CallForPapers

 

CFP für die Hochschultagung 2006

CFP: Hochschultagung "Historizität als Aufgabe und Perspektive" vom 21.-23. September 2006 in Münster

Die Hochschultagung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, die im September 2006 in Münster stattfindet, thematisiert Historizität als Bestandteil der Disziplin wie als Bestandteil von Kultur. Denn unsere gegenwärtige Lebensrealität ist, wenngleich oft verdeckt, so doch massiv durchdrungen von historischen Vernetzungen. Dies gilt für unser Alltagswissen und Alltagshandeln ebenso wie für unsere Weltbilder und materiellen Erzeugnisse. Ob wir die Dynamik kultureller Austauschprozesse studieren oder einzelne Kultursegmente in den Blick nehmen, ob wir uns auf der Mikro- oder der Makroebene der Kultur bewegen, grundsätzlich meldet das kulturell Ererbte seinen Machtanspruch an. Vernachlässigen wir diesen Aspekt, so berauben wir uns der Möglichkeit eines tieferen anthropologischen Verstehens der Wirklichkeit, in der wir leben. Kompetente kulturanthropologische Arbeit kommt ebenso wenig ohne kompetente historische Arbeit wie ohne einen vergleichenden Zugang aus. Seit sich unser Fach vielerorts von den traditionellen Bindungen an die philologischen und historischen Disziplinen gelöst hat und neue eingegangen ist, stellt sich die Frage, wie die für eine umfassende kulturanthropologische Expertise unentbehrliche historische und historiographische Kompetenz zukünftig gewährleistet werden kann. Die Hochschultagung will neben der Frage nach der Dynamik und dem Gewicht des Historischen und nach der Überlieferung in der Kultur auch das Problem der disziplinären Kompetenzsicherung diskutieren.

Interessierte werden gebeten, Abstracts von maximal einer Seite bis zum 1. März 2006 an das Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie, Scharnhorststr. 100, 48151 Münster oder per E-mail an Volkskunde.Institut [at] uni-muenster [dot] de zu senden. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Dr. Silke Meyer (meyers@uni-muenster.de).

Andreas Hartmann, Barbara Krug-Richter, Silke Meyer, Ruth-E. Mohrmann

CfP: History of Transport, Traffic and Mobility

Fourth International Conference on the History of Transport, Traffic and Mobility

Paris and Marne-la-Vallée, France
28 September -1 October 2006


Call for Papers
The International Association for the History of Transport, Traffic and Mobility (T2M) invites proposals for papers to be presented at the Fourth International Conference on the History of Transport, Traffic and Mobility, to be held in Paris and Marne-la-Vallée, France on 28th September-1st October 2006.

Papers may address any aspect of the social, cultural, economic, technological, ecological and political history of transport, traffic and mobility. However, we encourage the submission of proposals relating to the conference theme: History, Safety and Sustainable Mobility.
The interplay between safety and sustainability opens up important lines of historical inquiry. In what ways do the values of safety and sustainability shape the expectations of mobility users, producers and regulators? For example, beginning in the 1970s, the resurgence of the tram, in opposition to the automobile, in urban centers initiated a series of intense debates. In France, for example, several social science research projects (RATP Réseau 2000, Institut pour la Ville en Mouvement, etc) were established to address the debate. It is hoped that this theme will generate new objects and methods of inquiry in the emerging field of mobility history.
Such a broad subject suggests the value of interdisciplinary approaches. Relevant contributions from cultural geographers, sociologists, anthropologists, economists, and other scholars who do not define themselves as historians are therefore very welcome, as well as those from historians who are not specialists in T2M. Participants are encouraged, though not required, to organize panels on this or any other theme. A panel consists of a chair and normally up to three speakers; no commentator is required. We encourage transnational, comparative and transmodal approaches, and welcome proposals exploring theoretical or methodological issues as well as those of a more empirical nature. We especially invite recent entrants to the profession and doctoral students to submit proposals.

This conference will be hosted by Centre d'Histoire Sociale du XXe siècle, University Paris I Panthéon-Sorbonne, and the Ecole Nationale des Ponts et Chaussées. The conference language is English and French, all the working panels should be in English.The deadline for abstracts and a short cv (max. 1 page each; Word or rich text format only) is 31 March 2006. Send proposals to: submissions[at]t2m[dot]org. Notification of acceptance will be sent by 30 April 2006. The full text of papers accepted must be submitted by 15 July 2006 if they are to be included on the conference CD-ROM sent in advance to all participants and if they are to be eligible for T2M Awards. All participants are absolutly required to register before the 1st September, in order to secure the conference programme.

For enquiries about the programme, please contact Mathieu Flonneau, Université Paris I, (Mathieu.Flonneau[at]univ-Paris1[dot]fr) and Vincent Guigueno, Ecole nationale des Ponts et Chaussées (vincent.guigueno@m4x.org). For information about local arrangements please contact vincent.guigueno [at] m4x[dot]org.

For information about T2M and previous conferences, please visit: http://www.t2m.org. Further details of the 2006 conference will be posted there in due course.
 

RADIO REVOLTEN-Kongress und FM@diaForum 2006

Relating Radio. Communities, Aesthetics, Access
RADIO REVOLTEN - Kongress und FM@diaForum 2006

Internationale Tagung zu künstlerischen, politischen und sozialen Perspektiven des Radios am 4. & 5.10.2006, im Rahmen des Radiokunst-Festivals RADIO REVOLTEN (20.09.-18.10.2006), Halle an der Saale...


Call for Papers und Tagungseinladung


Hintergrund
Das Radio entwickelt seine journalistische, politische und ästhetische Tradition in unmittelbarer Auseinandersetzung mit seinen Kontexten: Technische Bedingungen, Rundfunkmarkt, Produzentengruppe und Hörerschaft verändern sich ständig und prägen die Situation des Mediums kontinuierlich neu.

Erforschungen dieser Kontexte des Radios gründen nicht selten auf einen technisch-strukturellen Blick, der auch Grundlage der Diskussion neuer Medientechnologien ist. Daneben werden mit den Rezeptionsmechanismen auf HörerInnen-Seite oder den Herstellungs- und Präsentationsstrukturen innerhalb des Mediums auch verschiedene soziale Teilprinzipien der Radiokontexte untersucht. So etwa, wenn innerhalb der Cultural Studies Medienrezeption als aktiver Prozess gefasst wird, oder wenn in der medienwissenschaftlichen Redaktionsforschung Handlungsstrukturen der Produzierenden aufgedeckt werden.

Das Anliegen der Tagung ist es, die verschiedenen Stränge der Radioforschung mit Blick auf die drastischen Veränderungen der Mediensituation in jüngster Zeit und die sich damit verändernden Sendepraktiken aufzunehmen und das 'Prinzip Radio' auf seine realen und potenziellen Beziehungen zu den unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Lebensbereichen zu befragen. Hierbei spielt u.a. das Verschwimmen der Grenze zwischen den ehemals weitgehend separierten Bereichen Rezeption, Produktion und Distribution eine wichtige Rolle.

Das Medium Radio steht dabei für eine spezifische Kommunikationssituation, deren soziale und ästhetische Konkretisierungen höchst unterschiedlich ausfallen. Unter den aktuellen technischen und medienstrukturellen Veränderungen (Ausdifferenzierung kommunaler Radiopraktiken, Veränderungen des Radiomarktes durch Netzmedien, MP3 und mobiles Computing etc.) schlägt das Radio heute wieder ganz neue Wege ein.

Auf der Basis einer breit angelegten Bestandsaufnahme sollen Möglichkeiten einer Reformulierung des Mediums diskutiert werden, welche insbesondere die Vielfalt der Kontexte des Radios berücksichtigt. Das Anliegen der so entstandenen Beschreibungen sollte es sein, die Ergebnisse für eine avancierte Radiopraxis künstlerischer, journalistischer und politischer Art fruchtbar zu machen.

Panel-Themen

1. Community Radio / Radio Community
2. Kunsttheoretische Positionen zum Radio
3. Access: Zugang, Aneignung, Identität
4. East Side Stories - Neue alte Radiokulturen in Ost- und Südosteuropa


Einreichungen
Bitte senden Sie uns Vorschläge für Beiträge zu den genannten Themen, ggf. auch zu einem weiter gefassten Themenfeld. Vorschläge können neben theoretischen Beiträgen auch Präsentationen praktischer Projekte zum Inhalt haben, unabhängig davon, ob diese Projekte abgeschlossen oder noch in der Entstehung sind.

Wir erwarten abstracts in deutscher oder englischer Sprache mit einer Länge von ca. 300 Worten. Einreichungen müssen spätestens am 15. März 2006 per Email eingehen. Benachrichtigung über die Annahme von Vorschlägen erfolgt am 15. April 2006

Autoren angenommener Vorschläge sind eingeladen, ihre Papers während des Konferenzzeitraums am 4./5. Oktober 2006 als Panel-Vortrag (je 20 Minuten plus Diskussion), als Poster-Session oder in einem Workshop zu präsentieren.

Bitte senden Sie Vorschläge und Anfragen an Sven Thiermann & Golo Föllmer unter: congress [at] radiorevolten [dot] net
 

A SENSE OF PLACE - ZUR RAEUMLICHKEIT VON KULTUR

Das Wiener IFK bittet um Veröffentlichung:

Seit dem Jahr 2003 veranstaltet das IFK seine jaehrliche Akademie. Das IFK verbindet damit folgende Ziele:
Staerkung kulturwissenschaftlicher Verfahren und Perspektiven in den Humanwissenschaften Nachwuchsfoerderung im Wege einer intensiven Zusammenarbeit von jungen und bereits arrivierten ForscherInnen.

ZIELGRUPPE: DoktorandInnen und PostdoktorandInnen, die nicht aelter als 35 Jahre sind und ein zentrales Interesse am Projekt der Kulturwissenschaften und cultural studies haben.
RAHMENTHEMA 2006: A SENSE OF PLACE - ZUR RAEUMLICHKEIT VON KULTUR
ZEIT: 13.-19. August 2006

IFK_faculty:
  • Leitung: Prof. Dr. Thomas Hauschild,
    Ethnologie und Zentrum für Allgemeine Kulturwissenschaften, Universitaet Tuebingen
Weitere Mitglieder:
  • PD Dr. Iris Daermann,
    Philosophie und Institut für Kulturtheorie, Universitaet Lueneburg
  • Dr. Kirsten Mahlke,
    Romanistik und interdisziplinaere Nachwuchsgruppe, Universitaet Konstanz
  • Prof. Dr. Christof Parnreiter, Institut für Geographie, Universitaet Hamburg
  • Prof. Dr. Erhard Schuettpelz,
    Germanistik und Medienwissenschaft, Universitaet Siegen

Ende der Bewerbungsfrist: 6. Maerz 2006 (Datum des Poststempels). Die Antraege sind per Post an das IFK, z.Hd. Dr. Lutz Musner zu senden. Thematische und organisatorische Informationen sowie das Antragsformular zum Download finden Sie auf http://www.ifk.ac.at/popup/index.html

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!
Ihr
IFK_Team

____________________________________

IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften
Reichsratsstraße 17
1010 Wien
Österreich/Austria
Tel.: (+43-1) 504 11 26
Fax: (+43-1) 504 11 32
http://www.ifk.ac.at
 

CfP: SSTNET on "Science and Change".

Raymund Werle informiert uns über einen
Call for Papers des Research Networks "Sociology of Science and Technology" (SSTNET) der European Sociological Association (ESA).

Der Workshop "Science and Change" findet in Manchester, United Kingdom, am 6. und 7. April 2006 statt.

Research Networks der ESA sind vergleichbar mit den Sektionen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie - also keine eng geknüpften Netzwerke.

Mehr Informationen zum SSTNET finden sich im Netz unter http://sstnet.iscte.pt/ (Der CfP ist noch nicht aufgenommen).


Call for Papers for a SSTNET (Sociology of Science and Technology Network) Workshop to be held in Manchester, the United Kingdom, on the 6th and the 7th of April, 2006


There is sufficient empirical evidence to claim that during the last two decades or so science, its practices and institutions have undergone radical, rapid and profound change – ‘new’ sciences have emerged, the relationship between ‘government’ and science has been transformed (Henkel, 1999; Simpson, 2004), different mechanisms for evaluating research and research performance have been developed (Bence & Oppenheim, 2004; McNay, 2003), research institutes have been privatised (Boden, Cox, Nedeva & Barker, 2004), the universities have developed a ‘third mission’ (Jacob at al., 2003), industry has been outsourcing research etc. This change has resulted more from exogenous imperatives rather than endogenous developments and has frequently met with resistance and challenge (see Boden at al, 2004).

While, fragmented accounts describing the transformations that have occurred exist there have been very few (if any) attempts to understand the sources, the nature and mechanisms of the latest change that science has been/is undergoing. Some of the concepts currently dominating the area of science and technology studies, most notably the ‘Mode1-Mode2’ concept (Gibbons at al., 1994) and the ‘Triple Helix’ concept (Leydesdorf & Etzkowitz, 1996) have attempted to interpret the dynamics of science. At closer examination, however, the former argues the existence of a ‘new’ mode of knowledge production but fails to explain the process of change (Shinn, 2002; Boden at al. 2004) and the latter failed to fulfil its methodological promises due to its broad nature and excessively complex language (Shinn, 2002). Hence, the issues around the latest changes affecting science, their source, drivers and mechanisms are still under-conceptualised and (quite possibly) under-studied. This is particularly surprising given the (potentially) serious consequences and irreversibility of the transformations of science.

It is both analytically valuable and practically important to distinguish between social change that that does not include clear intentionality and usually occurs as the aggregate effect of a large number of social actions (‘organic’ change) and social change that comprises intentionality and can be traced to/attributed to particular social actions/policy decisions (‘policy-driven’ change). These two types of change are also in complex interdependencies and in practice can and do usually converge. In other words, one can argue the dominance of one of these types of change but never its exclusivity (Boden at al., 2004). One possible feature of the latest change of science worth exploring is that the emphasis has shifted from predominantly ‘organic’ to predominantly ‘policy-driven’ change.

This Workshop will contribute to the understanding of the latest change of science in different contexts by encouraging more systematic comparative research and bringing together analyses of:

The types, direction and driving forces of change;
How does this change affect the different institutions involved in it (primarily research intermediaries and publicly funded research performers);

How does this change affect the knowledge structure and the practices of science?

More specifically we encourage contributions on the following issues:
  • - Discussions and analyses of the interdependency between organic and policy driven change based on particular science or institution;
  • - Can we argue that there has been a shift from organic to policy-driven change?
  • - Accounts of change of the institutions of science: universities, research institutes, government labs, industrial research;
  • - Researchers’ strategies to cope with and affect institutional change;
  • - Change of the functions and structural positions of research intermediaries (Research Councils and equivalent) the effect on publicly funded research performers;
  • - Interdependency between change of institutional structures and knowledge structures;
  • - Change of the relationship between ‘government’ and science; factors and effects;
  • - Evaluation practices and the change of institutions and knowledge;
  • Ideological beliefs and the change of science;
Deadlines
The Workshop Organising Committee invites abstracts (up to 400 words) on any of the issues raised above. Abstracts should be sent via e-mail to Maria Nedeva (Maria.Nedeva [at] mbs.ac.uk), Luisa Oliveira (luisa.oliveira [at] iscte.pt), Sven Hemlin (sven.hemlin [at] sahlgrenska.gu.se) and Franc Mali (Franc.Mali [at] fdv.uni-lj.si) by the 31st January 2006. Decisions on these will be communicated to authors by the 14th of February.

If your abstract is accepted, you will be expected to submit a full paper no later than 25th March 2006.
 

CfP Trento: "Does Culture matter? Or not? Sociology of Culture Graduate Conference"

Does Culture matter? Or not? Sociology of Culture Graduate Conference

Call for papers
Trento, Italy, 3-4 March 2006

In the last decade, "culture" has risen as a powerful keyword both in
social theory and in applied sociology. Does sociology really need a cultural turn"? Do we need a sociology of culture or a cultural sociology? How does the attention to culture reformulate basic and traditional questions of the sociological enterprise? With the aim to promote interdisciplinary discussion on such matters between young scholars engaged in cultural sociological analysis, the Graduate School in Sociology and Social Research, in collaboration with the department of Sociology of the University of Trento, invites papers for the "Graduate conference in the sociology of culture".

Possible themes might include:
· Communication and the production of knowledge
· Culture in consumer society
· Sociology of the body
· Sociology of the Arts
· Identity, class cultures and subcultures
· Collective memory and public discourse
· Migrations and the challenges of multiculturalism
· Symbolism, representations and political power
· Changing religions in changing societies Inequalities and
social reproduction: culture centred approaches
· Culture and locality
· Culture and communication in Internet Era
· Use of technology in contemporary societies
· Hybridity and post-modernity
· Culture and social networks
· Visual sociology
· Culture, interpretation and explanation in social theory

Robin Wagner-Pacifici (Swarthmore College) will open the conference and chair the roundtable "Sociology of culture: trends and perspectives".

Students interested in participating should send their titles and abstracts (not exceeding 1000 words), a curriculum vitae (1 page), their email address and address to:

graduateconference[at]soc.unitn.it

no later than December 15, 2005. Abstracts should describe the argument of the paper and the data on which they draw. Decision concerning the acceptance of papers will be made by January 1st, 2006.

Organizing Board: Andrea Cossu, Martina Cvajner, Rossella Ghigi - Graduate School in Sociology and Social Research - University of Trento - Italy
 

CfP: Technik und Öffentlichkeit, TU Berlin Mai 06

Technik und Öffentlichkeit.
Erwartungshorizonte und Kommunikationskulturen im historischen Wandel


Call for Papers
Wissenschaftliche Tagung der Gesellschaft für Technikgeschichte und der
Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikforschung
Technische Universität Berlin, 26.-28. Mai 2006


Wissenschafts- und Technik-Kommunikation liegt gegenwärtig im Trend. Es gibt eine Fülle an Bürger-Konferenzen, Informations-Ausstellungen, Wissenschafts- und Technik-Dialogen oder auch neue Bestrebungen zur Professionalisierung des Wissenschafts-Journalismus. Die immer noch Schlagzeilen tauglichen Thesen mangelnder Technik-Akzeptanz, die arbeitsmarktpolitische Problematik mangelnden wissenschaftlich-technischen Nachwuchses, die Legitimation wissenschaftlich-technischer Forschung angesichts knapper Verteilungsspielräume, aber auch die politische Vision einer stärkeren Demokratisierung der Technologiepolitik bilden den Hintergrund dieser Aktivitäten. Die Vielzahl an Initiativen zur Technik-Kommunikation verweist auf Veränderungen im Verhältnis zwischen Wissenschaft, Technik und Öffentlichkeit.

Die wissenschaftliche Tagung der Gesellschaft für Technikgeschichte und der Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikforschung befasst sich mit diesem Wandel. Die Zusammenführung von Untersuchungen aus den Geschichts- und Sozialwissenschaften soll die Analyse von Wechselwirkungen zwischen Technik und Öffentlichkeit schärfen
Das Verhältnis von Technik und Öffentlichkeit kann auf zwei verschiedenen Weisen zum Thema werden, je nachdem welcher Begriff von Öffentlichkeit zugrunde gelegt wird. Der Begriff Öffentlichkeit bezeichnet erstens all jene Gesellschaftsmitglieder, die sich in unterschiedlichen Rollen und mit unterschiedlichem Einfluss aktiv oder passiv an der Einschätzung und Bewertung der Ereignisse beteiligen. Dies ist die Öffentlichkeit der öffentlichen Wahrnehmung, des öffentlichen Diskurses und der öffentlichen Meinungsbildung. Unter 'Öffentlichkeit' kann zweitens jene Sphäre der allgemeinen Zugänglichkeit von Ereignissen für alle Gesellschaftsmitglieder gemeint sein, die in modernen Gesellschaften primär medienvermittelt entsteht.

Erwartungshorizonte an Wissenschaft und Technik

Die Inhalte der Wissenschafts- und Technikkommunikation spiegeln Veränderungen der Erwartungshorizonte an Wissenschaft und Technik wider. Wie prägten die im öffentlichen Diskurs jeweils am sichtbarsten thematisierten Techniken, sei es nun die Eisenbahn, die Elektrizität, seien es Raumfahrt, Kernenergie oder Informationstechnologien, die öffentliche Wahrnehmung von Technik insgesamt? Wie veränderten sich die Erwartungshorizonte verschiedener Teilöffentlichkeiten an Naturwissenschaft und Technik und wie wirkte sich dies auf die Ansätze und Inhalte der Technik-Kommunikation aus? Die Tagung fragt zunächst nach dem Wandel der Technik-Kommunikation in Folge einer Veränderung der Erwartungshorizonte an Wissenschaft und Technik.

Träger der Technik-Entwicklung
Die Wissenschafts- und Technikforschung verweist auf eine Vielzahl an Akteuren, die an der Entwicklung neuer Technologien beteiligt sind. Welche Rückwirkungen dies auf die Wissenschafts- und Technikkommunikation hat, soll auf der Tagung erörtert werden. Begriffe wie Technik-Aufklärung, Bildung, Popularisierung, Propaganda, PUSH, Partizipation oder Dialog stehen nicht nur für verschiedene Epochen der Technik-Kommunikation, sondern verweisen auch auf einen Wandel der Stakeholder bei der Technikentwicklung. Prozesse der Internationalisierung und Kommerzialisierung von Wissenschaft und Technik finden auch in der Wissenschafts- und Technikkommunikation ihren Niederschlag. Werbung oder der Aufbau von Markenwelten großer Unternehmen schuf eigene Botschaften und prägte Technik-Vorstellungen in der Öffentlichkeit. Die Tagung befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen einem veränderten Verhältnis von Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit einerseits und einer neuen Aufmerksamkeitsökonomie oder Debattenkultur andererseits.

Medien der Wissenschafts- und Technik-Kommunikation
Medientechnik veränderte tiefgreifend den Zugang zu Wissenschaft und Technik. In den Jahren von 1860 und 1895 explodierte der Markt für populärwissenschaftliche Medien. Zeitschriften, Sachbücher, Ausstellung oder öffentliche Vorträge gaben Einblick in aktuelle Forschungen und machten neue Entdeckungen bekannt. Das Dokumentarphoto und später der Dokumentarfilm verliehen den Berichten den Anschein großer Objektivität. Wissenschaftssendungen im Fernsehen und das Internet eröffneten neue Zugangswege zur Öffentlichkeit. Medien beeinflussen aber auch Forschung und Entwicklung, sie können zu neuen Formen der Wissensstrukturierung und zu veränderten Wissenskulturen beitragen. Die These der Medialisierung der Wissenschaft verweist auf die aktive Rolle der Medien bei der Produktion von Wissen. Die Tagung fragt, wie durch Medien Ereignisse in neuer Weise zu öffentlichen Ereignissen werden und welche Möglichkeiten der Dramatisierung oder gar Skandalisierung daraus folgen könn! en.

Wissenschaft und Technik in der Populärkultur

Technik ist ein fester Bestandteil der Populärkultur. Erzählungen, Romane, Comics oder Filme schaffen wirkungsmächtige Technik-Bilder und -Mythen. Die Populärkultur bildet eine Reflexionsebene für Umbrüche und Verschiebungen in den technischen und sozialen Bedingungen. Gerade in Science Fiction-Romanen oder -Filmen erhielten Technik-Visionen, ihre gesellschaftliche und kulturellen Implikationen, Strategien, Hoffnungen und Befürchtungen eine eigene Darstellungsplattform. Die Tagung soll das Spannungsfeld zwischen Technik-Darstellungen in der Populärkultur, in Institutionen der Technik-Kommunikation und im Bereich der professionalisierten Ingenieurwissenschaft aufzeigen und so das Verständnis von Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Technik und Öffentlichkeit vertiefen.

Vorträge können sich mit den genannten Themenfeldern befassen. Auf der Tagung in Berlin soll außerdem eine Sektion mit Vorträgen ohne thematische Bindung angeboten werden.

Abstracts (ca. eine Din-A4 Seite) schicken Sie bitte

bis zum 31.12.2005

an:
  • Dr. Johannes Abele
    Universität des Saarlandes
    Ref. 4 Bologna-Büro
    66041 Saarbrücken
    E-Mail: j.abele [at] web.de
  • Martin Meister
    Technische Universität Berlin
    Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin
    Hardenbergstr. 36 A (Sekr. P 2-2)
    D-10623 Berlin
    E-Mail: Meister[at]ztg.tu-Berlin.de

CFP: Kultur der Wissenschaften - Wissenschaften in der Kultur

Jahrestagung DGGMNT/GWG 2006 - Braunschweig 09/06

Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaften und Technik und Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte, Braunschweig 28.09.2006-01.10.2006, Technische Universität Braunschweig

Deadline: 31.05.2006

GEMEINSAME JAHRESTAGUNG DER GESELLSCHAFT FÜR GESCHICHTE DER MEDIZIN, NATURWISSENSCHAFTEN UND TECHNIK (DGGMNT) UND DER GESELLSCHAFT FÜR WISSENSCHAFTSGESCHICHTE (GWG)
vom 28. September bis zum 1. Oktober 2006 in Braunschweig

Aufruf zur Anmeldung von Sektionen und Vorträgen

Die Vorstände beider Gesellschaften bitten um Vortragsanmeldungen zum Rahmenthema:

Kultur der Wissenschaften - Wissenschaften in der Kultur

Die Kulturgeschichte der Wissenschaften - einschließlich der mit ihnen verbundenen Praktiken wie in der Medizin, der Technik, der Justiz oder der Bildung - ist vielfach und vielfältig Gegenstand aktueller Forschung, aber noch kaum zusammenfassend zum Thema gemacht worden. Auf der einen Seite geht es dabei um die Kultur der Wissenschaften, der Technik und der Medizin in ihrer je fach-, orts- und zeitspezifischen Ausprägung und Entwicklung, also um einen kulturwissenschaftlichen bzw. ethnologischen Blick auf ihre Praktiken, eingeschlossen die Praxis der Theorie. Auf der anderen Seite steht die wissenschaftlich-technische Prägung der Kulturen und ihrer Teile. Wenn "Kultur" das selbstgesponnene Gewebe der Bedeutungen (Clifford Geertz) ist, welche Rolle haben wissenschaftliche und technische Dinge, Praktiken, Begriffe und Ideen in diesem und für dieses Gewebe? Was bedeuten Kerbholz oder Handy, Begriffe wie "Gen" oder "Ozon" in der Kultur, die sie gebraucht? Wovon ist die Rede, wenn von Prozessen wie z. B. der "Verwissenschaftlichung" eines kulturellen Feldes gesprochen wird? Schließlich geht es selbstverständlich auch um eine Reflexion auf den Begriff "Kultur" und seinen Gebrauch im Allgemeinen wie im Einzelfall, und zwar jenseits der bzw. quer zu bestehenden disziplinären Schranken.

Die gemeinsame Tagung soll in Fachsitzungen, Sektionen und
Plenarvorträgen (wie in der DGGMNT üblich) und in einem eintägigen Symposium (wie in der GWG üblich) einen Überblick über die aktuelle Forschung geben. Die Plenarvorträge und das Symposium behandeln eine Reihe von Themenfeldern wie allgemeine Kulturgeschichte, Kulturen des Experiments, Körper und Alltagskultur, Kultur der Gelehrsamkeit, Verschriftlichung und Visualisierung von Wissen, Religion und Theologie, Rundfunk und Fernsehen als Kulturtechniken, sowie Stadtkultur, Technik
und Wissenschaft.

Das Programm wird von einem Komitee aus Mitgliedern beider
Gesellschaften zusammengestellt. Mit diesem Aufruf bitten wir - im
Rahmen des Tagungsthemas - um die Anmeldung von Sektionen (2 Stunden für 4 Beiträge bzw. 3 Beiträge und ein Kommentar), sowie von Einzelbeiträgen (maximal 20 Min.), die in den Fachsitzungen vorzutragen sein werden.

Anmeldungen von Beiträgen oder vollständigen Sektionen sollen unter Angabe der/des Vortragstitel/s, der vollständigen Adresse der/des Referentin/en und beigefügter Zusammenfassung/en (20-30 Zeilen) bitte bis

spätestens zum 31. Mai 2006

(Sektionsanmeldungen ohne Zusammenfassungen bitte bereits

vorab zum 31. März 2006)

eingeschickt werden, und zwar an den
  • Präsidenten der Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte
    Prof. Dr. Mitchell Ash
    Institut für Geschichte
    Universität Wien
    Dr. Karl-Lueger-Ring 1
    A-1010 Wien
    (E-mail: mitchell.ash[at]univie.ac.at)
oder an den
  • Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik
    Prof. Dr. Herbert Mehrtens
    Historisches Seminar
    Technische Universität Braunschweig
    D-38023 Braunschweig
    (E-mail: h.mehrtens[at]tu-bs.de)
 

CfP: EASST 2006: Reviewing humanness: bodies, technologies and spaces

UPDATE, 7.12. 2005
EASST Conference 2006, University of Lausanne, EXTENDED DEADLINE: Paper and session proposals will now be accepted up to the new deadline of January 16th, 2006

Session proposals are provisionally published on the Conference website http://www2.unil.ch/easst2006/ see "what's new".
Send your session proposal as soon as possible to easst2006 [at] unil [dot]ch

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Call for Papers EASST 2006
EASST Conference in Lausanne, Switzerland, August 23-26, 2006

The biennial conference of the European Association for the Study of Science and Technology will be held in Lausanne from 23rd to 26th August, 2006. All members of the European science, technology and innovation studies community are invited to attend. Contributions are particularly encouraged which address the general conference theme.

"Reviewing humanness: bodies, technologies and spaces"

What is it to be human today ? Human "nature" is made and re-made by ideas and practices assembling bodies, technologies, and spaces. Three processes in particular seem to be transforming the very notion of humanness:

1. it is reconfigured by the life sciences, from genetics to neurobiology, with the invention of new forms of human corporeity. Within contemporary philosophy and STS literature, this is associated with conceptual changes, displacing traditional binaries such as human/animal, animal/machine, nature/technology, mind/body towards all kinds of hybrids.
2. it is reassigned to and redistributed throughout sociotechnical networks and artifacts. In other words, the notion of humanness is rethought; it is considered no longer to be enclosed within the human subject, but instead disseminated in and through human-made objects and technological systems.
3. it is rescaled by the increase in transnational connections and the development of a cosmopolitan imaginary. The increase of spatial mobility (international migration, tourism, professional travel, etc.) and information flows, 'stretching' social relations across space, have reterritorialized, and in the best cases broadened, our conceptions of humanness.

The conference organizers invite contributions that address both a general conceptualization of humanness and these three particular processes. The further aim of this conference is to address the political (in the broad sense of the term) dimension of a reviewed humanness. The re-fabrication of humanness is not only an academic thought-experiment but a daily life experience, and sometimes an object of concern, for society as a whole. The organizers therefore also invite contributions specifically focusing
on the politicization of contemporary humanness. Such topics include:

a) issues related to participative forums created by state or supranational organizations to trigger public debate around the anthropological consequences of scientific and technological innovations;
b) initiatives of different segments of civil society (patient organizations, feminist movements, indigenous groups, consumer associations, etc.), including public action and mobilizations, regarding the definition of research agendas, the organization of knowledge production and diffusion, or the political regulation of the three above-mentioned processes;
c) questions regarding participation in the global redefinition of humanness. Are not large sectors of humankind excluded from these changes? Do they mean the same thing regardless of social class, gender and ethnicity?

Threads:
1. Biomedical practices, politics and markets
2. Medicine, healthcare & patients
3. Information and communication technologies
4. Technological artifacts & users
5. Environments, landscapes and resources
6. Spatialities, transnationalism and governance
7. Expertise, governance & publics
8. Normative issues & the production of norms
9. Science, politics & markets
10. Knowledge objects, practices & cultures
11. Science, culture & arts
12. Practices and processes of innovation
13. STS in practice (methods, research networks, computer tools)

Contributions will be welcome from the range of disciplines found within the broad field of science, technology, and society studies. For those whose work does not relate directly to the Conference's theme, there are open paper sessions.

Deadline for abstracts and session proposals: December 16th, 2005

Abstract submissions should include all contact details, the text of the abstract (300 words), three keywords and the preferred Conference Threads. Please use the ad-hoc template file on the website as the basis for your submission and send it by December 16th, 2005, to easst2006[at]unil.ch

If you plan to propose a session, please send a message to the organisers as soon as possible, and put « session proposal » in the subject of your e-mail. In order to help the preparation of the programme, session proposals will be posted on a page of the Conference's website. Session proposals should include all contact details, the text of the proposed session (600 words max.). Please use the ad-hoc template file on the website as the basis for your submission and send it by December 16th, 2005, to
easst2006[at]unil.ch

All information can be found on the Conference's website

Contact : easst2006 [at] unil.ch, Tel/Fax : +41 21 693 84 77
Address: EASST 2006, University of Lausanne, IEPI, Bat. Humense, CH-1015 Lausanne, Switzerland

_______________________________________________
Martina Merz
Observatoire Science,
Politique et Société
University of Lausanne | Switzerland
Rue de Bassenges 4 | CH 1024 Ecublens
phone +41 21 692 3703 | fax +41 21 692 3705
martina.merz[at]unil.ch
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CfP Technologie und Philosophie: Francis Bacon und seine Zeitgenossen

CFP: Technologie und Philosophie: Francis Bacon und seine
Zeitgenossen - Frankfurt am Main 07/20006
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Dr. Gisela Engel, Zentrum zur Erforschung der Fruehen Neuzeit,
Dr. Nicole C. Karafyllis, Institut für Polytechnik/Arbeitslehre und
politische Bildung, Dott. Romano Nanni, Direktor des Museo Leonardiano (Vinci)
Dr. Claus Zittel, SFB/FK 435 Wissenskultur und gesellschaftlicher
Wandel, Teilprojekt D 4: Formen und Funktionen ästhetischer Generierung von Wissen in der Frühen Neuzeit
07.07.2006-08.07.2006, Frankfurt am Main
Deadline: 01.11.2005
Call for Papers
Internationale Konferenz / International Conference

Technologie und Philosophie: Francis Bacon und seine Zeitgenossen
Philosophies of Technology: Francis Bacon and his Contemporaries
Frankfurt am Main, 7./8. Juli 2006

Ein Projekt des Netzwerks Technology as Cultural Heritage / La Storia del Disegno Technico del Rinascimento e della Prima Modernità come Patrimonio Comune Europeo. Gefördert vom Programm Kultur 2000 der Europäischen Kommission, Generaldirektion Bildung und Kultur

Vorbereitender Arbeitskreis:
Dr. Gisela Engel, Zentrum zur Erforschung der Fruehen Neuzeit,
Dr. Nicole C. Karafyllis, Institut für Polytechnik/Arbeitslehre und
politische Bildung, Dott. Romano Nanni, Direktor des Museo Leonardiano (Vinci), Dr. Claus Zittel, SFB/FK 435 Wissenskultur und
gesellschaftlicher Wandel, Teilprojekt D 4: Formen und Funktionen
ästhetischer Generierung von Wissen in der Frühen Neuzeit


Viele Ereignisse und Entwicklungen, insbesondere die Europäisierung unserer intellektuellen Horizonte, verlangen nach einer verstärkten Besinnung und Debatte über Kategorien unseres Denkens: Was ist "Europa" und wie ist es geworden? Welche Traditionen teilen "Europäerinnen" und "Europäer"? Gehören Technik und Technologie zu einem gemeinsamen europäischen kulturellen Erbe? Worin zeigt sich dieses Erbe und wie gehen wir mit diesem Erbe um? Diesen Fragen soll die geplante Konferenz anhand einer Auseinandersetzung mit dem Werk Francis Bacons, seiner Zeitgenossen, der Vorläufer und Nachfolger in kulturgeschichtlicher Perspektive nachgehen.

Der Beitrag Francis Bacons und der nach ihm benannten ‚baconischen’ Wissenschaften zur europäischen Wissenschafts- und Geistesgeschichte besteht nach allgemeiner Auffassung in der Etablierung und Tradierung einer auf Experiment und gezielter Beobachtung sich stützenden empiristischen Forschungsstrategie. Damit verbunden war eine im Umgang mit technischen Neuerungen erworbene Deutung von Welt und Natur. Zur Geschichte technischer Entwicklungen in der Renaissance und in der Frühen Neuzeit, zur Bedeutung technischer Modelle für die Entwicklung von Erkenntnismodellen sowie für Erklärungs- und Deutungsmuster vieler Zusammenhänge (z.B. über das Uhrmacherhandwerk und die Uhr als Metapher in politischen Zusammenhängen, über Automatenbau und Verständnisse vom Körper als Automat) liegen bedeutende Erkenntnisse vor. In der Tradition Leonardos und Bacons finden sich jedoch viele weitere Beispiele für das Erproben ganz unterschiedlicher technischer Modelle, in deren Licht die übliche Konzentration der Forschung auf Uhr, Vakuumpumpe und Automat sowie die Kontur des damit veranschaulichten mechanistischen Weltbilds als zu einseitig erscheinen. Wir möchten im Rahmen der geplanten Konferenz weniger ausgetretenen Pfaden folgen und zwei Schwerpunkte
setzen:

1. Die Bedeutung technischer Modelle in naturphilosophischen/
naturhistorischen Erkenntniskontexten und für die Geschichtsphilosophie

Technische Neuerungen erzwingen und ermöglichen neue Formen der Welt-Deutung, sowohl als faktisch vorliegende Modelle als auch in Form von deren visionärer Utopie. Durch das neue, traditionellen
Interpretationsmustern sich nicht einfügende Material entsteht
einerseits ein Deutungsdruck, andererseits offerieren technische
Erfindungen zugleich auch neue Modelle für die Weltdeutung. In bezug auf die Situation in der Frühen Neuzeit sollen u.a. die folgenden Fragen berührt werden: Auf welche Weise und mit welcher Reichweite dienen technische Modelle als Erklärungsmodelle für Welt überhaupt? Welche konkreten technischen Modelle (über die der Uhr, Vakuumpumpe und des Automaten hinaus, z.B. thermo- oder hydrodynamische Modelle wie Ofen, Destillierapparate, Mühlen, aber auch Webstuhl, Papierherstellungstechniken, Druckmaschinen, Bergbautechnik etc.) konkurrierten in der theoretisch-explanativen Sphäre von frühneuzeitlicher Wissenschaft miteinander? Wie verschiebt sich durch bestimmte technische Neuerungen das Verhältnis der Reflexionsbegriffe von „Natur“ einerseits und denen von „Technik“ andererseits? In welcher Beziehung stehen dazu die Konzepte von „ars“ und „scientia“? Wie gestaltet sich die Rolle "säkularer" technischer Apparate als Mittel magischer Naturbeherrschung? Auf welcher Ebene des Wissens sind vorhandene Techniken und Artefakte anzusiedeln, und welche Wissenstopologien werden dabei zugrundegelegt? Was bedeutet dies für neue Konzeptionen von Geschichte und Fortschritt?

2. Die Entwicklung technischer Neuerungen in der Renaissance und in der Frühen Neuzeit in Europa

Um die epistemologischen Fragen kultur- und sozialhistorisch zu
kontextualisieren, soll in einem zweiten Themenschwerpunkt den folgenden Fragen nachgegangen werden: In welchen Bereichen (z.B. Land- und Forsttechnik/ Bauwesen/ Textil- und Papierherstellung und -verarbeitung/ Hauswirtschaft/ Manufaktur/Militärtechnik u.a.) fanden in welchen Regionen technische Neuerungen statt? Wer entwickelte welches neue Verfahren aus welchen Interessen? In welche Herrschaftszusammenhänge waren technische Entwicklungen eingebunden? Gab es einen Techniktransfer? Wie fand er statt? Welche europäischen Regionen standen miteinander in Kontakt und wirkten ggf. auch über Europa hinaus? Gab es eine bewußte Ablehnung bzw. Beförderung technischer Neuerungen? Und wodurch wurde die Idee des „Neuen“ in der technischen Entwicklung vorangetragen? Gibt es einen "europäischen" Technisierungsprozeß, und welche Rolle spielen evtl. die "Peripherien" und "Semi-Peripherien" (Wallerstein) in diesem Prozeß? Bacon formulierte ein Forschungsideal, das auf wissenschaftliche Kooperation setze, deren Früchte dem Allgemeinwohl zugute kommen sollten, und das aber in bezug auf das technische know how die Öffentlichkeit ausschloß. War dies nur eine bloße Idee Bacons oder spiegelt dieses Ideal eines priviligierten Herrschaftswissens typische gesellschaftliche Vorstellungsmuster seiner Zeit?


Bitte senden Sie uns ein Exposé mit einem Themenvorschlag (ca. 25-30 Zeilen) und eine kurze biobibliographische Angabe (20-25 Zeilen) bis zum 1. 11. 2005 an eine der u.a. Email-Adressen zu.

Dr. Gisela Engel, Zentrum zur Erforschung der Frühen Neuzeit, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
G.Engel[at]em.uni-frankfurt.de

Dr. Nicole C. Karafyllis, Institut für Polytechnik/Arbeitslehre und
politische Bildung, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Karafyllis[at]em.uni-frankfurt.de

Dr. Claus Zittel, SFB/FK 435 Wissenskultur und gesellschaftlicher
Wandel, Teilprojekt D 4: Formen und Funktionen ästhetischer Generierung von Wissen in der Frühen Neuzeit, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
c.zittel[at]em.uni-frankfurt.de
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Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.








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