtiger Bedrohungen, sondern um die Vorbeugung zukünftiger Risiken. Auf der Akteursebene sind die Träger dieser Risiken nicht mehr Staaten, sondern Individuen. Damit gelten nun alle als potenziell verdächtig. Hier spielt der Computer eine entscheidende Rolle, indem er die alten Überwachungstechniken des Aufzeichnens und Verbreitens von Informationen durch die Möglichkeit des automatischen Entscheidens ergänzt. Aus „Überwachen und Strafen“ wird damit „Überwachen und Sortieren“, aus individuellen Bewertungen wird massenhafte digitale Diskriminierung auf der Basis von vernetzten Datenbanken und in Algorithmen gegossenen Vorurteilen. Mit diesem Verfahren sind jenseits juristischer und politischer Schwierigkeiten drei strukturelle Probleme verbunden: das Problem der Modellbildung, das Problem der Probabilistik und das Problem der Definitionsmacht. Dennoch scheint der Trend zum weiteren Ausbau der Überwachungsinfrastrukturen nicht aufzuhören. Mögliche Erklärungen, aber auch Hinweise auf weiteren Forschungsbedarf, liefern dafür jeweils auf unterschiedlichen Ebenen die Gesellschaftsdiagnose, die Techniksoziologie und die politische Ökonomie. In normativer Hinsicht geht es hier letztlich auch um die Sicherheitsvorsorge der Bürger gegenüber dem Staat und damit um die Frage: Wie können wir unsere technischen Infrastrukturen so aufbauen, dass unfähige und unredliche Machthaber damit keinen großen Schaden anrichten können?
Ein Weblog mit Informationen und Meinungen rund um Fragen der Kulturwissenschaftlichen Technikforschung

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Gerrit Herlyn
Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.








Anika Keinz, Klaus Schönberger und Vera Wolff (Hrsg.)
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