Kijan Espahangizi: Röhrennostalgie: (9)

Kijan Espahangizi (ETH Zürich) spricht über "Röhrennostalgie" und die "Erinnerungskulturen der Technik": Die zentrale These des Vortrages lautet, dass "diese bemerkenswerte kulturelle Beharrlichkeit der Röhre" im Kontext eines Generationenwechsels der Elektronik ab Mitte der 1950er Jahre" zu sehen sei, die zugleich "mit der Herausbildung einer technikzentrierten Erinnerungskultur einherging. Dabei wurde die Elektronenröhre, vormals Symbol modernen elektronischen Fortschritts, zur nostalgischen Projektionsfläche, zum Erinnerungsobjekt". (1. Die Röhre als kulturelles Objekt vor der Tranisistorära)


K. Espahangizi begründet seine These anhand dreier
Erinnerungskontexte:

1. Die Röhre als Gegenstand der Technikgeschichte.
2. Die Röhre in der DIY- und Amateurelektronik
3. Die Röhre in der Populärkultur (insbesondere Rockmusik)

Für K. Espahangizi laufen zwei Entwicklungen zusammen und führen zu einer Art generationenübergreifenden Konjunktur des Erinnerungsobjekts Röhre: Das war in den 90er Jahren einer Idealisierung von Handarbeit (Röhre) gegen die gesichtslosen industriell gefertigten Massengüter verbunden. Ganz ähnlich im übrigen wie im Kontext des Übergangs von der analogen zur digitalen Kultur und einer damit verbundene analoge Nostalgie (z.B. Vinyl, Super 8). Beides lässt sich wiederum in den Markt integrieren.

Das im Kontext der Röhre konstatierbare generationenverbindende Ressentiment bedinge "eine Art dinglich-metonymischer Verdichtung", es mache die Röhre quasi zum "Erinnerungsmedium einer analogen Klang- und Bildkultur, als Medium einer Erinnerungskultur der Technik".

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