Tagungen

 

Erscheinungen des Sakralen - Tagung der Isa-Lohmann-Siems-Stiftung Hamburg

Seit geraumer Zeit zeichnet sich eine Renaissance des Religiösen ab. Glaubensfragen rücken wieder mehr ins allgemeine Bewusstsein. Gegenwärtige Tendenzen zeigen sich in fortwährenden Säkularisierungsprozessen, die Einfluss auf scheinbar fest verankerte Traditionen nehmen, aber auch in der Revitalisierung überkommener oder der Schaffung neuer Glaubensgemeinschaften. Vor diesem Hintergrund nimmt die Tagung Erscheinungen des Sakralen in den Blick.
Befragt werden sowohl genuin als auch quasi-religiöse Phänomene. Bilder, Symbole und Rituale wandeln sich. So sind etwa einige der im Zuge der Säkularisierung aus dem christlichen Kontext gelösten Zeichen und Handlungen heute ihrer dortigen Bedeutung entleert. Damit stehen sie einer profanen Aneignung und Umnutzung zur Verfügung. Teils ist mit ihnen allerdings weiterhin der Anspruch verbunden, zur Sinnstiftung in modernen Gesellschaften beizutragen. In dieser Funktion können sie als Äquivalente oder Ersatzformen von Religion betrachtet werden.
Solche Metamorphosen werfen Fragen auf: Welche historischen Prozesse haben diese Veränderungen herbeigeführt? Welche medialen Entwicklungen haben neue Ansichten und Handlungsweisen ermöglicht? Im interdisziplinären Austausch werden im Verlauf der Tagung Ursachen und Auswirkungen von Transformationen des Sakralen untersucht.

Ort:
Warburg-Haus, Heilwigstr. 116, 20249 Hamburg

Kontakt und Anmeldung:
http://ils-stiftung.de/tagungen/index.html

Tagungsgebühr:
15 € (inkl. Verpflegung im Tagungsgebäude)
für Studierende kostenlos

Leitung:
Dorothee Böhm
Frances Livings
Andreas Reucher



Programm

Freitag, 11. April

12.45 Uhr Begrüßung

13.15 Uhr Wilhelm Gräb, Berlin
Sinnsuche. Transformationen des Religiösen in der modernen Kultur

14.00 Uhr Kristin Marek, Bochum
Museum oder Mausoleum? Vom Umgang der Kunst mit den Toten

14.45 Uhr Frances Livings, Pasadena
Tod, Transformation und Manipulation. Zeitgenössische Kunst im Schnittpunkt von Naturwissenschaft und Religion

15.30 Uhr Kaffee

16.00 Uhr Sabine Bobert, Kiel
Die Wege der Toten im Gegenwartskino

16.45 Uhr Dorothee Böhm, Hamburg
Religiöse Phänomene in Kunst und Popkultur der Gegenwart

17.30 Uhr Buffet

19.00 Uhr Ausstellungsbesuch im Bucerius Kunst Forum
Schrecken und Lust. Die Versuchung des Heiligen Antonius von Hieronymus Bosch bis Max Ernst
Einführung: Michael Philipp, Kurator der Ausstellung


Samstag, 12. April

9.30 Uhr Christel Köhle-Hezinger, Jena
Das Sakrale und das Konfessionelle. Zur Frage von Differenz und Übergang

10.15 Uhr Andreas Reucher, Hamburg
Vermittelte Religion. Zum Verhältnis von Pfarrer und Volk im Norddeutschland des 19. Jahrhunderts

11.00 Uhr Pause

11.30 Uhr Frank-Michael Kuhlemann, Bielefeld
Die Konfessionalisierung der Nation. Beziehungen zwischen Religion und Politik im deutschen Nationalismus des 19. Jahrhunderts

12.15 Uhr Ulrike Brunotte, Berlin
‚Heldenopfer’ und Enthusiasmus des Sterbens. Zur Sakralisierung des Todes um 1900

13.00 Uhr Buffet

14.00 Uhr Peter Berghoff, Duisburg
Politische Religion und das Problem des Bösen

14.45 Uhr Schlussdiskussion
 

Szenarien der Zukunft: Technikvisionen und Gesellschaftsentwürfe im Zeitalter globaler Risiken

Es sei auf die Ankündigung der interdisziplinären Tagung "Szenarien der Zukunft: Technikvisionen und Gesellschaftsentwürfe im Zeitalter globaler Risiken" verwiesen.

Die Tagung findet am 18./19. Oktober 2007 an der RWTH Aachen statt. Sie wird vom Interdisziplinären Forum Technik und Gesellschaft, einer Querschnittseinrichtung aller Fachbereiche der Aachener Universität, veranstaltet und richtet sich insbesondere an Wissenschafter, Experten und Nachwuchskräfte aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Unternehmen und öffentlichen Institutionen.

Zum Programm der Tagung

Aus der Ankündigung:

Die Tagung „Szenarien der Zukunft“ setzt die 1986 etablierte Reihe der Inter­disziplinären Hochschulkolloquien des Forums Technik und Gesellschaft fort. Diese Reihe ist eine innerhalb und außerhalb der Hochschule viel beachtete Plattform für die Diskussion globaler und gesellschaftlicher Themen, die sich aus der Entwicklung und dem Einsatz moderner Technologien ergeben. Nachdem in den vergangenen Jahren die Themen „künstlicher Mensch“ (2000), „Globalisierung“ (2002) und „digitale Spaltung“ (2004) behandelt wurden, steht nun die Wechselwirkung von Technikvisionen und Gesellschaftsutopien im Mittelpunkt.

Die Tagung verfolgt mit dieser Themenwahl drei Ziele:

a) Sie fragt nach der Rolle von Wissenschaft und Technik in den Zukunfts­entwür­fen und Utopien der Moderne sowie umgekehrt nach der Bedeutung von Utopien für die Entwicklung der wissenschaftlich-technischen Zivilisation.

b) Sie bezieht das Verhältnis von Technikvisionen und Gesellschaftsentwürfen auf konkrete Zukunftstechnologien wie Life Sciences, Informations- und Kommuni­kationstechnologien und den Städtebau.

c) Sie setzt die behandelten Technologien und Technikvisionen zu den globalen Risiken des 21. Jahr­hun­derts in Beziehung und zeigt Möglichkeiten auf, diese für nach­haltige Lösungsstrategien nutzbar zu machen.

Nach einem Eröffnungsvortrag des Generalsekretärs des Club of Rome Uwe Möller werden zunächst aus kulturwissen­schaft­licher Sicht die Wechselwirkungen von Technikvisionen und Zukunftsentwürfen umrissen. In drei aufeinander folgenden Sektionen werden Natur-, Kultur- und Ingenieurwissenschaftler Technikvisionen für die genannten Technologiebereiche diskutieren. Als gemein­samer Leitgedanke jeder dieser Sektionen wird der Bezug zum globalen Problem­horizont hergestellt. Eine mit Zukunftsforschern und Foresight-Experten internationaler Organisationen besetzte Abschlusssektion sowie ein Abschlussvortrag von Franz-Josef Radermacher werden diese Leitfrage aufgreifen und Schlussfolgerungen für Akteure im Span­nungs­feld von Wissenschaft, Technik und Gesellschaft ziehen.


Anmerkung:
Hier wäre durchaus darüber zu streiten was "aus kulturwissenschaftlicher Sicht" meint. Es hat den Anschein: Geliftete Geisteswissenschaften? Und zwei Fragen stellen sich erneut:
Welche Technikgeschichte und wo sind hier die NutzerInnen?
 

Konferenz: "Computervermittelte Kommunikation als Innovation"

Karlsruhe, 02. bis 04. November 2006

Kooperation der DGPuK-Fachgruppe „Computervermittelte Kommunikation“ mit dem ZKM | Institut für Medien, Bildung und Wirtschaft


Die Fachgruppe "Computervermittelte Kommunikation" (CvK) der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) veranstaltet vom 02. bis 04. November 2006 in Kooperation mit dem ZKM | Institut für Medien, Bildung und Wirtschaft in Karlsruhe die Tagung "Computervermittelte Kommunikation als Innovation". Dabei geht es in diesem Jahr aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der Fachgruppe neben der Diskussion aktueller Forschungsbeiträge auch um einen Rückblick auf die Geschichte dieses Forschungsbereichs sowie um einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen. Das ZKM ist hierfür ein idealer Kooperationspartner: Es setzt sich in Theorie und Praxis mit den Neuen Medien auseinander und reagiert dabei auf die schnellen Entwicklungen der Informationstechnologien und den stetigen Wandel der sozialen Strukturen.

Neben Fachvorträgen zu Themen wie Innovationen und Medienentwicklung, soziale Vernetzung, politische und kulturelle Aspekte der computervermittelten Kommunikation sowie Beiträgen zum Methodenfortschritt bietet die Tagung zudem fünf interessante Gastvorträge. Hierzu zählen u.a. Daryl Lindsey (Ressortleiter Spiegel International) und Prof. Dr. Gerhard Vowe (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf).

Übergreifendes Thema in der CvK-Forschung ist die Analyse wirtschaftlicher, technischer und sozialer Konvergenzprozesse, die durch die Digitalisierung von Kommunikation und neue Social Software Anwendungen vorangetrieben wird. Hier stehen nicht nur die Chancen und Potenziale der Vernetzung, Mobilität und Virtualisierung im Vordergrund, sondern auch Herausforderungen bezüglich einer Fragmentierung der Öffentlichkeit, Konzentration der Anbieter und neuen Formen der Informationsfilterung oder -selektion.

Das Programm sowie weitere Informationen bzgl. der Anmeldemodalitäten entnehmen Sie bitte der Tagungshomepage. Kontakt: Vanessa Diemand ZKM | Institut für Medien, Bildung und Wirtschaft Lorenzstr. 19 D-76135 Karlsruhe Tel: 0721-8100-1032 Fax: 0721-8100-1039 E-Mail: diemand[at]zkm.de Dr. Simone Kimpeler Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) Breslauer Str. 48 D-76139 Karlsruhe Tel: 0721-6809-318 Fax: 0721-6809-315 E-Mail: s.kimpeler[at]isi.fraunhofer.de
 

Nach dem 22C3

Der Kongressband zum 22. Chaos Communication Congress kann jetzt als PDF heruntergeladen werden => 22C3 Proceedings (17,1 MB). Ebenfalls verfügbar sind Videoaufnahmen der einzelnen Vorträge, demnächst auch in anderen Dateiformaten als wmv.
 

Konferenz: Berlin-Brandenburg im Kalten Krieg (28.-29.01. 2006)

Das ZZF Potsdam lädt in Kooperation mit der Historischen Kommission zu Berlin, Potsdam zur Konferenz "Berlin-Brandenburg im Kalten Krieg 1948-1975. Wissenschaft, Technik, Kultur und Alltag im "Schaufenster"" ein (28.01.2006-29.01.2006).

Hier die Ankündigung:

Die Veranstaltung fügt sich als ein geschichtswissenschaftliches
Experten-Podium in die Workshopreihe am ZZF über die Spezifika des Kalten Krieges im Verflechtungs- und Teilungsraum Berlin-Brandenburg ein. Anhand neuer Forschungsergebnisse zu ausgesuchten Bereichen der regionalen Systemauseinandersetzung wird zum einen die Tragfähigkeit der in den letzten Jahren entwickelten Ideen und Konzepte (Konkurrenz und "Schaufenster") erprobt. Zum anderen dient der Workshop der Diskussion von institutionell übergreifenden Fachproblemen und weiterführenden Fragen und somit auch der Klärung des Problems, wie sich die Perspektiven der einschlägigen Forschung gestalten könnten. Gleichfalls sollen die Möglichkeiten von Kooperationsbeziehungen zwischen den mit der Problematik befassten Institutionen und Wissenschaftlern weiter erörtert werden.

Hier die Programmteile, die sich auf Wissenschaft, Technik und Alltag beziehen:

Fr. 27.1. 2006:
Erster Abschnitt: Wissenschaft (Moderation: Konstantin Goschler, HUB)

11.00 - 11.20
Igor J. Polianski (ZZF Potsdam): Zwei "Seelen" einer gespaltenen Stadt. Der Nachkriegsberliner zwischen Pawlow und Freud.

11.20 - 11.40
Ina Dietsch (HUB): Auseinandersetzungen um eine sozialistische
Ethnographie. Volks- und Völkerkunde im Nachkriegs-Berlin.

Zweiter Abschnitt: Technik (Moderation: Rainer Karlsch, Berlin)

15.00 - 15.20
Burghard Ciesla (Berlin): Die Bahn als Systemkonkurrenz

15.20 - 15.40
Ruth Federspiel (Berlin): Tradition und Konkurrenz. Zum Zusammenhang einiger Entwicklungen in der produktionstechnischen Forschung an der TU Berlin (West) und der TU Dresden nach 1950

15.40 - 16.00
Karin Zachmann (TU München): Küchendebatten in Berlin? Die technische Hochrüstung des privaten Haushaltes im Kalten Krieg

16.00 - 16.30 Diskussion

Samstag 28.1. 2006
Vierter Abschnitt: Alltag (Moderation: Thomas Klein, ZZF)

11.45 - 12.05
Melanie Arndt (ZZF Potsdam): Pillen gegen den Kommunismus?
Medikamentenhilfen und Patientenbetreuung in der geteilten Region.

12.05 - 12.25
Frank Roggenbuch (ZZF Potsdam/Stiftung Aufarbeitung): Der
Eisenbahnerstreik 1949. Alltagspolitische Hintergründe und Auswirkungen eines systemübergreifenden Konflikts.

12.25 - 12.50 Diskussion

12.50 - 13.20 K a f f e e p a u s e

13.20 - 13.40
Wolfgang Ribbe (HIKO): Wohnen im geteilten Berlin

13.40 - 14.00
Anne Kaminsky (Stiftung Aufarbeitung): Konsum im doppelten
"Schaufenster". Die 50er und 60er Jahre in der Region
Berlin-Brandenburg.

14.00 - 14.30 Diskussion


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Adresse des Tagungsraumes:
ZZF
Am Neuen Markt 9d
14467 Potsdam

Anmeldung:
Igor Polianski
polianski [at] zzf-pdm[punkt]de

Homepage:
 

Darmstadt: Konferenz "Technisierung/Ästhetisierung - Technological and Aesthetic"

Technisierung/Ästhetisierung - Technological and Aesthetic (Trans)Formations of Society

Darmstadt Technical University, October 12 to 14, 2005
Homepage

For the past nine years, the interdisciplinary graduate college “Technisierung und Gesellschaft” considered the technological (trans)formation of society. As the last cohort of doctoral students concludes its studies, the final conference widens the perspective and brings past researches to bear on the interplay of technological and aesthetic dimensions of formative processes in contemporary societies.

By foregrounding process, the conference goes beyond the iconic turn in science and technology studies. Rather than focus on images, it will explore the work that goes into producing self and society in the image of technology. This work involves constructions of time and space, it negotiates forces of globalization and localization, it construes self and nature as subject and object of technological shaping. This work also produces tensions between and among aesthetic and technological ideals.

Plenary Speakers:

Michael Hagner (Zürich, Switzerland)
A Brief History of Picturing Thoughts
Wolfgang Krohn (Bielefeld, Germany)
Aesthetics of Technology as Forms of Life
Jeffrey Meikle (Austin, USA)
Shifting Signifiers: Design as Mediator of Technology, Art, and Society
Thomas Sieverts (Bonn, Germany)
The role of aesthetics in designing on a scale of the city regions
Christa Sommerer (Gifu, Japan)
Interface Culture - the Art and Science of Invention
Gernot Böhme (Darmstadt, Germany)
Technical Gadgetery. Technology in the Context of Aesthetic Economy



There will be panels on:

Aesthetic Anticipation

Art, Technosciences, and Social Criticism

Metaphors in Science and Technology

The Aesthetic Dimensions of Warfare

Urban Spaces and Private Quarters

Lifeworlds - Natural or Artificial?

Technologies of Visualization

Normalizing by Images – Imaging Normalization

Design between Technology and Aesthetics

Technology as a Medium in the Arts

Normalizing and Cultural Technology Assessment

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Graduiertenkolleg 'Technisierung und Gesellschaft'

TU Darmstadt
Magdalenenstr. 10
TU-Kraftwerk
64283 Darmstadt
Tel.: 06151-164986

tagung-graduiertenkolleg [at] ifs-tu-darmstadt.de

Zum Programm
 

Konf. WEBLOGS, PODCASTING & VIDEOJOURNALISMUS (Karlsruhe ZKM

Neue Medien zwischen demokratischen und ökonomischen Potentialen
23. - 24. September 2005
ZKM-Vortragssaal, Beginn jeweils 10:00 Uhr, Eintritt frei

ZKM_Tagung

Drei neue Kommunikationsformen - WEBLOGS, PODCASTING UND VIDEOJOURNALISMUS - revitalisieren Erwartungen, die bereits in den 1990er Jahren mit dem Internet und der dadurch gegebenen Möglichkeit einer breiten, direkt-demokratischen Teilhabe verknüpft waren. Scheinbar entgegengesetzt hierzu, werden die Potentiale derselben interaktiven und barrierefreien Medien zunehmend auch im Bereich der strategischen Kommunikation der Public Relations genutzt.

Die Tagung WEBLOGS, PODCASTING & VIDEOJOURNALISMUS - NEUE MEDIEN ZWISCHEN DEMOKRATISCHEN UND ÖKONOMISCHEN POTENTIALEN wird das bislang vernachlässigte Spannungsfeld der privaten, politischen und ökonomischen Ausrichtung neuer Kommunikationstechnologien behandeln. In enger Verbindung hierzu steht auch der mögliche Einfluss jener Medien auf einen Wandel der Öffentlichkeit.

Erwartungen, die eine grundlegende Veränderung von Kommunikationsprozessen durch neue Technologien betreffen, sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Zur kritischen Diskussion stehen sowohl quantitative Zugangschancen als auch Auswirkungen auf die inhaltliche Qualität.

Die Einsatzmöglichkeiten Neuer Medien wandeln sich derart rasant, dass eine wissenschaftliche Analyse ihnen nur im Austausch mit den eigentlichen Nutzern gerecht werden kann. Ziel der von der Fritz Thyssen Stiftung unterstützten Tagung ist es deshalb, die Vorgehensweise, Motive und Ziele der Anwender sowohl aus dem non-profit, als auch aus dem for-profit Bereich vorzustellen. Im Anschluss daran wird mit Hilfe von interdisziplinären Forschungsvertretern die aktuelle Entwicklung von neuen Kommunikationsmedien in ihrer Wechselwirkung mit demokratischen und ökonomischen Potentialen analysiert.

Abseits von utopischen und apokalyptischen Prognosen stellt sich deshalb die Frage: Wie wirkt sich die Verbreitung neuer kommunikativer Spielarten auf politische, soziale und wirtschaftliche Diskurse aus und welche Konsequenzen zieht eine zunehmende Verschmelzung jener Diskurse nach sich?

Weitere Informationen zur Tagung

Zum Programm

Konf: Netzwerke - Modalitäten soziotechnischen Regierens (Zürich)

Konf: Netzwerke - Modalitäten soziotechnischen Regierens /
Networks - Modalities of Socio-Technical Governance
- Zürich 09/05
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Lehrstuhl für Technikgeschichte der ETH Zürich, Zürich
26.09.2005-28.09.2005, Collegium Helveticum (ETH), Schmelzbergstr. 25, Zürich

Die Virulenz von Netzwerken
Ohne Frage ist 'Netzwerk’ zu einer der dominanten Strukturbeschreibungen der Gegenwart avanciert. Wenn Ökonomen und Politologen von Netzwerken sprechen, wenn Sozial- und Kommunikationswissenschaftler eine Netzwerkgesellschaft entstehen sehen, beziehen sie sich auf eine Ausbreitung von Formen verteilter, weitgehend kommunikationstechnisch basierter Gesellschaftlichkeit. Ökonomische und politische Macht bildeten sich ebenso wie soziokulturelle Zusammenhänge in Form vernetzter Architekturen aus, überall seien vernetzte und netzförmige Abläufe, Organisationen und Institutionen am Werk. Als topologischer bzw. morphologischer Begriff, der ein mehr oder weniger dichtes Geflecht von Linien und Knoten, von Kanälen und Kreuzungen bezeichnet, wird mit dem Verweis auf Netzwerke in mehrfacher Hinsicht eine Absetzbewegung von klassischen Denkmodellen, Organisations- und Institutionalisierungsformen der Moderne markiert: Netzwerke lösen die klassischen Bilder des Staates als einer Maschine, eines Organismus oder eines territorialen Körpers ab; die pyramidalen, hierarchisch angeordneten, linear abgezirkelten Organigramme von Institutionen und Organisationen weichen einer flach hierarchisierten, modular angeordneten, kommunikativ dicht gekoppelten Matrix; kulturell werden die zwischen globaler Gesellschaft und Individuen vermittelnden
intermediären Instanzen, von der Familie bis zu nationaler Kultur,
tendenziell von den Einflüssen globaler Medien- und Kommunikationsflüsse überlagert. Netzwerke werden als tragender Grund der zentralen Momente der Globalisierung gesehen und zugleich als Form, in der eine Reorganisation sozialer Einheiten stattfindet. Verkehrs-, Informations- und soziale Netzwerke gelten als Träger einer informationellen Ökonomie, als Basis der Transnationalisierung von Waren-, Finanz- und Kapitalströmen, als Ursache der globalen Überlagerung und Amalgamierungen von Ideologien und Imaginationen, als Bedingung globaler Menschenströme.

Netzwerke: Ein Sinnschema

Als dominante Strukturbeschreibung allerdings funktioniert der Begriff nicht allein in deskriptiv-analytischer Form. Noch jede Form der Analyse kehrt als reflexives Moment in soziale Praktiken zurück, entfaltet eine prognostische Kraft. Insofern wirkt die Diagnose des „Aufstiegs der Netzwerkgesellschaft“ als Appell: „Vernetzung“ wird zum Imperativ.

Netzwerk wird zum handlungsleitenden Konzept, zur wirksamen Metapher, zur Regierungstechnologie. Das Konzept birgt, produziert und formuliert Wissen und Praktiken, andere wie auch sich selbst zu beherrschen, zu führen und zu kontrollieren. Genau dieser Funktion von Netzwerken gilt das Augenmerk des Symposiums. Nicht, ob Netzwerke eine neue Form gesellschaftlicher Metastruktur bilden, steht zur Debatte, ausgelotet werden vielmehr die ordnungsstiftenden, regulierenden, kontrollierenden Momente, die Netzwerkpraktiken – Diskursen, materiellen und strukturellen Installationen, Umgangsformen mit und Verhaltensformen in
Netzen – implizit oder explizit eingeschrieben sind. Die Rede vom
Netzwerk lässt sich daher als praktisch wirksamer „Interdiskurs“ (Jürgen Link) begreifen, als ein Bild, das zwischen unterschiedlichen Feldern vermittelt, das Analogiebildungen zwischen heterogensten Bereichen erlaubt und mit dem sich die Durchsetzung eines bestimmten Sinnschemas verbindet. Genau damit wird die Brücke von der Deskription zur Praxeologie geschlagen. Das Sinnschema rückt drei Themen in den Vordergrund. Erstens streicht es die Komplexität eines beschriebenen, zu begreifenden oder zu steuernden Feldes, dessen Offenheit, Vielschichtigkeit und Unabschließbarkeit heraus; zweitens die Bedeutung der Relationen, der Wechselwirkungen, der Kommunikations- und Interaktionsbeziehungen, die in einem Feld existieren oder in Existenz gesetzt werden sollen; drittens die Unordnung und das Chaos, das in einem Feld herrscht, dem aber zugleich Kräfte der Selbstorganisation innewohnen, die es produktiv zu nutzen und zu bändigen gelte.

Netzwerke: eine Regierungstechnik
Ob sich das Sinnschema auf beschleunigte Märkte bezieht, auf diffus gewordene geopolitische Machtkonstellationen, auf neue Riskanzen wie die globale ökologische Krise, auf komplexe technologische Gebilde wie das Internet, oder auf unübersichtlich gewordene sicherheitspolitische Felder: Die Diagnose, diese Felder seien von netzwerkförmigem Charakter, impliziert erstens, dass sie nicht mehr mit herkömmlichem, sondern allenfalls mit komplexitätstheoretischen Instrumentarium zu begreifen und zu modellieren sind; sie impliziert zweitens, dass in solchen Feldern traditionelle, d.h. linearbürokratische Organisations- und Operationsformen ihre Rationalität einbüßen; und sie impliziert
drittens, dass die Kräfte in diesen Feldern nicht mehr in klassischer
Weise durch hierarchische Anordnungen zu steuern und zu kontrollieren sind.

Zu den Leitfragen und zum Programm der Konferenz
 

Konf: Der Engpass Mensch-Computer-Interface aus der Langzeitperspektive - Bonn 09/05

GI „Fachgruppe Informatik- und Computergeschichte“ in Verbindung mit dem „Präsidiumsarbeitskreis Geschichte der Informatik“, Bonn
19.09.2005, Universität, HS VII

Jedes Kommunikations- und Informationsmedium bedarf eines „Interface“, über das die Funktionen angewählt, abgewickelt und kontrolliert werden.
Die Gestaltfindung für Bedienschnittstellen und die nutzergerechte
Anpassung sind seit jeher besonders schwierig und langwierig. Die
Annahme neuer Interfaces durch die Nutzer gelingt vielfach gar nicht oder braucht oft Jahrzehnte, wie es Tastatur, Maus und Datenhandschuh belegen. Das Ziel des Workshops ist es, einen Bogen zu spannen von historischen Krisenphasen und Innovationssprüngen der MMK bzw. HCI zur aktuellen Problematik. Diese ist geprägt von einer immer stärker expandierenden multimedialen bzw. multimodalen Funktionalität bei immer kleineren Bedienschnittstellen.

Aus einer Langzeitperspektive sollen die gegenwärtige Interface-Krise multifunktionaler digitaler Medien sowie die Visionen und Konzepte für eine Ablösung von geräteartigen Medien durch den unsichtbaren Rechner im Wearable und Ubiquitous Computing diskutiert werden. Leitfragen der Bestandsaufnahme sind vor allem:
  • die MMI/HCI-Entwicklung zwischen technischer Rationalisierung und Anpassung an Nutzerbedürfnisse
  • die große Bedeutung von Metaphern für die Gestaltfindung und die
    Bedienprozessgestaltung
  • die MMI-Gestaltungsprobleme bei expandierender Funktionalität
  • die zunehmende Entmaterialisierung und Virtualisierung der
    Bedienschnittstellen
  • die ergonomische Problematik zunehmender Geräte-Miniaturisierung
  • die Probleme des mobilen Einsatzes und der „embedded interfaces“
  • die Kontrollprobleme bei den Ersatzlösungen für die Direkte
    Manipulation
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Sitzung 1 · 09:00 – 10:30
- Einführung in den Workshop: Krisenphasen und Innovationssprünge in der Geschichte der MMK / HCI, Hans Dieter Hellige (U Bremen)

- Probleme und historisches Lösungsspektrum bei der Bedienschnittstelle von Rechen- und Schreibmaschinen, Ulf Hashagen (Deutsches Museum München)

- Die ergonomischen Erfindungen der Zuse-Maschinen, Horst Zuse (TU Berlin)


Sitzung 2 · 11:00 – 12:30
- Das Verschwinden der Konsole und die Vorläufer des interaktiven
„User“, Gerard Alberts (Radboud Universiteit, Nijmegen)

- Der Lichtgriffel. Zeigen, Zeichnen und Zeichen mit Licht, Frieder Nake (U Bremen)

- Das Papier in der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine, Hartmut Petzold (Deutsches Museum München)


Sitzung 3 · 14:00 – 15:30
- 60 Jahre nach Memex: Über die Unvereinbarkeit von Desktop- und Web Paradigma, Matthias Müller-Prove (Sun Microsystems GmbH, Hamburg)

- Ambient Intelligence: Auf dem Weg zur Mensch-Computer-Symbiose?,
Michael Friedewald (Fraunhofer Institut für Systemtechnik und
Innovationsforschung Karlsruhe)

- Wege und Irrwege der MMK beim Wearable Computing, Ingrid Rügge (WearLab Bremen)


Sitzung 4 · 16:00 – 18:00
- Verrechneter Kontext. Wandel der Interaktionsparadigmen, Jörg Pflüger (Biesenthal)

- Gestaltung von Benutzungsschnittstellen: Geht es ohne
Design-Kompetenz?, Horst Oberquelle (U Hamburg)

- Die Zukunft der HCI-Entwicklung: Visionen und Ansätze, José L.
Encarnação (Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung
Darmstadt)

- Auf dem Weg zur ultimativen Schnittstelle, Wolfgang Coy (HU Berlin)


Sitzung 5 · 18:15 – 19:00
• Schlussdiskussion, Leitung Wilfried Brauer (TU München)

------------------------------------------------------------------------
Hans Dieter Hellige, Universität Bremen
hellige (at) artec.uni-bremen.de

Michael Friedewald, Fraunhofer ISI
m.friedewald (at) isi.fraunhofer.de

Homepage
 

Tagung: Die neuen Formen der Überwachung: Gesellschaftliche, politische und kulturelle Folgen

Tagung im Rahmen des DFG-Projektes Kultur, Kontrolle, Weltbild - Stadt, Raum und Überwachung des Institut für kriminologische Sozialforschung der
Universität Hamburg

Videoüberwachung, biometrische Merkmale in Reisepässen, digitale Vernetzung von Datenbanken, Rasterfahndung, Terrorbekämpfung, innere Sicherheit und Katastrophenszenarien: Wir sind gerüstet für alle Eventualitäten und Unsicherheiten - Sind wir?

Können wir uns also sicher fühlen? Warum sollten wir uns in Sicherheit wiegen, wenn diese doch immer stärker von technischen Verfahren im Zusammenspiel mit menschlichem Verhalten abhängen? Bedrohen die Technologien und politischen Strategien unsere persönliche Freiheit oder erleichtern sie unser Leben und machen es letztendlich doch sicherer? Welche gesellschaftlichen Entwicklungen stehen hinter den Technologien und den Diskursen, die sie annehmbar und vertrauensvoll erscheinen lassen?

Die Tagung lädt ein diese und andere Fragen der Überwachung zu diskutieren und anhand aktueller Forschungen und politischer Entwicklungen, die möglichen Konsequenzen neuer Formen der Überwachung zu erörtern.


8./9. September 2005
Ort: Universität Hamburg
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Ein Weblog mit Informationen und Meinungen rund um Fragen der Kulturwissenschaftlichen Technikforschung

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Gerrit Herlyn
Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.




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