Conrad-Matschoß-Preis des VDI für Technikgeschichte

Verein Deutscher Ingenieure e. V., Düsseldorf
Bewerbungsschluss: 30.10.2006

Der VDI Verein Deutscher Ingenieure schreibt erstmals einen Preis für Technikgeschichte aus. Mit dem Conrad-Matschoß-Preis will der größte Ingenieurverein Europas Beiträge zur besseren Verständlichkeit der Technikgeschichte fördern und die technikhistorische Forschung unterstützen. Journalisten der schreibenden Zunft, für Fernsehen und Rundfunk, Historiker, Museumsmitarbeiter, Archivare und Denkmalpfleger sind ebenso angesprochen wie interessierte Ingenieure und Naturwissenschaftler.

Prämiert werden deutschsprachige Beiträge in Print- und elektronischen Medien, die bis zum 30. Oktober 2006 erschienen sind. Die Bewerbungsunterlagen bestehen aus dem Beitrag, einer Kurzbeschreibung der Arbeit sowie dem Lebenslauf.

Die Jury legt besonderen Wert auf die fachliche Qualität und gute
allgemeine Verständlichkeit auch und gerade für Fachfremde. Der
Conrad-Matschoß-Preis des VDI ist mit 3.000 Euro dotiert. Die
Preisverleihung erfolgt während der Technikgeschichtlichen Jahrestagung des VDI am 22. Februar 2007 in Düsseldorf.
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Michael Kussmann

Verein Deutscher Ingenieure e. V.
Bereich Technikgeschichte
0211/6214-205/273
0211/6214-150
tub[at]vdi.de

Homepage
 

Zürich: Vom "Volkskundlichen Institut" zum "Institut für populäre Kulturen"

Im Weblog "antropologi.info - Ethnologie in den Medien" fand der Hinweis auf den Fortgang der Umbenennung von Volkskunde-Instituten. Selbst in der Schweiz gibt es nun keine universitären Volkskunde-Institut mehr:

In einem Interview von Unipublic wird der Schritt erläutert:
Zürich

Ueli Gyr, Leiter des Institutes, und Ingrid Tomkowiak, Leiterin der Abteilung Populäre Literaturen und Medien, erklaeren im Uniblatt uniforum die Gruende fuer den Namenswechsel:

"Ende der 1960er Jahren setzte im deutschsprachigen Raum eine grosse Debatte über den Namen des Faches ein. Man war sich einig, dass der Begriff «Volk» ungenau und ideologieanfällig ist. Er war nicht zuletzt im Nationalsozialismus für politische Propaganda missbraucht worden. Die geschichtliche Hypothek war deshalb zu gross und viele volkskundliche Institute wurden umbenannt, beispielsweise in «Europäische Ethnologie», «Kulturwissenschaft» oder «Kulturanthropologie». So trug das Fach bald zahlreiche Namen.

In der Schweiz wurde diese Debatte um den Namen ebenfalls geführt?

Tomkowiak:Ja, denn die damalige Volkskunde betrachtete das «Volk» als eine organisch gewachsene, homogene Einheit, die gleichsam aus sich selbst heraus kulturelle Phänomene wie beispielsweise Märchen und Bräuche hervorbringt. Diese Vorstellung ist so nicht haltbar, hielt man damals fest. Die Alltagskultur wächst nicht nur von «unten», sondern entsteht durch vielerlei gesellschaftliche Impulse und wird beispielsweise auch von der Kulturindustrie geprägt. Dementsprechend begann auch die Volkskunde in der Schweiz ihren Gegenstand komplexer und breiter zu definieren und verstand sich fortan als Kulturwissenschaft.
In der Schweiz wurde diese Debatte um den Namen ebenfalls geführt?



Warum wird der Name zum jetzigen Zeitpunkt gewechselt?


Tomkowiak: Nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Bologna-Reform drängte es sich auf, das Studium neu zu positionieren. Zudem hatte die Volkskunde in den letzten Jahrzehnten eine weitere grosse Entwicklung durchgemacht. Es stand je länger je mehr eine interdisziplinäre Sichtweise im Vordergrund. Auch wir in Zürich verstehen «Populäre Kulturen» als Schnittstellenfach: Ein eigenständiges Fach, welches die Alltagskultur in ihren Mittelpunkt stellt und dabei nicht auf Abgrenzung, sondern auf Offenheit setzt im Kontakt mit anderen Disziplinen wie Soziologie, Geschichte, Literatur- oder Publizistikwissenschaft.


Wie kam es zum neuen Namen «Populäre Kulturen»?

Gyr: Der Begriff umschreibt am besten, was wir tatsächlich untersuchen: Kulturelle Dimensionen des alltäglichen Lebens, die so genannte Alltagskultur oder Lebenswelt. «Kulturen» als Plural wird dabei der vielschichtigen Realität kultureller Phänomene besser gerecht. Gleichzeitig vermag der neue Name neben der Alltagskultur im engeren Sinne auch den Bereich der populären Literaturen und Medien zu umfassen.

Was ist unter «populär» zu verstehen?


Tomkowiak: Der Begriff «populär» kann Unterschiedliches bezeichnen. Einerseits meint er das in einer Gesellschaft Bekannte und Beliebte - beispielsweise Hollywoodfilme oder Popmusik. Zweitens kann als populär bezeichnet werden, was für die breite Bevölkerung speziell geschaffen wurde, um bestimmte Inhalte zu verbreiten – zu «popularisieren». Dies kann beispielsweise eine Stop-Aids-Kampagne mit dem Ziel der Aufklärung sein oder eine kommerzielle Werbekampagne. Zu den Elementen populärer Kulturen gehören drittens Dokumente, in denen Menschen ihr Leben darstellen oder reflektieren, etwa Tagebücher oder Fotoalben.

Wie wird der neue Name des Institutes aufgenommen?

Gyr: Von ausländischen Kolleginnen und Kollegen bekommen wir Rückmeldungen, der neue Name erleichtere die internationale Anschlussfähigkeit des Faches, sei zukunftsweisend und plausibel.

Tomkowiak: Er scheint auch in der Öffentlichkeit bereits Wirkung zu zeigen. Beispielsweise kontaktierten uns Medienschaffende bisher vor allem, wenn sie etwas über die Geschichte der Fasnacht, des 1. April oder über Märchen wissen wollten.

Seit wir Institut für Populäre Kulturen heissen, bekommen wir auch Medienanfragen rund um Bestseller in Literatur und Film oder anlässlich der Fussball-WM zum Beispiel zum Gebrauch der nationalen Farben im Alltag. Obwohl wir durchaus auch Brauchforschung betreiben, freut es uns natürlich, dass wir nun vermehrt als Fach mit einer breiten kulturwissenschaftlichen Ausrichtung wahrgenommen werden."
 

Scholar-in-Residence Programm des Deutsches Museums, München

Das Deutsche Museum, München bietet mehrere attraktive Stipendien für WissenschaftlerInnen, die für die Dauer von 6 oder 12 Monaten mit den ebenso umfangreichen wie vielfältigen Beständen des Museums arbeiten wollen. Das Programm ist international und interdisziplinär ausgerichtet.

Das Museum bietet zahlreiche Möglichkeiten für innovative Untersuchungen naturwissenschaftlicher Prozesse und des kulturellen Wandels der Technik: 1903 gegründet, umfassen seine Bestände rund 100.000 Objekte, ein Archiv mit 4.500 Regalmetern einschließlich einer umfangreichen Sammlung von wissenschaftlichen Fotografien, technischen Zeichnungen, Firmenschriften sowie Nachlässen, und eine Forschungsbibliothek zur Wissenschafts- und Technikgeschichte mit rund 875.000 Bänden, 5.000 Zeitschriften sowie einer bedeutenden Sammlung von libri rari. Die Sammlungen sind historisch gewachsen; dadurch spiegelt sich in den Objekten, Büchern und Archivalien einzelner Wissenschaftler, Ingenieure sowie von Firmen und wissenschaftlichen Institutionen die Geschichte von Experimentalsystemen und Innovationskulturen wider. Die einzigartige Sammlungsstruktur des Museums ermöglicht es den StipendiatInnen, die vorhandenen Objekte, Texte und Bilder zu innovativen, übergreifenden Forschungsansätzen zu verknüpfen und nicht nur die Geschichte, sondern auch die Archäologie von Wissenschaft und Technik zu untersuchen.
Die BewerberInnen werden gebeten, ihre Projekte auf die Sammlungsbestände des Deutschen Museums auszurichten und bei der Formulierung ihrer Forschungsprojekte eng mit MitarbeiterInnen vor Ort zusammen zu arbeiten. Anträge, die darauf abzielen, neue Ansätze objektorientierter Forschung zu erproben, sind besonders willkommen.
Die StipendiatInnen stehen im täglichen Kontakt mit KonservatorInnen, ArchivarInnen und BibliothekarInnen und werden in ihren Arbeiten von den WissenschaftlerInnen des Museums (rund 50 MitarbeiterInnen) sowie des Münchner Zentrums für Wissenschafts- und Technikgeschichte (ebenfalls rund 50 WissenschaftlerInnen) unterstützt.

Die StipendiatInnen erhalten einen eigenen Arbeitsplatz mit PC und Telefonanschluss und haben die Möglichkeit, vorübergehend in den kostengünstigen Apartments des Museums zu wohnen, wenn diese zur Verfügung stehen. Sie werden ihre Projekte zu Beginn ihres Aufenthalts einem kleinen Kreis von KollegInnen vorstellen und sollten bereit sein, sich regelmäßig an den alle zwei Wochen stattfindenden Montagskolloquien zu beteiligen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Ergebnisse der Projektarbeit in Publikationen des Deutschen Museums zu veröffentlichen.
Die Stipendien umfassen für ein volles Jahr in Euro: 15.000 (nicht promoviert) und 30.000 (promoviert). Die Stipendien umfassen für sechs Monate in Euro: 7.500 (nicht promoviert) und 15.000 (promoviert). WissenschaftlerInnen jeder Qualifikationsstufe sind herzlich eingeladen sich zu bewerben, sofern sie ein Universitätsstudium abgeschlossen haben. Alle Nationalitäten sind willkommen. Die StipendiatInnen müssen die Kosten ihrer Krankenversicherung selbst tragen.

Bewerbungsschluss: 30. September 2006,
Auswahl der KandidatInnen: 16.-20. Oktober 2006
Stipendienbeginn: 1. Januar oder 1. Juli 2007

Für die Bewerbung werden die Interessierten gebeten, folgende Unterlagen einzusenden:
1. ausgefüllter Fragebogen (erhältlich unter http://www.deutsches-museum.de/forsch/scholarir/scholarir.htm)
2. Lebenslauf
3. Projektexposee (3-5 Seiten)
4. zwei vertrauliche Empfehlungsschreiben

an folgende Adresse:

Andrea Walther
Koordinatorin des Forschungsinstituts
Deutsches Museum
80306 München
Tel: 00 49 (0) 89 2179-280
Fax: 00 49 (0) 89 2179-239
Email: a.walther[at]deutsches-museum.de

kommunikation@gesellschaft: Tanja Carstensen über diskursive gewerkschaftliche Annäherungen an das Internet

Ein weiterer Beitrag aus der "Arbeitsgruppe Arbeit-Gender-Technik" der TU Hamburg-Harburg von Tanja Carstensen ist nun in der von Jan Schmidt, Klaus Schönberger und Christian Stegbauer herausgegebenen Online-Zeitschrift "kommunikation@gesellschaft - Journal für alte und neue Medien aus soziologischer, kulturanthropologischer und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive" erschienen. Am Beispiel der Gewerkschaften zeigt die Autorin in Form einer Diskursanalyse, wie das Thema Internet dazu dient, generelle Problem des soziokulturellen Wandels in der Arbeitnehmerorganisation zu verhandeln.

Carstensen, Tanja (2006): „Das Internet“ als Effekt diskursiver Bedeutungskämpfe. In: kommunikation@gesellschaft, Jg. 7, Beitrag 5. Online-Publikation: http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B6_2006_Carstensen.pdf

Zusammenfassung
Der Artikel zeigt, wie politische Kontroversen am Thema Internet ausgehandelt werden und wie das Internet dabei erst interpretativ hergestellt wird. Hierzu werden zunächst techniksoziologische Sichtweisen auf Technik als Bedeutungsträgerin vorgestellt. Anschließend wird unter Bezugnahme auf die Diskursforschung und die Soziale Bewegungsforschung eine Perspektive auf Technik entwickelt, die politische Diskurse über Technik als Kämpfe um Deutungsmacht und damit als Versuche, (potenzielle) AnhängerInnen und UnterstützerInnen zu mobilisieren, versteht. Anhand dieses theoretischen Konzepts werden dann Ergebnisse einer Inhaltsanalyse von gewerkschaftlichen Diskursen über das Internet vorgestellt. Dabei lassen sich vier Deutungsmuster unterscheiden. Es zeigt sich, dass am Internet interne und nach außen gerichtete Debatten der Gewerkschaften um Reformbedarf, Imageprobleme, Mitglieder-, Macht- und Kontrollverluste geführt werden, in denen das Internet – jeweils passend – sozial konstruiert wird. Die als dominant und gültig anerkannten Bedeutungen des Internet sind demnach als Ergebnisse kollektiver interpretativer Aushandlungsprozesse und damit als Ausdruck der bestehenden Verteilung von Deutungsmacht zu betrachten – und nicht als Aussagen über materielle Eigenschaften des Internet.
 

Promotionsstelle am Deutschen Museum in München

„Homo Europaeus“ am Markt, an der Schnittstelle zwischen Technikproduktion und Technikkonsum

Das BMBF hat das dreijährige interdisziplinäre Verbundprojekt „Imagined Europeans. Die wissenschaftliche Konstruktion des Homo Europaeus“ bewilligt. Das Projekt erforscht Konstruktionen des Europäers in den Lebenswissenschaften sowie in technisch-normierenden, wirtschaftlichen und administrativen Zusammenhängen. Nicht das Europa-Bild hochschwebender intellektueller Debatten, sondern das durch praktische Entscheidungen alltäglich reproduzierte Bild vom Europäer und der Europäerin steht im Mittelpunkt.

Im Verbund kooperieren das Deutsche Museum, München, das Zentrum für Höhere Studien Leipzig und die Humboldt-Universität zu Berlin. Für den Projektstandort München sucht das Forschungsinstitut für Technik- und Wissenschaftsgeschichte des Deutschen Museums zum nächstmöglichen Zeitpunkt auf 2,5 Jahre befristet

eine/n Doktorand/in


mit abgeschlossenem Studium für ein Promotionsstipendium. Thema des Dissertationsvorhabens ist die Konstruktion des „Homo Europaeus“ am Markt, an der Schnittstelle zwischen Technikproduktion und Technikkonsum.

Arbeitsplatz ist das Deutsche Museum.

Das Deutsche Museum hat sich zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil zu erhöhen und fordert deshalb ausdrücklich Frauen zur Bewerbung auf. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung bevorzugt.

Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte zusammen mit einer einseitigen Projektskizze bis zum 15. August 2006 an die Personalstelle des Deutschen Museums, Museumsinsel 1, 80538 München.

Auskünfte zum Projekt erteilen Ihnen Prof. Dr. Helmuth Trischler, tel.: 089-2179-209/280, Email: h.trischler[at]deutsches-museum.de, oder Dr. Kilian J. L. Steiner, tel.:.089-2179/543, Email: k.steinerr[at]deutsches-museum.de
 

kommunikation@gesellschaft: Melanie Groß über Ladyfeste im Netz und Rezension von Bertschi/Glotz/Locke: "Daumenkultur"

In der von Jan Schmidt, Klaus Schönberger und Christian Stegbauer herausgegebenen Online-Zeitschrift "kommunikation@gesellschaft - Journal für alte und neue Medien aus soziologischer, kulturanthropologischer und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive" erschien nun ein Beitrag von Melanie Groß (TU Hamburg-Harburg, Arbeitsgruppe Arbeit-Gender-Technik) über die Rolle des Internet für die Entwicklung feministischer politischer Praxen.

Groß, Melanie: Das Internet als Plattform politischer Interventionen: Ladyfeste im Netz. In: kommunikation@gesellschaft 7 (2006) Beitrag 4. Online-Dokument unter http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B4_2006_Gross.pdf

Zusammenfassung

In feministischen und queer-feministischen Debatten wird darum gerungen, wie komplexen Formationen von Diskriminierung, Ausgrenzung und Ausbeutung theoretisch und politisch begegnet werden kann. Der Blick in die aktivistische Praxis zeigt, dass Positionen, die in fe­ministischen Theoriedebatten häufig als unvereinbar gelten, bereits produktiv innerhalb der einzelnen lokalen Szenen koexistieren. Eine solche Praxis ist die derzeit boomende Ver­anstaltungsart ‚Ladyfest’. Ladyfeste finden nicht nur in alternativen Kulturzentren statt, son­dern sie sind durch die Art ihrer virtuellen Präsenz ein globales Netzwerk geworden, dessen Ziel die politische Intervention in die verschiedenen Erscheinungsformen der Verschränkung von Macht und Geschlecht ist.


Gleichzeitig erscheint eine Rezension von Gerit Götzenbrucker (Universität Wien) über "Daumenkultur. Das Mobiltelefon in der Gesellschaft." von Peter Glotz, Stefan Bertschi und Chris Locke.

CFP - Zweiter Kongress Kulturwissenschaftliche Technikforschung in Hamburg

Vom 1. bis 3. Juni 2007 findet in Hamburg der zweite internationale Kongress „Kulturwissenschaftliche Technikforschung“ des gleichnamigen Forschungskollegs am Institut für Volkskunde der Universität Hamburg statt.

Auf dem ersten Kongress im November 2005 standen vor allem Fragen der kulturwissenschaftlichen Annäherung an Technik und Technisierung im Vordergrund. 41 Referenten und Referentinnen boten anhand empirischer Untersuchungen vielfältige, interdisziplinäre Einblicke in technisierte Lebens- und Alltagswelten. Dieser breite Zugang zur kulturwissenschaftlichen Technikforschung soll auch für den zweiten Kongress erhalten bleiben. Zur inhaltlichen Strukturierung bitten wir aber darum, die Beiträge an einer der folgenden übergeordneten Fragestellungen zu orientieren:
  • Technik als Bestandteil biographischer Erfahrung
  • gesellschaftliche Verhandlung von Technik und Technikentwicklung
  • Sprechen über Technik
  • Technik und Performanz
  • Technisierung und Technizität des Alltags
  • historische Perspektive auf den technik-kulturellen Wandel in der Moderne
  • erfahrungsgeschichtlicher Zugang
  • ethnographische Annäherungen/Forschungen/Analysen zu Technik und Alltag

Interessierte werden gebeten, Abstracts im Umfang von maximal einer Seite unter Angabe des Arbeitstitels einzureichen. Das Abstract sollte die Verbindung zu einer der übergeordneten Fragestellungen begründen, eine Kurzvorstellung des Themas und des methodischen Zugriffs sowie Angaben zur Person enthalten und bis zum 31. Oktober 2006 per E-Mail an folgende Adresse gesendet werden:

kolleg.technikforschung[at]uni-hamburg.de

Vortragende würden wir in einem zweiten Schritt – entsprechend unserer thematischen Zuordnung – bitten, eine überarbeitete Fassung des Abstracts auf Deutsch und Englisch einzureichen, die dann in einem Kongressreader veröffentlicht wird.
  • Bei Fragen stehen wir entweder unter genannter E-Mail-Adresse oder unter der Telefonnummer 040/ 42838-7248 zur Verfügung.
  • Aktuelle Informationen zum Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung finden Sie auf unserer Homepage.
 

Meinungen über Technik (4)

"Aus Protest gegen Funkwellen mit Alufolie eingewickelte Antenne – der Informationsanruf dürfte ins Leere gehen…"

Zumindest an diesem Ort ...

Mobilfunk

Die Widersprüche sind den Subjekten inhärent ...

Gefunden in Telepolis (10.07.2006)
 

CATaC'06 (7) "Warten auf den Bus"

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Für die Fahrt nach Tartu zum Konferenzort der CATaC'06 stand ab Flughafen ein Bus bereit, der uns über 178 Kilometer von Tallin ins Landesinnere brachte. Vorbei ging es an zahlreichen Storchennestern und Bushaltestellen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ein kleiner Band hilfreich: "Stop! Warten auf den Bus. Der kleine Reisebegleiter für Estland" von Markus Steinmair. Der Band geht auf eine Ausstellung in Tallin 2004 und im Frühjahr 2006 in Wien zurück. In jedem Fall schärft der Band des Architekten das Auge des Reisenden für jene Bushaltestellen am Straßenrand zwischen Tallin und Tartu. Zugleich liefert der Katalog eine erste Annäherung an die Grunddaten Estlands. Die Wartehäuschen sind also erfasst und inventarisiert. Jetzt fehlt nur noch der Blick auf die Busse und vor allem die mit ihrer Nutzung verbundenen Formen des Reisen und Lebens im Autobus.

Hier die Beschreibung des Katalogs

English Verson scroll down:



STOP! WARTEN AUF DEN BUS

"Nachdem die Ausstellung bereits im Architektur- und Designmuseum in Tallinn (Oktober 2004) zu sehen war, kommt sie nun in neuer und aufgearbeiteter Form endlich nach Wien.

Wir warten einen großen Teil unseres Lebens
(allerdings nicht nur auf den Bus).
Bushaltestellen dienen nicht nur als Haltestelle und Witterungsschutz, sondern auch als sozialer Treffpunkt, als Informationsstelle, als Anschlagtafel und Plakatwand. Sie sind Postamt, Kaffeehaus, Litfasssäule und Schlafplatz in einem.
Als öffentliches „Möbel“ sind sie Identifikation stiftendes Element in der Landschaft. Damit sind sie für den Wartenden wie auch Fahrenden gleichermaßen von Bedeutung.

Das Warten (auf den Bus) ist bestimmt sowohl durch unsere unterschiedlichen Stimmungen und persönlichen Bedürfnisse, als auch durch äußere Einflüsse (Witterung, Umgebung, Geruch…). All diesen Erfordernissen haben Bushaltestellen gerecht zu werden. Sichtbar wird dies auch in der Vielfalt dieser Bauwerke.

Die Ausstellung versucht, die architektonische, landschaftliche und vor allem soziale Bedeutung zu zeigen. Durch verschiedene Herangehensweisen (Foto, Film, Interviews, Zeichnung) ergeben sich unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten und Sichtweisen.

Was brauchen wir, um uns wohl zufühlen?
Was zeichnet einen Ort aus, was macht seine Attraktivität aus?
Wann ist ein Ort sehenswert?

Mit Hilfe von Postkarten, einer Landkarte und Spielkarten werden aus „alltäglichen“ Bushaltestellen Sehenswürdigkeiten. Dies gibt uns die Möglichkeit Orte neu wahrzunehmen und damit vielleicht auch besser zu verstehen."


ENGLISH VERSION:

"STOP! WAITING FOR THE BUS

Everything you ever wanted to know about Estonian bus shelters.

We are spending a great part of our lives waiting for
something. (not only for the bus).

Bus stations don’t serve only as bus stops and shelter from weather, but also as social meeting point, as info point, as notice board and billboard. They are post office, coffee house, advertising pillar and sleeping place all in one.
As “public furniture” they are an identification founding element in the landscape. That means they are of importance for people waiting for the bus as well as for people driving by.

Different moods and personnel needs as well as external influences (weather, environment, smell…) determine the waiting (for the bus).Bus stations have to meet all these necessities. That becomes visible in the variety of these buildings.

This exhibition tries to show the architectonic, environmental and most of all social importance of bus stations. Using various approaching methods (photo, film, interview, drawing) the visitor may perceive different interpretation possibilities and perspectives.

What do we need to feel good?
What is characteristic for a place, what determines its attractiveness?
When can we say a place is worth seeing?

With post cards, a tourist map and playing cards “ordinary” bus stations become sights and tourist attractions. This gives us the possibility to perceive places in a new way and maybe also to understand them better."

Vortrag Prof. Dr. Uwe Hasebrink: Mediennutzung in konvergierenden Medienumgebungen

Im Rahmen der Vortragsreihe des Hamburger Arbeitskreises Technik und Kultur spricht heute Abend Prof. Dr. Uwe Hasebrink zum Thema "Mediennutzung in konvergierenden Medienumgebungen". Prof. Dr. Uwe Hasebrink ist Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung an der Universität Hamburg.
Mit dem Vortrag endet die Veranstaltungsreihe des Hamburger Arbeitskreises Technik und Kultur im Sommersemester 2006. Vortragsbeginn ist um 19 Uhr, Veranstaltungsort ist das Hauptgebäude der Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg, Hörsaal M.
 

Graduiertenkolleg "Topologie der Technik": 18 DoktorandInnen- u. 2 Postdocstipendien

Das neu eingerichtete interdisziplinäre Graduiertenkolleg

Topologie der Technik

ist am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften der
Technischen Universität Darmstadt (TUD) angesiedelt, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und wird von WissenschaftlerInnen der Fächer Geschichte, Informatik, Maschinenbau, Philosophie, Soziologie, Sprach- und Literaturwissenschaft sowie Bauingenieurwesen getragen. Das
Kolleg hat folgende Schwerpunkte:

1. Informatisierung und Topologie der Netzwerkgesellschaft
2. Technisierte Körper-Räume und Raumwahrnehmung
3. Stoffströme, Mobilität, Tourismus
4. Repräsentationsformen von Technik-Topologien
5. Technogene Machtfelder

Zum 01.10.2006 werden ausgeschrieben:

18 DoktorandInnenstipendien


für zunächst zwei Jahre mit einjähriger Verlängerungsoption sowie

2 PostDoc-Stipendien

für maximal zwei Jahre.

Es wird verlangt, dass die StipendiatInnen während der Förderzeit ihren Wohnsitz in Darmstadt und Umgebung nehmen. Die Teilnahme am Lehrprogramm des Kollegs ist verpflichtend.

Bewerbungen werden erbeten in elektronischer Form unter Beifügung (1) eines Lebenslaufes, (2) der akademischen Zeugnisse, (3) einer Ideenskizze von bis zu fünf Seiten für ein Promotionsprojekt und (4) der Nennung von mindestens zwei HochschullehrerInnen als Referenz bis zum 28. Juli 2006

an topologie[at]ifs.tu-darmstadt.de. Das Bewerbungsschreiben soll außerdem die sachlichen Gründe und die persönliche Motivation für die Bewerbung beinhalten. Für Nachfragen stehen die Sprecher des Graduiertenkollegs, Prof. Dr. Petra Gehring (gehring[at]phil.tu-darmstadt.de) und Prof. Dr. Mikael Hård
(hard[at]ifs.tu-darmstadt.de), zur Verfügung. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Erhöhung des DoktorandInnenstipendiums von 1.000 € auf maximal 1.365 € erfolgen kann.

Nach den Richtlinien der DFG (siehe www.dfg.de) soll das Alter der
BewerberInnen für DoktorandInnensptipendien nur in begründeten
Ausnahmefällen 28 Jahre und für Postdoc-Stipendien nur in begründeten Ausnahmefällen 35 Jahre überschreiten.

Näheres über das Forschungs- und Lehrprogramm des Kollegs, die Gruppe der beteiligten ProfessorInnen finden Interessierte unter
www.ifs.tu-darmstadt.de/gradkoll-tdt
 

antropologi.info über Vokus

Das Weblog "antropologi.info - Ethnologie in den Medien" lobte am 26.6. 2006 unsere Online-Mentalität:

VOKUS - Volkskunde-Zeitschrift stellt alle Artikel gratis ins Netz

VOKUS macht es vor. Forschungsergebnisse gehoeren ins Netz! Zugaenglich fuer alle. Der neueste Ausgabe der volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Schriften (herausgegeben vom Institut für Volkskunde der Universität Hamburg und von der Hamburger Gesellschaft für Volkskunde) ist erschienen und online verfügbar. Auch die bisher nicht online gestellten früheren Ausgaben der Jahrgänge 15 (2005) und 14 (2004) sind nun online zugänglich, meldet der Blog Kulturwissenschaftliche Technikforschung. Nun sind also acht Jahre volkskundlicher Forschung fuer uns alle im Netz zugaenglich.
 

Using ICT and socio-cultural change

Nachdem die Proceedings für die CATaC06-Konferenz bereits zu Beginn der Tagung erschienen ist, können wir einen weiteren englischsprachigen Beitrag aus dem Forschungskolleg verzeichnen. Klaus Schönberger diskutiert den Zusammenhang von soziokulturellem Wandel und Netzkommunikation am Beispiel der Weblognutzung:

Schönberger, Klaus: Using ICT and socio-cultural change: Persistent and recombinant practices in using weblogs. In: Sudweeks, Fay/Hrachovec, Fay/Ess, Charles (Hg.): Cultural Attitudes towards Technology and Communication 2006. Proceedings of the Fifth international conference on Cultural Attitudes towards Technology and Communication Tartu, Estonia, 28 June-1 July 2006. Murdoch 2006, S. 642-658. Online verfügbar unter URL: http://www1.uni-hamburg.de/technik-kultur/download/catac06_schoenberger.pdf

Zum Abstract

CATaC06 (6): Towards produsage, produser or Prodnutzer

Ein interessanter Beitrag auf der CATaC06-Konferenz von gestern ist noch nachzutragen. Der Vortrag „Towards produsage: Future for user-led content production“ von Axel Bruns (Queensland University of Technology, Brisbane, Australia) wurde bereits im Zusammenhang des CfP zu "Prosumer Cultures" für die Kasseler Interfiction kurz angesprochen. (Proceedings, S. 275-284)

Axel Bruns setzte sich zunächst mit den definitorischen Versuchen auseinander, die im Kontext von „user-led content production“ gegenwärtig zu finden sind. Ihm geht es um jenen „ongoing paradigm shift“ von einem „industrial-style content production“ zu etwas, was er als „Produsage“ bezeichnet: „The collaborative, iterative, and user-led production of content by participants in a hybrid user-producer, or produser role (S. 275).

Axel Bruns Ziel war das Herausarbeiten der zentralen Charakteristiken dessen was er unter produsage bzw. produsers versteht. Explizit erwähnte er eine deutschsprachige Version seines Begriffes, dem Prodnutzer.

"Produsage is become increasingly widespread, under varous gusises (Web2.0, social software, open collaborative environments."

Zunächst grenzte er seinen Begriff des produsers von Alwin Tofflers Begriff des prosumers und anderen Versuch den Paradigmenwechsel auf den Begriff zu bringen, ab: „Such models reamin somewhath limited still, however, in their maintenance of a traditionsl industrial value production chain: they retain a producer -> distributor -> consumer dichtomy“ (S. 275). Soweit ist das nachvollziehbar. Bloss seine positive Referenz auf feuilletonistische Labels wie „Generation C“ (S. 276) will unsereins nicht wirklich überzeugen. Solche "Brands" aus der Trend“forschung“ reproduzieren die Mythen, die eigentlich zu analysieren wären. Aber das wäre hier nicht zentral, wenn solche Bezeichnungen wie „Generation Golf“ etc. nicht genau jene Diskussionen hervorufen würden, die dann im Anschluss an den Vortrag geführt wurden. Der Geltungsanspruch solcher Bezeichnungen lässt sich trefflich immer wieder in Frage stellen, weil die Akteure, die in dieser Weise beschrieben werden sollen, allenfalls einen Teil der Gesellschaft zutreffend beschreiben (nicht analysieren).

In diesem Zusammenhang wies Eileen Lübcke (Institut für Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen) zurecht darauf hin, dass es gerade im Kontext von online-Games eine ganze Reihe alter, traditionaler (industriellen) Formen der content-Produktion gibt. Sie erinnerte an Online-Games, deren Inhalte eher unter „Sweatshop“-Bedingungen „produziert“ werden, denn dass man hier von produsage sprechen kann. By the way erinnert dies an die Arbeitsbedingungen in einem noch weniger spielerischen Kontext, nämlich den Call-Centern.

Aber was heißt das nun für den Vorschlag von Axel Bruns. Er selbst wies auf die Hybridität der Situation hin, in der neben dem Neuen immer auch das Traditionale vorhanden ist. Oder um es mit Ernst Bloch zu sagen: „Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen.“

Vielleicht wäre es hilfreich solche Konzepte tatsächlich eher in einem programmatischen Sinne zu verwenden. Dann geht es nicht mehr um die Beschreibung von 'Wirklichkeit', sondern um das Erfassen einer (historischen) Tendenz. In einer historisch informierten Perspektive lässt sich nämlich auf die Industrialisierung der Landwirtschaft verweisen, und ähnliches dürfte sich im gegenwärtigen Postfordismus in sehr unterschiedlichen Sektoren oder Branchen ereignen. Insofern wären Begriffe wie produser oder produsage als eine Art Leitbild zu verstehen, die ein Ideal auf den Punkt bringen.

Unter "Further Implications" hinsichtlich "Education" verweist Axel Bruns auf den
  • "Need for new approaches to educationg ‘Generation C’
  • Focus on collaborative, creative, critical, and communicative capacities of learners"

Hier ist die Frage ob es sich nicht genau andersherum verhält. Das was unter den Begriffen "Wissensgesellschaft", immaterielle Arbeit oder Postfordismus firmiert, basiert zu einem nicht geringen Teil auf dem was Axel Bruns als produsage beschrieben hat. Auch das Selbstverständnis Träger der der Alternativökonomie in den 80er Jahren fließt gegenwärtig in den zunehmenden Prozess der "Subjektivierung von Arbeit" ein. Insofern stimmt es, dass das sich wandelnde Produktionsmodell auf den beschriebenen Qualifikationen aufsetzt. Aber Ich würde es genau anders herum sehen. Es ist das menschliche Arbeitsvermögen der Subjekte, dass diese Tendenzen erst möglich macht. Ein kleiner, aber feiner Unterschied und von der Perspektive her ein Unterschied ums Ganze.

In jedem Fall sehr anregend der Beitrag.
Ein Weblog mit Informationen und Meinungen rund um Fragen der Kulturwissenschaftlichen Technikforschung

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Robo-Bar
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Publikationen aus dem Forschungskolleg










Gerrit Herlyn
Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.








Anika Keinz, Klaus Schönberger und Vera Wolff (Hrsg.)
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