Klaus Schönberger: Technik als Querschnittsdimension & Weblogs in Frankreich und Dtl.

Kaum kommen die TeilnehmerInnen des dgv-Kongresses aus Mainz nach Hause, so finden die Mitglieder der dgv die neueste Ausgabe der Zeitschrift für Volkskunde in ihren Briefkästen. Darin ist auch ein Beitrag des Wissenschaftlichen Koordinators des Forschungskollegs Kulturwissenschaftliche Technikforschung veröffentlicht, der sowohl programmatisch als auch beispielhaft das Anliegen eines der größten Forschungsverbundes der Nachfolgedisziplinen der Volkskunde diskutiert:

Schönberger, Klaus: Technik als Querschnittsdimension Kulturwissenschaftliche Technikforschung am Beispiel von Weblog-Nutzung in Frankreich und Deutschland. In: Zeitschrift für Volkskunde 103 (2007) 2, S. 197-222.


"Die Bedeutung von Technik wird zwar universal, der soziokulturelle Wandel geht aber nicht im technischen Wandel auf, sondern die Technik unterstützt, ermöglicht oder verstärkt spezifische soziale Praxen und ihre soziokulturellen Praktiken in sehr unterschiedlicher Weise. Die Technik fungiert in diesem Sinne als Enabling-Potenzial und hat nicht eine Folge, sondern ermöglicht ganz unterschiedliches Handeln und damit auch differenziert zu betrachtende Formen des Wandels wie im Übrigen auch der Persistenz. Die technische Genese medienkultureller Artefakte, ihr sozio-technisches Potenzial im Alltag und der soziokulturelle Wandel sind in vielfacher Weise und nicht in unilinearer miteinander Weise verschränkt. Kulturwissenschaftliche Technikforschung untersucht daher Technikgenese und Techniknutzung im Sinne einer Querschnittsdimension. Insofern geht es also nicht darum, den volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Kanon zu erweitern oder zu rekapitulieren, als vielmehr die Konsequenz daraus zu ziehen, in welcher Weise Technik in immer mehr Lebensbereichen omnipräsent ist und diese vom Zusammenspiel mit Technik geprägt werden. In diesem Sinne wird hier Technik als Querschnittsdimension verstanden und im Idealfall mittels dreier Perspektiven in eine multiperspektivische Kulturanalyse integriert.
(...)
Verschiedene Aspekte des Konzepts Kulturwissenschaftliche Technikforschung sollen im Folgendem am Beispiel der „Erscheinung“ des neuen Medienformates Weblog im Internet konkretisiert werden. Der Ausgangspunkt ist dabei die Frage, in welcher Weise die unterschiedlichen NutzerInnenzahlen und Nutzungsmuster von Weblogs in Frankreich und Deutschland erklärt werden können. Ausgehend von der Kritik der bisher vorliegenden kulturalistischen und technikdeterministischen Hypothesen, soll im Rahmen dieses Beitrags unter Zuhilfenahme des multiperspektivischen Ansatzes der Kulturwissenschaftlichen Technikforschung ein grundlegenderes Verständnis dieser Unterschiede diskutiert werden."


Zur Zeitschrift für Volkskunde

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Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.








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