Anlässlich der jüngsten Ausgabe der Netzkultur-Sendung "Matrix" (
4.5. 2008) des ORF zum Thema "Protest Reloaded", wird auch
Marion Hamm, Luzerner Associate des Forschungskollegs Kulturwissenschaftliche Technikforschung zitiert:
"Protestieren im Kollektiv
Das Schaffen neuer medialer Räume und einer neuen Form von Gegenöffentlichkeit ist ein wichtiges Element von Protestbewegungen im Internet. Vorbild und Vorreiter auf diesem Gebiet ist das globale Medien- und Kommunikationsnetzwerk Indymedia, das erstmals 1999 anlässlich der Proteste gegen ein Treffen der Welthandelsorganisation in Seattle in Erscheinung trat.
Bei Indymedia sind die Aktivisten zugleich auch Journalisten und verschwimmen somit die Grenzen zwischen Artikel und Agitation und zwischen Demonstration und Dokumentation.
Marion Hamm, die an der Universität Luzern an einem Forschungsprojekt über Protestkultur und Medien arbeit und die selbst jahrelang Aktivistin bei Indymedia in Großbritannien war, weist darauf hin, dass Indymedia publizistische Phänomene wie Blogs und Bürgerjournalismus vorweggenommen hat, dass bei Indymedia allerdings nie der Einzelne, sondern stets die kollektive Medienproduktion im Vordergrund stand."
Dabei bezieht sich der Bericht auf ihren Aufsatz über
Indymedia von 2005:
Darin verweist sie darauf, in welcher Weise die Software von Indymedia, das was heute Web 2.0. heisst antizipiert hat:
"Open Publishing ist Free Software
Indymedia-Webseiten zeichnen sich durch das System des Open Publishing aus: Jede und jeder, der Zugang zum Internet hat, kann Dokumente hochladen, und zwar ohne Login, ohne Passwort, ohne Identifizierung welcher Art auch immer. Die "Postings" erscheinen auf den meisten Indymedia-Seiten umgehend auf der Startseite im sogenannten "Newswire". Damit ist die Voraussetzung zum Selbermachen von Medien geschaffen. Vom einfachen Text über Fotos und Ton bis hin zum Videoclip kann alles nicht nur produziert, sondern auch einer vernetzten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Was sich im Zeitalter der Blogger und Breitbandanschlüsse fast schon von selbst versteht, die technische Möglichkeit zum Hochladen verschiedener Medien, musste 1999 noch selbst gebaut werden. Die erste Version der Indymedia-Software mit dem schönen Namen "active" wurde ursprünglich für AktivistInnen vor Ort in Sydney entwickelt, dann beim als globalem Aktionstag ausgerufenen "Carnival against Capitalism" am 18. Juni 1999 weltweit und erfolgreich ausprobiert, und schließlich für das erste IMC in Seattle eingesetzt.
Die Betonung des Selbermachens ist charakteristisch für Indymedia und hat im Zusammenhang mit der Erstellung von "Code" noch eine ganz besondere, bereits ausgearbeitete Bedeutung. Alle Indymedia-Webseiten laufen auf "Free Software"[7], das heißt, jede/r kann sich die Programme anschauen, sie benutzen, kopieren und weiterverbreiten und sie entsprechend den eigenen Bedürfnissen verändern. Free Software ist durch eine besondere Lizenz geschützt, die GNU Public Licence. Damit wird sichergestellt, dass der Sourcecode frei einsehbar und damit veränderbar bleibt."
Marion Hamm ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "Protest als Medium - Medien des Protests" am Soziologischen Seminar der Universität Luzern.
TK-Kolleg - 5. Mai, 21:15
Horst Schinzel schreibt in Suite 101 (
4.2.2008) unter der Überschrift "Moderne Kommunikation" über die gegenwärtig laufende Ausstellung des Instituts für Volkskunde / Kulturanthropologie bzw. des Forschungskollegs Kulturwissenschaftliche Technikforschung
"Gegenwart und Zukunft der Kommunikation" im Hamburger Museum für Kommunikation:
"Sie stellt den Menschen und seine alltäglichen Erfahrungen in den Mittelpunkt. Sie verzichtet weitestgehend auf erklärende Texte und will selbst ein Ort der Kommunikation sein. Die Besucher können die Ausstellung aktiv mit gestalten. Anfassen und Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. Dabei sind die Themen vielfältig und vielschichtig: Kommunikationsvisionen, die Pluralisierung und Globalisierung der Kommunikationswege, die Veränderung sozialer Beziehungen, die Aneignung neuer Technologien, das Mobiltelefon als Designobjekt sowie die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine."
Allerdings wie man darauf kommen kann, den Text unter "Institut für Anthropologie" zu taggen, ist vielleicht auch so ein Rätsel, nicht der modernen Kommunikation (weil man sich ja via Internet sehr schnell informieren können, was für ein seltsames Ding so ein Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie" ist), aber lassen wir das ...
kschoenberger - 5. Mrz, 08:47
Die Ausstellung
"Absolut privat?", die morgen im Museum für Kommunikation Frankfurt, eröffnet wird, übernimmt im Untertitel ("vom Tagebuch zum Weblog") den Titel eine Seminars, dass im
Sommersemester 2006 am Institut für Volkskunde / Kulturantropologie unter der Leitung von Klaus Schönberger durchgeführt wurde. Der Wissenschaftliche Koordinator hat auch einen Beitrag zum Ausstellungskatalog beigesteuert:
Schönberger, Klaus: Von der »Lesewut« zur Schreibwut? Vom legitimen Lesen und Schreiben. In: Gold, Helmut (Hg.): Absolut privat?! Vom Tagebuch zum Weblog. Frankfurt 2008 (Kataloge der Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Bd. 26). S. 112-114.
"Absolut privat!?
Vom Tagebuch zum Weblog
6. März bis 14. September 2008
Tagebuch schreiben – das ist verbunden mit vagen Vorstellungen von Intimität und Egotrip, von Geheimnis und Enthüllung. Das Fragezeichen im Ausstellungstitel„Absolut privat!?“ lädt dazu ein, diese gängigen Vorstellungen zu überprüfen. Privatheit ist keineswegs eine durchgehende Konstante für das Tagebuch, denn schon seit der frühen Neuzeit – und nicht erst zu Zeiten des Webs 2.0 – hat es Tagebücher gegeben, die für andere Leser oder gar auf eine Veröffentlichung hin angelegt sind. Umgekehrt sind die Blogs, die mittlerweile allein in Deutschland von weit über einer Million Menschen gelesen werden, nicht auf Schlagworte wie Exhibitionismus oder Enthüllung zu reduzieren. Das Museum für Kommunikation Frankfurt zeigt in seiner neuen großen Ausstellung über 300 Tagebücher und Weblogs. Erstmals werden in Deutschland papierene und digitale Tagebücher zusammen gezeigt und diskutiert, darunter auch Originale von prominenten Autorinnen und Autoren wie Franz Kafka, Theodor W. Adorno, Clara Schumann, Johann Wolfgang Goethe, Lou Andreas-Salomé oder Rainald Goetz.
Kostenfreie öffentliche Führungen werden sonntags, 15 Uhr und mittwochs, 16 Uhr angeboten."
Ausstellungseröffnung ist am 5. März 2008 um 19 Uhr
Begrüßung
Dr. Helmut Gold
Direktor
Museum für Kommunikation
Es spricht
Dr. Christiane Holm
Sonderforschungsbereich Erinnerungskulturen
Universität Gießen
Lesung
Eva Demski und Jan Seghers
(zu papierenen und digitalen Tagebüchern)
Der Abend wird mit "Zeitansagen" der Künstlergruppe AKKU begleitet
Wegbeschreibung, Öffnungszeiten usw.
Erfahrungsgemäß reisen die Ausstellungen der Museen für Kommunikation auch noch nach Hamburg, Berlin und Nürnberg.
Die
Ausstellungsvorbereitungen wurden bereits von einem
Weblog begleitet.
Einladungs-Flyer-
Download
In diesem Podcast der Kindersendung
Domino-Krimskrams des Hessischen Rundfunks (21.2.2008) findet sich eine nette altersgerechte Einführung in das Thema
TK-Kolleg - 4. Mrz, 08:32
Es sei nochmals daran erinnert, dass das Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung heute Nachmittag bzw. Abend (von 17.00 Uhr an) im Hamburger Museum für Kommunikation mit acht ReferentInnen einen Vortrag über acht Stationen zum Thema
"Die Elektrifizierung der Kommunikation" durchführen wird. 20.30 Uhr startet der letzte Themenblock.
TK-Kolleg - 8. Feb, 08:34
Im Rahmen der Ausstellung
"Gegenwart und Zukunft der Kommunikation" führen im
Museum für Kommunikation (Hamburg) am Freitag, 8. Februar 2008 (17–21 Uhr, Eintritt frei), die MitarbeiterInnen des Forschungskollegs Kulturwissenschaftliche Technikforschung am
Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie einen Vortrag in acht Stationen auf. In einer Tour d'Horizon wird der historische Bogen von der Elektrifizierung bis zur Digitalisierung der Kommunikation gespannt:
Zeitplan:
17:00 Uhr
Andreas Reucher
Die Beschleunigung der Kommunikation
17:30 Uhr
Katrin Petersen
Kommunikation über den Draht – Telegraphie
18:00 Uhr
Uta Rosenfeld
Töne vom Telefonalltag. Ein Streifzug durch die Geschichte des Telefons
18:30 Uhr
Thomas Hengartner
„Mich hört man überall“. Die Veralltäglichung des Rundfunks
19:00 Uhr
Christine Oldörp
fern-sehen
19:30 Uhr
Gerrit Herlyn
Das Erreichbarkeitsversprechen. Der Weg des Mobiltelefons in den Alltag
20:00 Uhr
Anneke Wolf
Auf den Tag gereimt. Weblogs als Formen chronologischen Schreibens im Internet
20:30 Uhr
Julia Cöllen
Broadcast Yourself – Selbstdarstellung in Videoblogs bei Youtube
Zur
Ausstellungs-Webseite
TK-Kolleg - 29. Jan, 08:18
lautet die Überschrift des Hamburger Abendblatts (
24.01.2008) über die gestern eröffnete
Ausstellung im Museum für Kommunikation, die von Studierenden des Instituts für Volkskunde/Kulturanthropologie und MitarbeiterInnen des Forschungskollegs Kulturwissenschaftliche Technikforschung erarbeitet wurde:
An diesem Ort können Sie getrost Ihr Handy anlassen. Sie werden nicht stören, denn das mögliche Klingeln dürfte sich als Begleitmusik so gut in die aktuelle Ausstellung des Museums für Kommunikation einfügen, dass es nicht auffallen wird.
Es ist eine erstaunliche Inszenierung, mit der Studenten des Instituts für Volkskunde/Kulturanthropologie der Uni Hamburg das Thema "Gegenwart und Zukunft der Kommunikation" begreifbar machen. Denn es geht nicht darum, Objekte anzuhäufen oder zu belehren, der Besucher soll zum Mitdenken und Handeln animiert werden.
Auf den ersten Blick wirkt die Ausstellung karg, doch rasch zeigt sich, wie viel gedankliche Arbeit in den Installationen steckt. Im Mittelpunkt steht an den zehn Stationen die Frage, wie Mensch und Technik sich wechselseitig beeinflussen. Allgegenwärtig ist die Erkenntnis, dass die Technik unseren Alltag prägt.
Fotos zeigen, dass uns das Handy zur Körper-Maschine macht. Ein Sprachautomat mit menschlicher Benutzeroberfläche spricht uns scheinbar persönlich an und "überredet" uns, ihm zu helfen. Das Klingeln in einer alten Telefonzelle löst bei uns reflexartiges Handeln aus. Wir sehen, wie Handys Lebensgefühl und Status definieren und wie die Werbung dies forciert. Gleich nebenan lassen sich Handys in passender Mülltrennung ("unhandlich", "uncool", "ausgedient", "überholt") entsorgen. Wir können E-Mails in die Zukunft an uns selbst senden, uns über die Veränderung von Zeit und Raum durch Technik äußern und in der Bedeutungswerkstatt sagen, was Handy und E-Mail uns wert sind. Ein Besucher hat die Worte "Mein Handy ist für mich . . ." im Sinne der Ausstellung ergänzt: ". . . ein praktischer Fluch."
Museum für Kommunikation Hamburg , Gorch-Fock-Wall 1; Di-Fr 9-17 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr, T. 357 63 60.
Zur
Ausstellungs-Webseite
Eine weitere Ankündigung bei
inside-handy.de
TK-Kolleg - 24. Jan, 22:01
im Museum für Kommunikation Hamburg
Am 23. Januar 2008 wird im
Museum für Kommunikation Hamburg die Ausstellung
„Gegenwart und Zukunft der Kommunikation. Eine Ausstellung über Menschen, Technik und Alltag“ eröffnet. Sie wird dort vom 24. Januar bis zum 24. März 2008 zu sehen sein.
Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Museums mit dem
Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie der Universität Hamburg und dem Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung. In einem dreisemestrigen Projektseminar entwickelten Studierende Ideen, wie das komplexe Verhältnis von Mensch und Technik kreativ vermittelt werden kann.
Die Ausstellung stellt den Menschen und seine alltäglichen Erfahrungen in den Mittelpunkt. Sie richtet den Blick auf das, woran wir uns gerade gewöhnen und gewöhnt haben – auf den Umgang mit Handy und Co. Dabei verzichtet sie weitestgehend auf erklärende Texte, vielmehr laden elf Module zum Nachdenken und zum Dialog ein: Schicken Sie in der Visionsbox eine E-Mail in die Zukunft. Erleben Sie eine Telefonzelle als Opferbox. Notieren Sie in der Bedeutungswerkstatt eigene Erfahrungen. Setzen Sie „gefühlte Entfernungen“ ins Bild. Beobachten Sie den „homobil“. Lassen Sie sich von der Assoziationstapete zum Nachdenken über Design anregen. Sprechen Sie mit einem nicht-menschlichen Wesen. Und: Entsorgen Sie Ihr altes Mobiltelefon in die „Handy-Mülleimer“ - die Alt-Handys kommen der Hamburger Tafel e.V. zugute.
Museum für Kommunikation Hamburg
Gorch-Fock-Wall 1
20354 Hamburg
Tel.: 040/ 357 636 0
Fax: 040/ 357 636 20
E-Mail: mk.hamburg[at]mspt.de
www.museumsstiftung.de/hamburg
Hier kann der
Flyer zur Ausstellung als pdf-File runtergeladen werden
TK-Kolleg - 15. Jan, 14:04
wünscht das Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung den LeserInnen seines Weblogs und allen KollegInnen und FreundInnen.
Wir werden mit mindenstens zwei neuen Projekten im Laufe des Jahres beginnen und somit gibt es gute Gründe hier ab und an vorbei zu schauen.
Klaus Schönberger
kschoenberger - 2. Jan, 21:35
Nils Zurawski wird nächstes Jahr Mitarbeiter des Forschungskollegs Kulturwissenschaftliche Technikforschung werden. Er wird das jüngst bewilligte DFG-Projekt "Verbraucher und Konsum(kontroll)technologie – Nutzereinstellungen, -Wissen und Technikaneignung" bearbeiten:
Grund genug auf diesen jüngst von ihm herausgegebenen Band hinzuweisen:
Nils Zurawski (Hrsg.): Surveillance Studies
Perspektiven eines Forschungsfeldes. 2007. 183 Seiten. Kart. 19,90 Euro (D), 20,50 Euro (A), 34,70 SFr. ISBN 978-3-86649-059-8
Aus dem Waschzettel des Barbara-Budrich-Verlags:
Am Beginn des 21. Jahrhunderts sind die gesellschaftlichen
Konsequenzen neuer Formen der Sammlung, Verwendung und Vernetzung von Daten zur Überwachung und Beeinflussung von Menschen und Gruppen noch nicht vollends absehbar.
Mit den Surveillance Studies können die Bedingungen und Diskurse von Sicherheit, Überwachung und Kontrolle im Rahmen einer interdisziplinären Forschungsinitiative analysiert werden. Verschiedene Perspektiven werden hier einführend dargestellt.
Beiträge aus der Rechtswissenschaft, der Kriminologie, der Geographie, Soziologie und Kunstgeschichte zeigen welche unterschiedlichen Perspektiven es gibt, um die komplexen und folgenreichen Zusammenhänge zu verstehen oder zukünftige Entwicklungen einzuschätzen. Die verschiedenen Perspektiven ergänzen sich zu einem Gesamtbild, welches die Strukturen und Feinheiten dieser Entwicklungen deutlich macht. Die Beiträge gehen dabei auf grundsätzliche Probleme bei der Analyse von Überwachung aus ihrer jeweiligen Sicht ein und bieten so eine kompakte Übersicht über ein spezifisches, in dieser Hinsicht neues Forschungsfeld. Weiterhin zeigen sie wie vielschichtig der Einfluss der von Überwachungstechnologien und Kontrolldiskursen auf unser tägliches Leben tatsächlich ist. Als einführende Texte bieten Analysen und Diskussionen - vor allem jenseits aller akademischen Debatten.
Aus dem Inhalt:
· Christiane Schulzki Haddouti, Gläserner Bürger 2.0
· Eric Töpfer, Videoüberwachung – eine Risikotechnologie zwischen
Sicherheitsversprechen und Kontrolldystopien
· Tobias Singelnstein und Peer Stolle, Von der sozialen Integration
zur Sicherheit durch Kontrolle und Ausschluss
· Manfred Rolfes, Konstruktion und Konstrukteure sicherer und
unsicherer Räume. Beiträge aus der Sicht der Geographie
· Nils Zurawski, Wissen und Weltbilder. Konstuktionen der
Wirklichkeit, cognitive mapping und Überwachung.
· Gisbert van Elsbergen, Kriminologische Implikation der
Videoüberwachung
· Gerrit Hornung, Über Möglichkeiten und Grenzen der rechtlichen
Bewertung neuer Überwachungstechnologien
· Martin Henatsch, Kunst im Spannungsfeld von Sicherheit und
Freiheit
Der Herausgeber:
Dr. Nils Zurawski, Wiss. Mitarbeiter, Institut für kriminologische Sozialforschung, Universität Hamburg (Leiter DFG-Projekt „Videoüberwachung“)
kschoenberger - 12. Dez, 15:07
So lautet der Titel eines seit 1.11. 2007 am Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung am Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie der Universität neu angelaufenen Drittmittelprojekts:
In dem im Bereich
Innovations- und Technikanalyse vom BMBF für zwei Jahre geförderten Vorhaben sollen mit einem biographischen Forschungsansatz subjektive Spielkulturen bei Erwachsenen untersucht werden. Ermittelt werden die Einbettung des Spielens und Online-Spielens im Lebensverlauf, sowie die Relevanz des Computerspielens im Rahmen einer alltäglichen Spielkultur.
In der allgemeinen Wahrnehmung sind die typischen Spieler von Computer- und Online-Spielen Kinder und vor allem männliche Jugendliche. Zunehmend verfügen dabei inzwischen viele Erwachsene über langjährige Computerspielerfahrungen und spielen auch weiterhin Computer- und mittlerweile auch Online-Spiele. Ältere Spieler sind in der öffentlich-medialen Wahrnehmung kaum vorhanden und werden im Kontext von Internet- und Computerwelten – wenn überhaupt – als Senioren adressiert oder etikettiert, denen eine Computerferne unterstellt wird. Wird der demographische Wandel berücksichtigt, dann wird deutlich, dass bei der Gestaltung und Vermarktung von Computerspielen das jugendkulturelle Leitbild zunehmend problematisch wird. Hier bietet die Studie Ansätze, die Aufschluss über die Spielvorlieben, wie -bedürfnisse aber auch über das Selbstbild älterer Nutzer geben. Mit einem biographisch orientierten, erfahrungsnahen Ansatz wird – um diesem Forschungsdesiderat Rechnung zu tragen – die Einbettung des Spielens und Online-Spielens im Lebensverlauf, sowie die Relevanz des Computerspielens im Rahmen einer alltäglichen Spielkultur in den Mittelpunkt gerückt. Damit wird der individuelle Wandel von ‚Spielkarrieren’ im Laufe des Lebens über verschiedene Altersgruppen hinweg in den Blick genommen. Die im Projekt angelegte Frage nach der Spielesozialisation erlaubt es, die jeweilige Bindungskraft von Spielen und Spieltypen zu beschreiben.
Die Bearbeiter des Projekts sind
Gerrit Herlyn und
Helle Meister.
TK-Kolleg - 12. Dez, 11:59