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CFP: Medium Computer. Geschichte(n), Visionen, Phantasmen - Universität Lüneburg

CFP: Medium Computer. Geschichte(n), Visionen, Phantasmen -
Universität Lüneburg 07/07
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Fachgruppe "Computer als Medium" im
Fachbereich "Informatik und Gesellschaft" der
Gesellschaft für Informatik e.V., Universität Lüneburg
12.07.2007-14.07.2007, Rechenzentrum
Deadline: 31.03.2007

Call for Participation

Noch bevor der Computer als "Medium" verstanden wurde, hatte die
Kybernetik ihn mit Zukunftsphantasien und Hoffnungen überladen. Nur staatliche Denkmaschinen sollten noch in der Lage sein, eine viel zu komplex gewordene Welt friedlich und gerecht zu regieren.
Die Automatisierung produzierte Ersatzphantasmen und Wohlstandsverprechen für eine Gesellschaft, der die Arbeit ausgehen sollte. Cyborgs und künstliche Intelligenzen drohten, den Menschen zu überholen und in 'prometheischer Scham' zurückzulassen.
Als Medium entdeckt, versprach der kommende PC nicht weniger als die Veränderung der Welt. "The human mind is born free, yet everywhere it is in chains", sprach Ted Nelson 1974 Rousseau nach. Das utopische Einsatzgebiet des Computers als Medium von Freiheit, Gleichheit und Wissen war eröffnet.
Eine andere visionäre Vorstellung sorgte in der Unterhaltungsindustrie Ende der 80er Jahre für eine neue Goldgräberstimmung: ein digitales Multimedia-Center sollte als universelles Unterhaltungsmedium in unsere Wohnzimmer einziehen und die herkömmlichen Einzelmedien und ihre Settings verdrängen.
Doch die Entwicklung verlief weder wie von Nelson noch wie von der
Medienindustrie geplant und gewollt. Das WWW schluckte Nelsons XANADU, und als erfolgreichster Unterhaltungscomputer schrieb zunächst einmal ein kleines Spielzeug von Nintendo Geschichte.
Gerade die Überraschung, die begrenzte kulturelle und ökonomische
Planbarkeit, scheint ein Leitmotiv der rasanten Entwicklung des
Computers als Medium zu sein. Computer erzählen eine Erfolgsgeschichte von ungeahntem Ausmaß und dienen zugleich als Durchlauferhitzer für Zukünfte, die meist anders kommen als gedacht.
Daher fragen wir:
Was war der 'Computer als Medium' und wo stehen wir heute?
Was ist auf der Strecke geblieben, die KI, der Analogrechner, die
Bionik?
Was ist anders gekommen als gedacht, die Computer-Literacy, der Tod des Buches und anderer alt gewordener Medien, ein neues Urheberrecht?
Was wurde laut angekündigt und leise begraben?
Welche Phantasmen und Visionen halten sich hartnäckig?
Was ist passiert, was sich niemand gedacht hatte: Human Computing, Social Software, Second Life, mySpace und YouTube?

Termine
Senden Sie bitte ein- bis zweiseitige Zusammenfassungen Ihres Beitrags zum Workshop HyperKult 16 (wissenschaftliche Vorträge, Demonstrationen technischer oder künstlerischer Art)

bis zum 31. März 2007

an
Universität Lüneburg
Rechenzentrum
HyperKult
21332 Lüneburg
oder

mailto:hyperkult{at]uni-lueneburg.de

Organisation
Rolf Großmann
Martin Schreiber
Martin Warnke

Programm
Lena Bonsiepen (Biesenthal)
Wolfgang Coy (Humboldt-Universität zu Berlin)
Rolf Großmann (Universität Lüneburg)
Jochen Koubek (Humboldt-Universität zu Berlin)
Andreas Möller (Universität Lüneburg)
Claus Pias (Universität Wien)
Martin Schreiber (Universität Lüneburg)
Georg Christoph Tholen (Universität Basel)
Georg Trogemann (KHM Köln)
Martin Warnke (Universität Lüneburg)

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Martin Warnke

Universität Lüneburg, Rechenzentrum



hyperkult[at}uni-lueneburg.de

Homepage

CfP: Interaktivität / Information / Interface / Immersion

Eine eher medienphilosophische Tagung im Frankfurter Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie wird hier angekündigt.

Call for Papers
Interaktivität / Information / Interface / Immersion

Nicht erst mit Social Software, Weblogs, Wikis ist deutlich geworden, dass digitale Kommunikationstechnologien mehr oder minder komplexe soziale Programme sind, deren Nutzung Wahrnehmung, Umwelterfahrung, Abstraktionsfähigkeiten, Vertrauensregeln uvam. unumkehrbar verändern. Konnte man in den 1980ern und 1990ern noch von ´en passant´ entstehenden ´quasi-sozialen´ Zusammenhängen zwischen Menschen sprechen, von Strategien urbaner, künstlerischer `Umnutzung´ (Digitales Amsterdam), der Verschwörung der das Internet nutzenden Konsumenten oder nutzergebundener Cybersociety, so hat sich dies gründlich verändert.

Die Realitäten haben sich verschoben von technology driven systems über media driven systems zu user / project generated content. Nicht nur die Referenzen von Sozialem, Kulturellem, Ökonomischem und Politischem ändern sich in dem Maße, wie die Empirie des Künstlichen zu einer globalen Selbstverständlichkeit wird. Es entstehen beispiellose Modellierungszusammenhänge für Soziales, dessen Orte in der Verbindung weltweit verteilter Agencies bestehen. Digital Natives, Menschen, die mit Computer-Internetanwendungen aufgewachsen sind, haben einen Paradigmenwechsel des Sozialen und Kulturellen eingeleitet. Anstelle der Geografie des Sozialen, tritt dessen global verteilte Szenografie. Dennoch sind gerade in diesen Zusammenhängen die Fragen nach den Logiken von Kontinuität der Interaktionen, der zuverlässigen und wiederholbaren Anwesenheit, der lernenden Anpassung, der sinnhaften / sinnvollen Abstraktionen zu sozialen Markern der Programmierung, Nutzung und Weiterentwicklung geworden.

Heutige Entwürfe und Programme digitaler Umwelten stehen zunehmend unter den Anforderungen, komplexe, multisensorische, transkulturelle, global aktionsfähige und robuste informationelle Umwelten anzubieten. In diesen Veränderungen zeichnen sich die Bedarfe nach expliziten Modellierungen menschlicher Kooperations- und Kulturfähigkeit ab. Softwareproduktion tritt damit aus der High-Tech-Nische der Informatik und Mediendesigner heraus und rückt immer mehr in das Aufmerksamkeitsfeld von Kultur- und Sozialanthropologen. Zugleich wächst der Bedarf danach, mehr über die Logiken des Hervorbringens (v. Glasersfeld) von Kultur zu wissen und dies in einer Form, die die Anwendung ermöglicht. Die Forderungen nach ausdrücklichen und programmsprachlich darstellbaren Kulturkonzepten rücken nahe an jene von Herbert A. Simon geforderte Wissenschaft vom Künstlichen, aber auch an die Forderung von Norbert Elias, eine Entwicklungstheorie der Abstraktion wissenschaftlich vorzulegen.

Nun ist sicherlich nicht davon auszugehen, dass mit expliziten und programmsprachlichen Modellen von Kooperation, Kulturentstehung, Abstraktion und Künstlichem die Myriaden zufälliger Beziehungen, Interaktionen, Phantasien und Fiktionen, Routinen und Vergesslichkeiten weggewischt werden. Nein, das nicht. Aber die Möglichkeiten dieser werden durch die weltweite Positionierung von programmierten Umwelten grundlegend verändert. Kybernetische Räume sind weltweit zu nicht-natürlichen Selbstverständlichkeiten geworden. Computertechnologie wird als Ubiquitous Computing ausgelegt, direkte Steuerung von Computern durch Gehirnströme löst die Steuerung über Maus oder Auge ab. Präsenz und Telepräsenz, jene wichtigen Worte früherer Forschungen, werden überlagert von Computertechnologien, die unter die Haut, in die Kleidung, in die Augen, ins Gehör gehen oder einen eigenwertigen Realitätsbereich generieren, ohne den heutige und morgige Realitätsreferenzen nicht mehr gelingen werden. S. Jones fragte vor 10 Jahren: „Where are we when we are online“ und J. Meyrowitz stellte fest: “being elsewhere”. Elektronische Spiele, e-Sports, ca. 1 Milliarde Menschen, die täglich in einem der über 40.000 Local Area Networks arbeiten, leben in Virealitäten (M. Klein). Welcher Art sind die Lebens-, Kommunikations-, Arbeitszusammenhänge dieser? Wie sollten die virtuellen Raumwelten entworfen sein, um für weitere intelligente zivilisatorische Lösungen hinreichend komplexe Umgebungen für Wahrnehmung, Entwurf, Entscheidung, Routine, Vertrauen etc. zu schaffen?

Mit dem Aufkommen komplexer Kooperations- und Community-Software wird sich die Internationale Konferenz > I hoch 4 < beschäftigen.

Wir nehmen an, dass an den Entwicklungen der medialen Fähigkeiten des Menschen alle sinnlich-geistigen Fähigkeiten des Menschen, seine Abstraktions-, Entwurfs- und Gestaltungsfähigkeiten beteiligt waren und sind. Sprechen wir von Medien, so bewegen wir uns in den Feldern der Wahrnehmung, der Abstraktion, der Speicher, der Erhaltungsregeln für Notiertes, der Texte und der heiligen Texte, der Großen Erzählungen und Echtzeitmedien, verblassenden einzelmenschlichen Erinnerungen, Inszenierungen von kulturellem Gedächtnis und der Überschreitung überlieferter Wissensregime. In welchem quantifizierbaren oder qualifizierbaren Verhältnis sie durch Wahrnehmung, durch Interaktion zu einander gestellt werden, lässt sich nicht bestimmen. Stellt man diese Idee der zusammenführenden Organisation als ein Auswahlverfahren oder gar als ein Selektionsprinzip dar, wird das Gewicht dieser These deutlich. Sie besagt dann, dass jede interaktive Wechselseitigkeit ein Selektor ist, die Bindungskraft von Interaktivität in der Verfassung von Auswahl-, Verbreitungs- und Erhaltungs-Maßstäben besteht.

Dies gilt für die Standards zu hören, lesen, schreiben, schmecken, zu denken, musizieren u.v.a.m.

Wir erwarten und verlangen zunehmend ´mehr´ von Medien, mehr Informationen, mehr Auswahlangebote und mehr Selektionsfreiheit, mehr Welt, mehr Nähe, mehr Unterhaltung, mehr Biografie, mehr Community: sie sollen uns ansprechen, unterhalten, informieren. Dies deutet nicht nur auf Konsum der Medien hin. Der oft angesprochene Realitätssinn ist längst eingefügt in den Mediensinn. Realitätssinn ist als Mediensinn verkörpert. Wir nehmen Welt in Medien ernst, anerkennen die Realität der Informationen, vertrauen diesen und den Regeln, sie ernst zu nehmen.

Die Konferenz wird sich diesem Fragenrahmen digital medialer Umwelten und den ihnen einprogrammierten Wegen informationeller Generierung von Kulturmustern unter den vier Konzepten widmen:

Interaktivität / Information / Interface / Immersion

Auf den ersten Blick auseinander liegende Fragen, die die Konferenz beschäftigen sollten, könnten z. B. sein: Welche Verbindungen zwischen Software-Entwicklungen und kultureller Evolution können derzeit benannt werden? Welche Bedeutung kommen ko-evolutionäre Prozesse zwischen Wahrnehmung, Abstraktion, Formen der Virtualisierung, digitalen Technologien und Kommunikationsfähigkeit zu? Welche Art von Raum / von Räumen entsteht? In welcher Weise beeinflussen digitale Kommunikationsräume Urbanisierungsprozesse und Häuserarchitektur? Welche Bedeutung hat Spiele-Software bei der Neuformung von sozialen Zusammenhängen? Welche Prozesse von Kooperation und Kollaboration entstehen? Was gehört zu einem expliziten Modell des Sozialen unter digitalen medientechnologischen Bedingungen? Wie beeinflussen digitale Kommunikationsinstrumente die Einrichtungen von Kinderzimmern, Wohnräumen, Innenarchitekturen? Wie ist die Veränderung von idioty of mass, knowledge of the crowd zu knowledge generating virtual community zu erklären? Sind Umrisse einer virtuellen Zivilisation erkennbar? Welche Bedeutung kommt der netzintegrierten Communitybildung zu? Wie verändern sich Lernen sowie der Aufbau und die Legitimierung von Wissen?

Themen- und Referatsvorschläge bitte mit max. 3.000 Zeichen bis zum 31. März 2007

Initiator und Ansprechpartner:

Prof. Dr. Manfred Faßler FAMe – Frankfurt / Forschungsnetzwerk Anthropologie des Medialen Frankfurt Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie J W. Goethe-Universität fasslermanfred[at]aol.com
 

CfP: m e d i e n + e r z i e h u n g: Wie Medien sich ins Beziehungsleben einklinken

m e r z W i s s e n s c h a f t
m e d i e n + e r z i e h u n g
c a l l f o r p a p e r s 2 0 0 6


Wie Medien sich ins Beziehungsleben einklinken

Mit der zunehmenden medialen Durchdringung des Alltags werden auch die Beziehungsnetze der Menschen komplexer und neue Beziehungspartnerinnen und -partner treten auf den Plan. Dieses neue Thema für die Kommunikationswissenschaft und die Medienpädagogik ist wie so oft zunächst einmal von Besorgnis geprägt: Manche der raren Untersuchungen konstatieren, dass Beziehungsnetze brüchiger werden, andere befürchten eine Substitution menschlicher Beziehungspartner durch maschinell generierte. Wieder andere beschäftigen sich mit der Frage, ob parasoziale Gegenüber überhaupt richtige Beziehungspartner sind oder ob sich hier eine Virtualisierung von Menschsein abzeichnet.

Die Mediengesellschaft verändert nicht nur Kommunikationsumgebungen und -praktiken, sie tangiert auch das Beziehungsleben der Menschen:
• Medien beeinflussen Beziehungen, indem sie z. B. dazu
bestimmte Vorstellungen, Bilder und Ideale vermitteln.
• Medien gestalten Beziehungen mit, denn schon mit der Wahl der
Kommunikationsform wird ein bestimmter Rahmen gesetzt. So
macht es z. B. einen Unterschied, ob man sich über Chat, ICQ
oder E-Mail austauscht.
• Medien konstituieren neue Formen von Beziehungen, insbesondere
dann, wenn z. B. mit virtuellen Charakteren interagiert wird oder
wenn Beziehungen online gestiftet und gelebt werden.

Seit die digitalen Medien immer weiter in Kultur und Gesellschaft vordringen, lässt sich die Frage nach der Bedeutung von Medien für das Beziehungsleben von Menschen nicht mehr allein im Hinblick auf Massenmedien und ihr Angebot an parasozialen Beziehungen betrachten. Hinzu kommen Medien wie Handy und Chat oder Computerspiele, die durch die mit ihnen möglichen Kommunikationsformen auch neue Akzente in den Beziehungsformen setzen, in parasozialen zu Medienfiguren, in sozialen zu Menschen, mit denen man über Medien kommuniziert, in pseudosozialen zu softwaregestützten Figuren wie Lara Croft, Tamagotchis oder anderen künstlichen, nur scheinbar sozialen Akteuren.

merzWissenschaft bietet ein Forum, um die wissenschaftliche Auseinandersetzung in der Medienpädagogik zu fördern und die theoretische Fundierung der Disziplin weiterzutreiben. Dabei sollen auch Forschungen im Ausland einbezogen werden. Zugleich möchte merzWissenschaft mit benachbarten Disziplinen Debatten über medienbezogene Perspektiven anregen. merzWissenschaft erscheint einmal jährlich, jeweils als letztes merz-Heft des Jahres. Für das Jahr 2007 lädt merzWissenschaft zur Einreichung von Beiträgen ein, die im oben skizzierten Themenkomplex verortet sind.

Kriterien
Erwünscht sind Beiträge, die
• empirisch oder theoretisch fundiert sind,
• neue Aspekte oder Zugänge zum Thema aufzeigen und
• bisher unveröffentlicht sind.

Interessierte Autorinnen und Autoren werden gebeten, bis zum 26. Februar 2007 ein Abstract (max. 4000 Zeichen inkl. Leerzeichen) bei merz einzureichen. Im Falle der Annahme der Abstracts durch die merzWissenschaftsredaktion stehen ca. 14 Wochen für das Verfassen der Beiträge (max. 30.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) zur Verfügung. Abgabe der Artikel ist der 25. Juni 2007. Die eingereichten Beiträge werden anschließend in anonymisierter Form einem Peer Review Verfahren unterzogen. Erscheinungstermin für merzWissenschaft ist Ende 2007.

Termine im Überblick
26. Februar 2007: Abgabe der Abstracts
19. März 2007: Entscheidung über die Annahme bzw. Ablehnung von
Beiträgen
25. Juni 2007: Abgabe der Beiträge
02. Juli bis 7. September 2007: Begutachtungsphase
August/September 2007: ggf. Überarbeitung
01. Oktober 2007: endgültige Abgabe

merzRedaktion, Pfälzer-Wald-Str. 64, D - 81539 München, merz@jff.de
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Susanne Eggert, Fon +49.89.68989-120
 

CFP: Technik und Wissen

CFP: Gesellschaft für Technikgeschichte
11.05.2007-13.05.2007, TU Bergakademie Freiberg
Deadline: 12.01.2007

Technik und Wissen

Technik kann ohne Wissen weder hergestellt noch genutzt werden. So allgegenwärtig "Wissen" demnach auch in der Geschichte der Technik ist, birgt die Analyse der historischen Dimension solcher Wissensformen nicht unerhebliche methodische und konzeptionelle Herausforderungen. Ziel der wissenschaftlichen Jahrestagung der GTG im Mai 2007 in Freiberg ist es, in diesem auch tagespolitisch viel diskutierten Themenfeld eine Sichtung von Ansätzen und Fallstudien zu ermöglichen und Potentiale wie Probleme einer Wissensgeschichte der Technik im interdisziplinären Austausch zu diskutieren.

Wenn es richtig ist, dass Wissen als eigenständiger Produktionsfaktor zunehmend an Bedeutung gewinnt, lässt sich die Debatte über die Wissensgesellschaft auch als Aufforderung an die Technikgeschichte verstehen, neu über das Verhältnis von materieller Technik und technischem Wissen, von Technik und Technologie nachzudenken. Im Rahmen der Tagung ist demnach zu prüfen, inwiefern derzeitige Debatten um Formen des Wissens in benachbarten Wissenschaftsdisziplinen für die Technikgeschichte fruchtbar gemacht werden können. Die Technikgeschichte könnte besonders geeignet sein, laufende Debatten um die "Wissensgesellschaft" historisch zu fundieren, weil sie eine oft unreflektierte Grundannahme dieser Debatte stets bezweifelt hat: die Auffassung, dass die modernen Wissenschaften der entscheidende Motor gesellschaftlichen Wandels seien. Gegenüber einem solchen wissenschaftseuphorischen Tenor wurde vielfach gezeigt, dass ein Verständnis von Technik als "angewandter Wissenschaft" historisch nicht haltbar ist. Entsprechende Debatten erfolgen dabei mit Bezug auf unterschiedliche Konzepte. Neben Gegenüberstellungen wie "science-based industry" versus "industry-based science" ist beispielsweise an Konzepte wie das der "Technoscience" zu denken, das eher gemeinsame Erfahrungen und Wissensressourcen zu bestimmen sucht. Neue empirische Fallstudien aus technikhistorischer Perspektive zu diesem Spannungsfeld könnten einen thematischen Schwerpunkt der Tagung bilden – insbesondere unter der Frage, ob wissenschaftliches und nichtwissenschaftliches Wissen sich jeweils eher ergänzen oder miteinander konkurrieren.

Darüber hinaus werden in der Technikgeschichte seit langem verschiedene Konzepte der "tacit knowledge", des "gestischen Wissens" oder des "habitualisierten Wissens" diskutiert. Ohne sie sind Entwurf, Produktion und Nutzung technischer Artefakte ebenso undenkbar wie die Durchführung komplexer technischer Verfahren. Neben "tacit knowledge" lassen sich zudem spezifische Wissensformen als Produktionsfaktoren von Technik bestimmen, die durch die Nutzung bestimmter Medien und Repräsentationsformen in der einen oder anderen Weise formalisiert sind.
Über Quellenbestände wie Zeichnungen, Modelle oder Aufschreibesysteme sind sie zuweilen vergleichsweise leicht zugänglich. Ihre Nutzung ist seit den antiken Hochkulturen belegt, in der Moderne haben sie kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Auf all diesen Ebenen wären Fallstudien erwünscht, die entsprechende Wissensformen, ihre institutionelle Einbettung und ihre historische Entwicklung untersuchen, sei es mit Bezug auf die Produktion, sei es mit Bezug auf die Nutzung von Technik. Interessant wären zudem Beiträge, die direkte Vergleiche zwischen von Entwicklerseite antizipiertem "Nutzerwissen" und eigenständigen Nutzungsweisen von Technik aufgrund anders gelagerter Erfahrungsbestände ziehen. Denkbar wäre es auch, die Leitfrage der Tagung als eine museologische Aufgabe zu thematisieren. Hier ginge es etwa um die Herausforderung, zusammen mit Exponaten auch das dazugehörige Wissen zu „archivieren“, sowie die Adaption der Präsentationsweisen von Exponaten an das vermutete Vorwissen der Besucher.

Bei der Suche nach technikspezifischen Wissensformen sind zuletzt
vielfach die kontingenten Aspekte technisierter Wissenskulturen betont worden, verkörpert durch die "Tücke des Objekts" ebenso wie die einschränkende Wirkung der natürlichen wie technischen Materialität in wissensbasierten Konstruktionsprozessen. Auch wenn technisierte Wissenskulturen ein hohes Maß an Kontrollfunktionen aufweisen, mag durchaus bezweifelt werden, ob Formen technischen Wissens tatsächlich Kontrolle über Erscheinungsformen von Mensch und Natur garantieren. Mit der zunehmenden Anerkennung solcher Faktoren wie Emotion, Intuition und Kreativität im technischen Innovationsgeschehen gewinnen zudem zwei weitere Fragen an Bedeutung: Zu welchem Grad ist technisches Wissen tatsächlich ein Produkt rationaler Erkenntnis? Und: Durch welche Beglaubigungsformen wird es legitimiert?

Vortragsvorschläge zum Rahmenthema sind aus allen Teilbereichen der Technik wie auch aus allen Epochen willkommen. Mit Blick auf die
Kohärenz des Programms sollten sie jedoch explizit auf Aspekte der oben skizzierten Debatten Bezug nehmen.

Abstracts (max. 500 Wörter) schicken Sie bitte bis zum 12. Januar 2007
an:

Dr. Frank Dittmann
Deutsches Museum
Museumsinsel 1
D-80538 München

f.dittmann[at]deutsches-museum[dot]de

CfP: Erb.gut? Kulturelles Erbe in Wissenschaft und Gesellschaft (Österreichische Volkskundetagung)

Call for papers
Österreichische Volkskundetagung
Innsbruck, 14.-17. November 2007

Die nächste Österreichische Volkskundetagung wird vom Österreichischen Fachverband für Volkskunde, dem Verein für Volkskunde und der Österreichischen UNESCO-Kommission: Nationalagentur für das immaterielle Kulturerbe in Zusammenarbeit mit der Innsbrucker Kollegenschaft vom 14.-17. November in Innsbruck veranstaltet. Als Generalthema der Tagung wurde vereinbart:

Erb.gut?
Kulturelles Erbe in Wissenschaft und Gesellschaft


Die Begriffe Cultural Heritage, Patrimoine und Kulturelles Erbe wurden nicht nur zu inflationär verwendeten Modewörtern in öffentlichen sozialen, kulturellen und politischen Diskursen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Dahinter stehende Konzepte ebenso wie Bestrebungen zu deren praktischer Umsetzung wurden zugleich zum Gegenstand vielfältiger wissenschaftlicher Reflexion, an der sich auch die Europäische Ethnologie / Kulturanthropologie / Volkskunde verschiedentlich beteiligt hat. Dennoch sind sowohl die kulturtheoretischen Hintergründe des Erbebooms als auch deren praktische Konsequenzen erst in Ansätzen erhellt. Die österreichische Volkskundetagung 2007 möchte die entsprechenden Diskussionen auf mehreren Ebenen interdisziplinär weiterführen.

Unter den Fragen, die uns dabei besonders interessieren, sind: Worauf könnte die Konjunktur des Kulturellen Erbes grundsätzlich verweisen? Was sagt uns das fast zwanghaft anmutende Bewahren-Wollen über unser Verhältnis zu Vergangenheit aber auch Gegenwart und Zukunft? Angenommen wir sähen in den Erbeaktivitäten zumindest auch Symptome einer gesellschaftlichen und kulturellen Krise, worin lägen deren Ursachen? Ist Kulturelles Erbe lediglich ein neues Label für Tendenzen, die seit dem Einsetzen der Moderne mit Begriffen wie Historisierung, Musealisierung oder Denkmalschutz umschrieben wurden? Oder: Können wir in der hier nicht zu übersehenden Aufwertung lokaler Kultur die andere Seite der Globalisierung, eine ‚Nebenfolge’ der Modernisierung erkennen? Was sollen die unterschiedlichen Bewahrungs- und Revitalisierungsaktivitäten über die nahe liegenden ökonomischen Nutzungsmöglichkeiten hinaus bewirken? Von wessen Erbe reden wir eigentlich? Wer sind die Erben und wollen diese überhaupt erben? Und wer entscheidet über die Würde oder Bürde des Kulturellen Erbes? In welchem Maße finden dunkle, bedrückende Aspekte des kulturellen Erbes Berücksichtigung? Was passiert mit jenen Objektivationen, die den Titel kulturelles Erbe erhalten? Wie ist deren kulturelle Konsistenz? Welche Probleme bringt das ständig wachsende Kulturelle Erbe in Hinblick auf Erhaltung, Lagerung und irgendwann einmal Entsorgung mit sich? Wie ist das Verhältnis von Kulturellem Erbe und Innovationen? Diese und weitere Fragen sollen im Rahmen der Tagung unter vier thematischen Schwerpunkten diskutiert werden.

1. Materielles und immaterielles Erbe
2. „Vom Nutzen und Nachteil“ des Erbens
3. Kulturelles Erbe und Tourismus
4. Natur als kulturelles Erbe

1. Materielles und immaterielles Erbe
Durch die Hinwendung der UNESCO zum immateriellen Erbe eröffnet sich gerade für die Europäische Ethnologie ein weites Feld von Fragestellungen. Unter diesem Subthema möchten wir zu Beiträgen einladen, die sich z.B. mit der Rolle der Kulturorganisation der Vereinten Nationen im Diskurs über das Kulturelle Erbe beschäftigen, mit Chancen und Grenzen des Begriffs und Konzepts safeguarding insbesondere in Bezug auf das Intangible Cultural Heritage, mit dem Verhältnis von materiellem und immateriellem Erbe, der Problematik von Original und Kopie oder den vielfältigen Aktivitäten im Bereich des digital heritage.

2. „Vom Nutzen und Nachteil“ des Erbens
Die Industrie des kulturellen Erbes produziert eine bunte Vielfalt von Erzeugnissen, die alt aussehen, aber neu sind, die genützt werden wollen und neben Chancen auch Nachteile mit sich bringen, jedenfalls immer Verantwortung evozieren. Unter diesem Subthema könnten Beiträge versammelt werden, die sich kritisch mit Nutzungs- und Wirkungsaspekten Kulturellen Erbes, mit Entscheidungskriterien und -mechanismen, mit möglichen Auswirkungen auf die Identität sozialer Gruppen, aber auch mit dem Umgang mit dem Erbe von Minderheiten, etwa Menschen mit migrantischem Hintergrund oder mit der Frage nach einem gemeinsamen europäischen Erbe auseinandersetzen.

3. Kulturelles Erbe und Tourismus
Auch wenn es nicht so gedacht gewesen sein mag: Die intensivste Nutzung oder Bewirtschaftung erfährt das Kulturelle Erbe in allen seinen Ausdrucksformen gleich wie die Museen durch den Tourismus. Das dritte Subthema der Tagung möchte den Aspekt der touristischen Nutzung bzw. Verwertung des Erbes vertiefen. Referate könnten sich anhand von Fallstudien kritisch mit dem Beziehungsgeflecht Tourismus und Kulturelles Erbe auseinandersetzen.

4. Natur als kulturelles Erbe
Das vierte Subthema ist als weitere Vertiefung und Ergänzung des dritten gedacht. Parallelen in den Bedrohungsinszenarien von Natur und Kultur und in den damit begründeten Unterschutzstellungen verweisen nicht nur auf das zunehmende Ineinandergreifen der beiden Sphären, sondern auch auf eine Tendenz zunehmender Kulturalisierung von Natur. Unter diesem Subthema wäre etwa allgemein nach den Grenzen und Übergängen zwischen Natur und Kultur zu fragen, nach der Inszenierung von Naturräumen, wären aber auch z.B. Natur- und Kulturerbestätten vergleichend zu analysieren.

Abstracts:
An die Abstracts werden folgende Anforderungen gestellt:
Sie sollten eine DIN A4-Seite nicht überschreiten (max. 2.400 Zeichen inkl. Leeranschläge) und in gedruckter oder elektronischer Form (Doc oder PDF-Format) eingereicht werden und sollten Angaben über den beruflichen Werdegang und die derzeitige Tätigkeit der Bewerberin / des Bewerbers enthalten.
Neben einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung sollen sie Angaben über die Fragestellung und die empirische Basis enthalten bzw. Auskunft über den Kontext geben, in dem die Arbeit entsteht, ggf. mit Angaben zu bereits vorliegenden Veröffentlichungen, den Stand der Arbeit bzw. erste Ergebnisse.
Es sollte sich um neue und unveröffentlichte Forschungsbeiträge handeln.

Einsendungen werden bis 15. Januar 2006 unter dem Stichwort „Österr. Volkskundetagung 2007“ an folgende Adresse erbeten.

Karl C. Berger
Karl.C.Berger[at]uibk[dot]ac[dot]at
Institut für Geschichte und Ethnologie
Fach: Europäische Ethnologie/Volkskunde
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Innrain 52, 6020 Innsbruck

Der Vorstand des österreichischen Fachverbands wird gemeinsam mit den Mitveranstaltern im Feber 2007 über die eingelangten abstracts befinden, das endgültige Programm festlegen und im Frühjahr 2007 veröffentlichen.
 

CfP: Interfiction 2006: "Prosumer Culture(s)"

Prosumer oder Produser?

Während ich hier in Tartu in Estland auf der CATaC06-Konferenz weile, flattert mir der CfP der inzwischen traditionsreichen Interfiction in die Mailbox. Das Thema ist "Prosumer Cultures". Das ist insofern ganz witzig, weil ich hier gerade einen Vortrag von Axel Bruns (Queensland University of Technology, Brisbane, Australia) gehört habe, der sich imit dem gleichen Phänomen beschäftigt hat, aber in Abgrenzung von Tofflers Begrifflichkeit den Begriff "Produsage" bzw. "Produser" oder explizit auch für das Deutsche den Begriff "Prodnutzer" vorschlägt. Zur Diskussion um diesen Beitrag komme ich vielleicht noch im Laufe des Nachmittags (Mehr dazu in den Proceedings). Zunächst der Wortlaut des Calls:


interfiction XIII/2006

prosumer culture(s)
DIY-Produktion in einer Arena des Konsums


Call for Papers & Projects

Vom 10.-12. November 2006 findet in Kassel im Rahmen des 23. Dokumentarfilm- und Videofests ein weiteres Mal die interdisziplinaere Workshop-Tagung interfiction statt.

Thema in diesem Jahr:

prosumer culture(s)
DIY-Produktion in einer Arena des Konsum
s

Der Begriff 'prosumer' bezeichnet Personen, die gleichzeitig 'Verbraucher' (engl.: 'consumer') sowie 'Hersteller' (engl.: 'producer') des von ihnen Verwendeten sind. 1980 von dem amerikanischen Schriftsteller und Futurologen Alvin Toffler in seinem Buch "The Third Wave" als Teil einer positiven Utopie für die Technokultur des 21. Jahrhunderts eingefuehrt, scheinen die 'prosumer' mittlerweile tatsaechlich in der Gegenwart angekommen zu sein. Fragt sich nur, wie die Realitaet (in) einer 'prosumer culture' aussieht: Wie funktioniert DIY-Produktion in einer Arena des Konsums?

Dieser und weiteren Fragen rund um das Thema "prosumer culture(s)" will die diesjährige interfiction-Tagung mit
Vorträgen, Präsentationen und Workshops nachgehen.

Das interfiction-Team laedt KuenstlerInnen, TheoretikerInnen, VermittlerInnen, EntwicklerInnen u.a. ein, die Interesse an einem Austausch am Runden Tisch haben und im Rahmen der Workshop-Tagung Thesen und Projekte zum Thema vorstellen wollen, bis 30.07.2006 Vorschlaege fuer Beitraege einzureichen.

Der CFP sowie weiteres Material zum Thema, Basisinfos zur
Workshop-Tagung und die (e-Mail-)Kontaktadresse fuer Einreichungen finden sich hier:


Allgemeine Informationen zu interfiction inklusive Archiv zu den Veranstaltungen 1995-2005


Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest:
 

CfP: Geschlecht – Körper – Technik

Graduiertenkolleg "Arbeit - Gender - Technik. Koordinaten
postindustrieller Modernisierung",
München, 10.11.2006-11.11.2006, Deutsches Museum
Deadline: 31.05.2006

Call for Papers

Interdisziplinärer Workshop des Graduiertenkollegs „Arbeit – Gender –Technik. Koordinaten postindustrieller Modernisierung“ der
Hans-Böckler-Stiftung.

Geschlecht – Körper – Technik

10./11. November 2006
Deutsches Museum, München

Der Workshop thematisiert das Zusammenwirken von Technik, Körper und Geschlecht und fragt nach den wechselseitigen Abhängigkeiten dieser drei Kategorien. Die Kategorien werden dabei als soziale Konstrukte gesehen, die in Bezug zueinander gebildet werden.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Technik nach Gender-Kriterien geformt und unter Gender-Konstellationen produziert und genutzt wird. Technik formt den Körper und dient der Inszenierung von Geschlecht und Körper. Sie dringt in Körper ein, ihre Wirkungsweise am Körper wird von geschlechtsspezifischen Kriterien bestimmt. Welchen Anteil hat Technik generell am Konstruktionsprozess von Körper und Geschlecht? In den letzten Jahren spielte das Zusammenwirken von Körper, Geschlecht und Technik in den unterschiedlichen Forschungsdisziplinen eine immer größere Rolle. Neue Forschungsgebiete, wie etwa die Gender and Technology Studies haben sich etabliert. Technikabhängige Konstitutionsprozesse von Körper und Geschlecht sind zunehmend ins Blickfeld gerückt. Die sozialwissenschaftliche Forschung allerdings sieht in der Vergeschlechtlichung des Körpers noch eher einen diskursiven und kulturellen Herstellungsprozess. Hingegen berücksichtigen Studien zur Technisierung des Körpers wiederum geschlechtsspezifische Fragen nur am Rande. Kontrovers diskutiert wird die Frage, wie die Technisierung der Geschlechterdifferenz die soziale Bedeutung von Geschlecht berührt.

Der Workshop bietet die Möglichkeit, neuere Forschungsergebnisse
vorzustellen und zu diskutieren. Arbeiten zu folgenden Themenbereichen kommen besonders in Frage:

  • Körpertechniken – Körper als Orte menschlicher Interaktion und
    Kommunikation
  • Formung und Nutzung von Technik – Genderprozesse bei Entwicklung und Einsatz von Technik
  • Technikeinsatz am Körper – Inkorporierung des Technischen

Wir freuen uns auf Themenvorschläge aus den Geschichts- und
Kulturwissenschaften, Sozialwissenschaften und der Ethnologie und
Medizin sowie allen anderen Disziplinen, deren Forschungsgebiete sich einer oder mehrerer der genannten Fragestellungen widmen. Fallbeispiele zu einem Themenfeld sind ebenso willkommen wie methodische oder theoretische Zugänge.

Der Workshop will ein Forum für „work in progress“ sein und wendet sich daher insbesondere an Doktoranden und Doktorandinnen und alle, die laufende Arbeiten vorstellen und diskutieren möchten.

Die Vorträge sollten sich auf 20 Minuten beschränken, um genug Raum für intensive Diskussionen zu lassen.

Tagungssprache ist Deutsch. Papiere und Vorträge können auch in Englisch vorgelegt bzw. gehalten werden.

Wir laden ein, Themenvorschläge in Form eines einseitigen Exposés bis zum 31. Mai 2006 an die E-Mail-Adresse elsbeth.boesl[at]mzwtg[dot]mwn[dot]de
schicken.

Postsendungen bitte an:
Graduiertenkolleg
Deutsches Museum
Museumsinsel 1
80306 München

Bitte angeben:
Name, Fachrichtung, E-Mail-Adresse,
Vortragstitel, Kurzbiografie.

Aus den Vorschlägen wird das Programm zusammengestellt. Bis Ende Juli 2006 erhalten Sie Nachricht, ob Ihr Vorschlag für das Programm angenommen wurde.
 

CFP: Formen der Kooperation in computerbasierten Netzwerken

Formen der Kooperation in computerbasierten Netzwerken -
Herausforderungen für die mediensoziologische Forschung


Call for Papers der Sektion „Medien- und Kommunikationssoziologie“ anlässlich des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel (09.-13. Oktober 2006)

Auch wenn der Begriff ein gewisses Unbehagen erzeugt: „Social Software“ bezeichnet Software-Systeme, die die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Akteuren unterstützen. Obwohl sich der Begriff auch auf andere, schon ältere Formen der Online-Kooperation bezieht, sind hiermit vor allem die relativ neuen Anwendungen gemeint, wie Wikis, Weblogs (auch unter Nutzung von Bildund Video), gemeinsame Fotosammlungen, Instant Messaging.

Wikis sind vor allem durch ihre am weitesten verbreitete Anwendung, die Online- Enzyklopädie Wikipedia, bekannt. Wissen wird in einer neuen Art und Weise generiert und kritisch beobachtet bzw. kommentiert. Wikis werden heute zur kollaborativen Arbeit in verschiedensten Zusammenhängen eingesetzt.

Die Kategorie „Weblogs“ steht für sehr heterogene Inhalte, die von Online-Journalen im Sinne der Mitteilung von persönlichen Erlebnissen, bis zu Blogs, die zu kommerziellen Zwecken eingesetzt werden, reichen. In diesem Zusammenhang wird häufig von einer „neuen“ Form des „Journalismus“ oder gar von neuen „Öffentlichkeiten“ gesprochen. Durch Kommentare und Zitationen anderer Quellen kommen Beziehungen, die als soziale Netzwerke beschreibbar sind, zustande.

Freundschafts- oder Kontaktnetzwerke funktionieren häufig so, dass neue Teilnehmer nur auf Empfehlung eines Mitglieds aufgenommen werden. Die Besonderheit dieser Systeme ist, dass explizit auf Erkenntnisse der sozialen Netzwerkforschung Bezug genommen wird, etwa, wenn es um die Anbahnung von Geschäftsbeziehungen oder das Finden einer neuen Stelle geht.

Bis heute gibt es zu den neuen Formen der Internetmedien nur vereinzelt soziologische Forschungen. Für die Mediensoziologie ergeben sich durch die Verbreitung und Nutzung dieser Medien eine Reihe von Fragen, die zu großen Teilen auch an die Allgemeine Soziologie anschlussfähig sind, z.B.:

- Kann durch Weblogs eine neue Öffentlichkeit hergestellt werden? Wie groß ist ihr Einfluss und wer partizipiert? Handelt es sich um eine Gegenöffentlichkeit? Werden Ideen des gesellschaftlichen (deliberativen) Diskurses dadurch eingelöst? Finden Blogs besondere Beachtung bei Gatekeepern und Meinungsführern?

- Wie lassen sich die durch „Social Software“ entstehenden Netzwerke beschreiben? Handelt es sich um strong oder weak ties? Finden sich Besonderheiten oder Unterschiede zu den Beziehungen, die über andere Gruppenmedien im Internet entstehen? Können die beobachteten Beziehungen überhaupt isoliert als „mediale Beziehungen“ betrachtet werden oder werden die Medien in Beziehungen eingebettet? - Werden in den Internetangeboten soziologische Erkenntnisse praktisch umgesetzt, bspw. bei der Suche geeigneter Partner oder dem Design von Angeboten?

- Warum beteiligen sich Tausende an der Ergänzung der Inhalte der Online- Enzyklopädie Wikipedia? Wie kann dieses Phänomen soziologisch konzeptionalisiert werden?

- Öffnen diese neuen Kommunikationsmöglichkeiten tatsächlich den Weg zu mehr Partizipation, wie dies in manchen Veröffentlichungen zu „Social Software“ behauptet wird, oder entstehen neue Ungleichheiten? Wie könnte man diese beschreiben?

- Wird das massenmediale Monopol durch viele kleine Informationsanbieter gebrochen oder werden diese in das System der Massenkommunikation integriert?

Willkommen sind vor allem theoriegeleitete empirische Arbeiten, die sich mit dem skizzierten Themenfeld beschäftigen. Beiträge in Form von ausführlichen Zusammenfassungen („extended abstracts“) von drei bis vier Seiten (max. 6000 Zeichen) zu diesem Sektionsthema sind

bis spätestens

15. April 2006

einzureichen bei:

PD Dr. Christian Stegbauer stegbauer[at]soz.uni-frankfurt[dot]de

und

Prof. Dr. Michael Jäckel jaeckel[at]uni-trier t[dot]de

Die Abstracts müssen mit abnehmbarem Titelblatt und anonymisiertem Textteil versehen sein. Der Beitrag darf nicht bereits in einer Verlagspublikation veröffentlicht sein.

Abstracts, die nach dem 15. April 2006 eingereicht werden, können nicht mehr berücksichtigt werden.

Die eingereichten Abstracts werden von zwei Gutachtern beurteilt. Ausschlaggebend für die Beurteilung sind neben der Qualität der Ausführungen der Bezug zum Thema der Sektionsveranstaltung.

Die Ergebnisse der Begutachtung werden den Autorinnen und Autoren bis 15. Mai 2006 mitgeteilt.
 

CfP: Zur Ökonomie der Technik (Prokla)

Die Zeitschrift PROKLA (Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft) verschickte für ihre Ausgabe PROKLA 146 (4/2006) einen Call for Papers zur Thematik:

Zur Ökonomie der Technik

In der sozialwissenschaftlichen Forschung gilt der Technikdeterminismus seit längerem als überwunden. Technische Entwicklung folgt weder einer Eigenlogik, noch ist sie ein beliebig formbares Ergebnis sozialer Prozesse. Technologien entstehen und verbreiten sich in einem dynamischen Prozess, in dem die Spezifik der jeweiligen Technik mit sozialen, politischen und ökonomischen Faktoren zusammen wirken. Die historische Entstehung (Genese), Verbreitung (Diffusion) und Implementierung (Etablierung) neuer Technologien sind als soziale Prozesse in spezifischen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen (Innovationssystemen) rekonstruiert worden: Technik treibt und wird getrieben.

Entgegen der Abkehr vom Technikdeterminismus in den Sozialwissenschaften ist dieser andernorts nach wie vor bestimmend: In einer auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit ausgerichteten Politik wie auch in den Szenarien von einflussreichen Technikwissenschaftlern tritt er weiterhin in unterschiedlichen Formen auf. Eine davon ist die Vorstellung der Zwangsläufigkeit, wonach alle Entwicklung einem unausweichlichen technischen und gleichzeitig ökonomischen Imperativ folge, dem sich Politik und Gesellschaft zu unterwerfen haben. Dabei werden gesellschaftliche Macht- und Herrschaftsverhältnisse weitgehend ausgeblendet. In einer anderen Variante wird demgegenüber auf die Gestaltbarkeit von Technik zur Schaffung einer besseren Zukunft gesetzt. Im Rahmen des ökonomistischen und technizistischen Paradigma von Beschleunigung und (betriebswirtschaftlicher) Optimierung der Gesellschaft werden gleichzeitig Begriffe und Konzepte integriert, die aus der kritischen sozialwissenschaftlichen Forschung, aus technikkritischen Ansätzen und der Nachhaltigkeitsforschung kommen. Neue Techniken sollen den Königsweg zur ökologischen Nachhaltigkeit ebnen (den Ressourceneinsatz optimieren, erneuerbare Energiequellen erschließen) oder stärker auf die potentiellen Kunden zugeschnitten sein (nutzerorientierte Technikentwicklung). Dass dies alles nach wie vor unter dem ökonomischen Primat der Verwertung von Kapital stattfindet, wird allenfalls am Rande reflektiert und Kritikern ein Akzeptanzproblem bescheinigt, dem eventuell mit Verfahren der Partizipation beizukommen wäre.

Neue Technologien transformieren in Wechselwirkung mit den jeweiligen Produktionsverhältnissen die Gesellschaft (z.B. IuK-Technologien) und die gesellschaftlichen Naturverhältnisse (Gentechnik, Nanotechnologie, Neurotechnologien). Die Verfügung über spezifische Technologien bestimmt internationale politische Machtverhältnisse (z.B. Atomtechnik). Die Märkte für alte und neue Technologien sind stets politisch konfiguriert und so ist die staatlich forcierte Entwicklung von neuen und die Weiterentwicklung von bereits durchgesetzten Technologien darauf ausgerichtet, Märkte zu erschließen und zu erweitern. Neue Technologien können innovativ im Sinne einer langfristigen gesellschaftlichen Entwicklung sein und Chancen eröffnen, bisherige ökonomische und politische Strukturen aufzubrechen (Umwelttechnologien, Renewables), sie können aber auch zu deren Aufrechterhaltung dienen und insofern Zukunftsbarrieren verfestigen (z.B. Innovationen im Individualverkehr und der Atomtechnik) – und nicht immer können spezifische Techniken der einen oder anderen Entwicklungsoption dauerhaft zugeordnet werden (umweltfreundliche Technik etwa wird nicht zwangsläufig unter hohen Sozialstandards produziert und verbreitet).

Während soziale, kulturelle und institutionelle Faktoren der Technikentwicklung sowohl auf der Mikroebene, als auch auf der Makroebene umfassend in den Blick genommen werden, ist die Ökonomie der Technikentwicklung bisher unterbelichtet. Der Fokus des Heftes soll sowohl auf die Wechselwirkungen zwischen technischer und ökonomischer Entwicklung wie auf die damit verbundenen Legitimations-Diskurse, in denen sich alte und neue Technikgläubigkeit manifestiert, gerichtet sein.

Einzelne Themen könnten sein:
  • eine kritische Diskussion der Konzeptualisierung von Technik in verschiedenen gesellschaftstheoretischen Entwürfen
  • Verschiebungen und Reproduktion von politischen und ökonomischen Herrschaftsverhältnissen durch Technik (z.B. Datenschutz und Datensicherheit im Kontext von Mobil- und Satellitenkommunikation, Atomenergie/Atomstaat)
  • Wechselwirkung von technischem, ökonomischem und institutionellem Wandel (z.B. Globalisierung der Finanzmärkte durch IuK-Technologien, Beschleunigung und Ausweitung von elektronischem Handel, Vereinheitlichung und Ökonomisierung von sozial heterogenen Institutionen durch Standardsoftware wie z.B. die Einführung von SAP in Krankenhäusern und Universitäten)
  • aktueller Technikdeterminismus in Politik und Öffentlichkeit
  • Analyse von Technikdiskursen (z.B. ‚Technikgläubigkeit’, ‚Technikfeindlichkeit’) und die jeweils damit verbundenen Vorstellungen sowohl von gesellschaftlicher und ökonomischer Entwicklungsdynamik als auch von Natur
  • Geschichte und Zukunft von Technology Assessment (TA/ITA)
  • Entstehung und Ausweitung hybrider und dezentraler soziotechnischer Netzwerke (Verkehrsleitsysteme, Flugverkehr, Intensivmedizin) und ihre Koppelung an Märkte und staatliche Institutionen
  • Wechselbeziehungen zwischen der Genese und Diffusion neuer Technologien und neuer Herrschafts- und Regierungsformen (Governance-Strukturen, Gouvernementalität, veränderte Bedingungen staatlicher Herrschaft und Überwachung)
  • Integration von technikkritischen Ansätzen in die politische und ökonomische Entwicklung neuer Technologien (Nutzerintegration, Kunde als unbezahlter Mitarbeiter)
  • Alternative Ökonomie – alternative Technologien
Senden Sie bitte ein 1-2seitiges Abstract oder ein Manuskript an doschmid[at]fhw-berlin[dot]de (Dorothea Schmidt, FHW Berlin) und psrat]zedat.fu-berlin[dot]de (Petra Schaper-Rinkel, FU-Berlin)

Einsendeschluss für Artikelvorschläge/Abstracts: 30. März 2006.

Deadline für die Abgabe der Artikel: 15. August 2006.
 

CfP: History of Technology’s 33rd Symposium in Leicester

Call for Papers for ICOHTEC 2006

The International Committee for the History of Technology’s 33rd Symposium in Leicester, U.K., 15 - 20 August 2006

Deadline for proposals is 1 MARCH 2006.

Transforming Economies and Civilizations: The Role of Technology is the broad general theme of ICOHTEC’s 33rd symposium. Technology over “la longue durée” lends itself to a variety of topics. While open to all proposals, the program committee suggests the following themes to contributors:
  • Energy, water, sanitary, and other utility systems
  • Communication and media technologies, including cultural and social issues
  • Transportation and its role in trans-local and “global” economies, cultural exchange, and cross-fertilization
  • Long-term developments in materials and their uses (pigments, ceramics, dyes, metals)
  • Comparative analysis of technologies and long-term changes
  • Technological and modern cultural history topics (e.g., the body, youth, old age, birth, death, the senses, health, illness)
  • Medicine, public health, and the evolution of medical technologies Developments in military technologies
  • Survival of “old” technologies and revival of “obsolete” technologies Implicit knowledge, embodiment, and similar themes
  • Technical “revolutions” (e.g., the Agricultural Revolution, the Technical Revolution of the Middle Ages, the Industrial Revolution, the Information Revolution)
Membership in ICOHTEC is not required to participate in the symposium.

PAPER proposals should include: (1) a 250-word (maximum) abstract in English; (2) a short CV (1-page maximum). Abstracts should describe the topic and address approaches, research questions, arguments or hypotheses employed by the author. In order to permit discussion, presentations should not exceed 20 minutes.

SESSION proposals should include: (1) an abstract of the session (250 words maximum); (2) a list of the proposed session papers; (3) abstracts for each paper (250 words maximum); (4) short CV (1 page maximum) for each author. ICOHTEC sessions customarily include a chairperson, but no separate commentator. Sessions should include a minimum of four speakers, and may include several parts extending for several days.

Please send all proposals by email to James Williams, Program Committee Chair at techjunc[at]pacbell[dot]net.

Other members of the committee include Ernst Homburg, The Netherlands; Sue Horning, U.S.A.; Alex Keller, U.K.; Wolfgang Koenig, Germany; and Timo Myllyntaus, Finland.

If Email is unavailable, proposals may be sent by fax to Dr. Williams: 650-960-8195. Otherwise they may be sent via regular mail, postmarked by 1 March 2006, to: James Williams, 790 Raymundo Avenue, Los Altos CA, 94024 USA

Graduate students members of the Society for the History of Technology (SHOT) are eligible for travel support. Go to: http://www.shot.jhu.edu/Awards/icohtec2.htm.
Ein Weblog mit Informationen und Meinungen rund um Fragen der Kulturwissenschaftlichen Technikforschung

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Gerrit Herlyn
Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.








Anika Keinz, Klaus Schönberger und Vera Wolff (Hrsg.)
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