CFP: Formen der Kooperation in computerbasierten Netzwerken

Formen der Kooperation in computerbasierten Netzwerken -
Herausforderungen für die mediensoziologische Forschung


Call for Papers der Sektion „Medien- und Kommunikationssoziologie“ anlässlich des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel (09.-13. Oktober 2006)

Auch wenn der Begriff ein gewisses Unbehagen erzeugt: „Social Software“ bezeichnet Software-Systeme, die die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Akteuren unterstützen. Obwohl sich der Begriff auch auf andere, schon ältere Formen der Online-Kooperation bezieht, sind hiermit vor allem die relativ neuen Anwendungen gemeint, wie Wikis, Weblogs (auch unter Nutzung von Bildund Video), gemeinsame Fotosammlungen, Instant Messaging.

Wikis sind vor allem durch ihre am weitesten verbreitete Anwendung, die Online- Enzyklopädie Wikipedia, bekannt. Wissen wird in einer neuen Art und Weise generiert und kritisch beobachtet bzw. kommentiert. Wikis werden heute zur kollaborativen Arbeit in verschiedensten Zusammenhängen eingesetzt.

Die Kategorie „Weblogs“ steht für sehr heterogene Inhalte, die von Online-Journalen im Sinne der Mitteilung von persönlichen Erlebnissen, bis zu Blogs, die zu kommerziellen Zwecken eingesetzt werden, reichen. In diesem Zusammenhang wird häufig von einer „neuen“ Form des „Journalismus“ oder gar von neuen „Öffentlichkeiten“ gesprochen. Durch Kommentare und Zitationen anderer Quellen kommen Beziehungen, die als soziale Netzwerke beschreibbar sind, zustande.

Freundschafts- oder Kontaktnetzwerke funktionieren häufig so, dass neue Teilnehmer nur auf Empfehlung eines Mitglieds aufgenommen werden. Die Besonderheit dieser Systeme ist, dass explizit auf Erkenntnisse der sozialen Netzwerkforschung Bezug genommen wird, etwa, wenn es um die Anbahnung von Geschäftsbeziehungen oder das Finden einer neuen Stelle geht.

Bis heute gibt es zu den neuen Formen der Internetmedien nur vereinzelt soziologische Forschungen. Für die Mediensoziologie ergeben sich durch die Verbreitung und Nutzung dieser Medien eine Reihe von Fragen, die zu großen Teilen auch an die Allgemeine Soziologie anschlussfähig sind, z.B.:

- Kann durch Weblogs eine neue Öffentlichkeit hergestellt werden? Wie groß ist ihr Einfluss und wer partizipiert? Handelt es sich um eine Gegenöffentlichkeit? Werden Ideen des gesellschaftlichen (deliberativen) Diskurses dadurch eingelöst? Finden Blogs besondere Beachtung bei Gatekeepern und Meinungsführern?

- Wie lassen sich die durch „Social Software“ entstehenden Netzwerke beschreiben? Handelt es sich um strong oder weak ties? Finden sich Besonderheiten oder Unterschiede zu den Beziehungen, die über andere Gruppenmedien im Internet entstehen? Können die beobachteten Beziehungen überhaupt isoliert als „mediale Beziehungen“ betrachtet werden oder werden die Medien in Beziehungen eingebettet? - Werden in den Internetangeboten soziologische Erkenntnisse praktisch umgesetzt, bspw. bei der Suche geeigneter Partner oder dem Design von Angeboten?

- Warum beteiligen sich Tausende an der Ergänzung der Inhalte der Online- Enzyklopädie Wikipedia? Wie kann dieses Phänomen soziologisch konzeptionalisiert werden?

- Öffnen diese neuen Kommunikationsmöglichkeiten tatsächlich den Weg zu mehr Partizipation, wie dies in manchen Veröffentlichungen zu „Social Software“ behauptet wird, oder entstehen neue Ungleichheiten? Wie könnte man diese beschreiben?

- Wird das massenmediale Monopol durch viele kleine Informationsanbieter gebrochen oder werden diese in das System der Massenkommunikation integriert?

Willkommen sind vor allem theoriegeleitete empirische Arbeiten, die sich mit dem skizzierten Themenfeld beschäftigen. Beiträge in Form von ausführlichen Zusammenfassungen („extended abstracts“) von drei bis vier Seiten (max. 6000 Zeichen) zu diesem Sektionsthema sind

bis spätestens

15. April 2006

einzureichen bei:

PD Dr. Christian Stegbauer stegbauer[at]soz.uni-frankfurt[dot]de

und

Prof. Dr. Michael Jäckel jaeckel[at]uni-trier t[dot]de

Die Abstracts müssen mit abnehmbarem Titelblatt und anonymisiertem Textteil versehen sein. Der Beitrag darf nicht bereits in einer Verlagspublikation veröffentlicht sein.

Abstracts, die nach dem 15. April 2006 eingereicht werden, können nicht mehr berücksichtigt werden.

Die eingereichten Abstracts werden von zwei Gutachtern beurteilt. Ausschlaggebend für die Beurteilung sind neben der Qualität der Ausführungen der Bezug zum Thema der Sektionsveranstaltung.

Die Ergebnisse der Begutachtung werden den Autorinnen und Autoren bis 15. Mai 2006 mitgeteilt.

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Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.








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