CfP: „Wikis – Diskurse, Theorien und Anwendungen“ (kommunikation@gesellschaft)

Call for Papers

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kommunikation@gesellschaft (//www.kommunikation-gesellschaft.de) ist ein Online-Journal, das sich aus soziologischer, kulturanthopologischer und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive mit alten und neuen Medien auseinandersetzt. Die Herausgeber planen für das Frühjahr 2007 eine Sonderausgabe zum Thema „Wikis – Diskurse, Theorien und Anwendungen“.

Wikis sind vor allem durch den Erfolg der „Wikipedia“ in den letzten Jahren sehr bekannt geworden. Neben der Online-Enzyklopädie werden sie aber auch in anderen Arbeitsfeldern eingesetzt, beispielsweise in der Softwareentwicklung, der Organisations¬kommunikation, in sozialen Bewegungen oder im E-Learning. Zwar sind Anwendungen, mit denen man gemeinsam und von verteilten Orten aus mit anderen an Texten arbeiten kann, nicht wirklich neu, aber die Popularisierung der Online-Kooperation ist ein neues Phänomen, das auch über den Kreis technisch erfahrener Nutzer hinausreicht. Mittlerweile existieren eine Reihe von Forschungsvorhaben und –projekten zu diesem Thema (vgl. beispielsweise den Überblick zur Wikipedia-Forschung unter //de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikipedistik), deren Ergebnisse bislang jedoch noch nicht angemessen in den akademischen Diskurs eingeflossen sind. Die geplante Sonderausgabe hat daher auch den Zweck, die deutschsprachige Forschung zum Thema Wikis zu bündeln und damit zur öffentlichen Wahrnehmung beizutragen.

Mögliche Fragestellungen
, die in Beiträgen für die Sonderausgabe behandelt werden könnten, sind:
  • Erfolgs- und Qualitätsfaktoren: Nach welchen Kriterien ist die Qualität eines Wikis zu beurteilen? Warum „funktionieren“ einige Wikis und andere nicht? Welche Mechanismen beeinflussen die Motivation potenzieller Nutzer, zu einem Wiki beizutragen? Wie ist das Verhältnis von technischen Features/Optionen und sozialen Prozessen, die gemeinsam die Nutzung von Wikis bestimmen? Welche gesellschaftlichen Diskurse über die Wertigkeit kollaborativer Wissensformate werden beispielsweise in der Auseinandersetzung um Wikipedia verhandelt? Wie verändert sich die Wertigkeit von Wissen, wenn es nicht mehr in klassischer Buchform zugänglich wird (Stichwort „Popularisierung des Wissens“)?
  • Einsatzzwecke und Praktiken: In welchen Feldern werden Wikis eingesetzt und wie sind die Erfahrungen dabei? Welche Rolle spielt der Kontext des Einsatzes für inhaltliche und formale Qualitäten der Texte? Existieren unterschiedliche „Wiki-Praktiken“, sowohl für Autor/innen als auch für Leser/innen, und wenn ja, wodurch sind sie bestimmt? Wie verändert sich die Rolle von Mediatoren oder die Bedeutung von kulturellem Kapital im Spannungsfeld von kollaborativer Qualitätssicherung und Massenverachtung?
  • Strukturprinzipien von Wikis: Welche hypertextuellen und sozialen Strukturen bilden sich bei der Nutzung von Wikis heraus? Welchen Einfluß haben solche emergenten Strukturen im Vergleich zu „vorgängigen“ Strukturierungen wie beispielsweise organisatorischen Hierarchien oder stabilen Informationssammlungen? Welche Kommunikations- und Handlungsmuster entwickeln sich auf der Grundlage der software-technischen Vorgaben?
  • Wikis und Social Software: Inwiefern hängen Wikis mit anderen Anwendungen aus dem Bereich der „Social Software“ zusammen, inwiefern sind sie von ihnen abzugrenzen? Welche Veränderungen ergeben sich aus der Diffusion solcher Anwendungen für Informations-, Identitäts- und Beziehungsmanagement? Wie sind Wikis in einer historischen Analyse kollaborativer Software-Anwendungen einzuordnen? Welches historische Alltagswissen über Enzyklopädien und Lexika fließt beispielsweise in die Schreibpraktiken und Schreibvorgaben für Wikipedia ein?
  • Methodologie der Wiki-Forschung: Mit welchen Methoden können die kommunikativen und sozialen Prozesse untersucht werden, die die Nutzung von Wikis bestimmen? Welche Verfahren existieren, um die Strukturen der entstehenden hypertextuellen und sozialen Netzwerke zu analysieren?
  • Wiki-Forschung als Teil einer Sozialtheorie: Welche Lehren lassen sich aus Untersuchungen von Wikis für andere sozialtheoretische Fragestellungen, beispielsweise zur Diskussion um die Veränderung von Wissens- oder Arbeitsprozessen ziehen? Verändern oder stabilisieren Wikis grundlegende soziale Phänomene wie Kooperation, Öffentlichkeit, Expertentum oder Partizipation? Welche Antworten gibt eine kulturhistorische Perspektive auf die Frage nach der Diffusion und dem Zugänglich-Machen von Wissen?
Neben Aufsätzen, die theoretisch-konzeptionelle und/oder empirische Fragestellung behandeln (auf ca. 15-20 Seiten), können auch kürzere Forschungsnotizen veröffentlicht werden, die Ergebnisse aus laufenden Forschungsprojekten berichten (auf ca. 5-15 Seiten).


Zeitplan


15. Dezember 2006
Einreichen eines ca. einseitigen Exposés der Autor/innen
bis 15. Januar 2007
Rückmeldung seitens der Herausgeber über Aufnahme in Sonderausgabe
31. März 2007
Abgabe der Manuskripte; gegebenenfalls erfolgt Rückmeldung mit Bitte um Korrekturen durch Herausgeber
Mai/Juni 2007
Online-Publikation der Sonderausgabe


Kontakt zu den Herausgebern
  • PD Dr. Christian Stegbauer, Institut für Gesellschafts- und Politikforschung, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Goethe-Universität, D-60054 Frankfurt, E-Mail: stegbauer[at]soz.uni-frankfurt.de
  • Dr. Klaus Schönberger, Forschungskolleg kulturwissenschaftliche Technikforschung, Institut für Volkskunde der Universität Hamburg, ESA 1 (Flügelbau West), Edmund-Siemers-Allee 1, D-20146 Hamburg, E-Mail: klaus.schoenberger[at]uni-hamburg[dot]de
  • Dr. Jan Schmidt, Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“, An der Universität 9/501, D-96045 Bamberg, E-Mail: jan.schmidt[at]split.uni-bamberg.de

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Gerrit Herlyn
Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.








Anika Keinz, Klaus Schönberger und Vera Wolff (Hrsg.)
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