Maschinenstürmer - Technik als Bedrohung?

Der Begriff "Maschinenstürmer" wird bis heute oft verwendet, wenn es darum geht, Skepsis oder Abneigung gegenüber technischen Entwicklungen zu formulieren. Für viele ist "Maschinenstürmer" sogar ein Synonym für rückständige Technikfeinde. Aber stimmt das? In der historischen Maschinenstürmer-Bewegung Anfang des 19. Jahrhunderts zerstörten englische Fabrikarbeiter Papier-, Web- und Spinnmaschinen - eine handfeste Maßnahme im Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Lohnkürzungen, gegen die Ersetzung von Handarbeit durch Maschinenarbeit und damit ein deutliches Signal für das eigene Standesbewusstsein. Auch aktuellen Maschinenstürmern geht es darum, die Kontrolle über Technologie in der eigenen Arbeits- und Lebenswelt zurück zu bekommen.

Eine Sendung von Christian Möller/ SWR2 Wissen, zum Nachhören und/oder Nachlesen.
 

Handyfilme bei kommunikation@gesellschaft (von Ute Holfelder und Christian Ritter)

In "kommunikation@gesellschaft" (Jg. 14, Beitrag 2) ist ein weiterer Beitrag aus dem SNF-Projekt "Handyfilme - Künstlerische und ethnographische Zugänge zu Repräsentationen jugendlicher Alltagswelten" veröffentlicht worden. Ute Holfelder und Christian Ritter haben dort den Beitrag "Filmen im Alltag. Handyfilme in der Perspektive einer medienweltlichen Ethnografie" publiziert.

Abstact:
"Auf der Basis einer empirischen Untersuchung mit Schweizer Jugendlichen befasst sich der Aufsatz mit dem audiovisuellen Artefakt 'Handyfilm' und den mit seiner Herstellung, Verbreitung, Archivierung und Rezeption verknüpften sozialen Praktiken. Aufgezeigt wird, wie diese Praktiken sowohl mit der Kameratechnik des Handys als auch mit ästhetischen und formalen Aspekten von Handyfilmen verknüpft werden und wie sich jugendliche Akteure durch das Filmen und Gefilmt-Werden populär- und jugendkulturelle Diskurse aneignen und für ihr Identitätsmanagement fruchtbar machen. Handyfilme werden dazu historisch kontextualisiert und aus der Perspektive einer medienweltlichen Ethnografie interpretiert: Als integraler Bestandteil einer subjektivierten Dokumentation des Alltags und alltäglicher Kommunikation, die - so die These - sowohl Alltage konstituieren als auch als Instrument zur Alltagsbewältigung dienen."
 

Neuerscheinung: "Erzählte Prekarität"

Dass Ove Sutter, Mitglied des Forschungskollegs, mit einem Doc.Award ausgezeichnet wurde, stand hier im blog.
Jetzt ist sein Buch Erzählte Prekarität. Autobiographische Verhandlungen von Arbeit und Leben im Postfordismus (= Schriftenreihe der Kommission Arbeitskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, Bd. 7, hg. von Irene Götz, Gertraud Koch, Klaus Schönberger und Manfred Seifert) im Campus Verlag erschienen, auf Academia.edu kann man in die Einleitung reinlesen.
 

Handyfilme: Die Ich-Konsole

In der Schweizer Wochenzeitung "WOZ" ist ein Artikel über das gemeinsame Forschungsprojekt Handyfilme des Institutes für Populäre Kulturen der UZH, des Institutes für Theorie und des Institutes für Gegenwartskunst der ZHdK erschienen:

Handyfilme dienen als Medien des Selbstausdrucks und der Selbstdokumentation – da ist es auch egal, wenn Konzertaufnahmen per Smartphone miserabel ausfallen.
 

British Library Sound Archive

Via Open Culture, produziert vom britischen Musikmagazin The Wire:

The 20th century was about audiovisual material, our memory of the 20th century is heavily audiovisual, but our sense of the 21st century is going to be a different kind of audiovisual... archiving is not going to be so much about what we can bring in, but about what to exclude," says Will Prentice, British Library Audio Engineer and Conservation Specialist.
Nathan Budzinski interviews Popular Music Curator Andy Linehan, Audio Engineer, Conservation specialist Will Prentice, and Wildlife Sounds Curator Cheryl Tipp.


Leider nur als Link, da das Einbetten von Vimeo-Videos nicht funktioniert:
The Wire takes a tour of the British Library's Sound Archive, deep below its London residences on the Euston Road, to talk about sound conservation and take a tour of its collections with some of its key sound curators.
 

„Die Wilde 13“ auf dem Filmfest Hamburg

Die liebe Kollegin Kerstin Schäfer aus dem Technik-Kolleg hat aus ihrer MA Arbeit einen Film gemacht. Großartig! Zu sehen auf dem Filmfest Hamburg, wo er Premiere haben wird.

Wann? Am 03. Oktober, 17.00 Uhr
Wo? Passage Kino, Mönckebergstraße 17, 20095 Hamburg
Mit wem? Die Filmemacher und die Protagonisten des Filmes werden anwesend sein.
Karten? - hier!

Trailer und Presseinfos unter: www.die-wilde-13.de

Über den Film:

Auf dem Rücken des Metrobus 13 reisen die Macher der Konspirativen KüchenKonzerte (zdf.kultur) durch ihren von fiebriger Vorabendstimmung geprägten Stadtteil Hamburg-Wilhelmsburg, steigen aus, laufen mit verschiedenen 13-Fahrgästen mit und landen in deren sehr verschiedenen Wilhelmsburger Welten. Entstanden ist keine Wilhelmsburg-Hommage für Eingeweihte, sondern eine raue Dokumentation, die sich beispielhaft mit Problemen sich wandelnder Stadtteile, multikulturellem Leben, dem Aufeinandertreffen von Arm, Reich, Jung und Alt sowie Bushintensitzern und Fensterplatzliebhabern auseinandersetzt und ein audiovisuelles Zeugnis der Veränderungen eines alten Arbeiter- und Migrantenstadtteils hin zum neu ausgerufenen Szeneviertel darstellt.
 

Whooosh, eine Tür geht auf.

Ob und wie Science Fiction die Technologie (hier verstanden als Ingenieurwissenschaften inkl. Fundraising dafür) und ob und wie Technologie die Science Fiction beeinflusst sind interessante Fragen.

Felix von Leitner (aka fefe) hat sich dieser Frage am Beispiel von Star Trek und der NSA in der FAZ angenommen:
Datenmissbrauch? Nicht mit Captain Kirk! Das „Raumschiff Enterprise“ kannte schon unsere Zukunft: Der Kampf gegen allgegenwärtige Überwachung war verloren. Aber das war nicht schlimm. Warum nur?

Für den Originalartikel mit dem Porträt des Generals muss man sich bei "Foreign Policy" registrieren, Cory Doctorow zitiert die entscheidende Stelle.

In Bezug auf die Türen und ihren Sound würden mich zwei Sachen interessieren:

- Die Meinung von Jim Johnson, Technologe an der Universität Walla Walla, dazu. (vgl.: Johnson, J.: Die Vermischung von Menschen und Nicht-Menschen: Die Soziologie eines Türschließers. In: Belliger, A.; Krieger, D.: ANThology. Bielefeld 2006. S. 237-258. Zum Autor S. 248 Fußnote. Oder hier auf englisch als pdf, zum Autor S. 304 Fußnote)

- Wie geht es weiter? Denn immerhin können die Türen des Raumschiffes "Heart of Gold" im "Hitchhikers Guide To The Galaxy" sich "höflich" öffnen und sie bedanken sich bei ihren Nutzerinnen und Nutzern. Ist das für das Fundraising des Generals brauchbar oder ist es, bei seiner Zielgruppe, eher kontraproduktiv?
 

CfP: „Die Politik der Maker“, 11/2013 HFBK Hamburg

Call for Papers zur DGTF-Jahrestagung 2013 an der HFBK in Hamburg.

Die Tagung „Die Politik der Maker“ möchte die Hintergründe der „Maker Culture“ in Vorträgen, moderierten Panels und Workshops ergründen. Es geht darum, die neuen Möglichkeiten des Produzierens von Design vorzustellen, theoretisch zu beschreiben und kritisch zu reflektieren.

Wohin zielen die Ansätze? Sind die Diskussionen darüber Schattengefechte einer Totalisierung des Marktes? Ist D.I.Y. emanzipativ? Und überhaupt: Kann man die bessere Welt 3D drucken?

Die Tagung findet vom 21. bis zum 23. November an der HFBK Hamburg statt. Die Gastgeber sind Prof. Jesko Feze und Prof. Dr. Friedrich von Borries.

Abstracts (2-3 Seiten) zum Thema sowie kurze Angaben über beruflichen und/oder wissenschaftlichen Werdegang können bis zum 15. September 2013 eingesendet werden.

Den ausführlichen Call finden Sie hier.

Eine Publikation ausgewählter Beiträge ist für 2014 geplant. Die Abstracts werden vom Tagungskomitee und von externen Experten/-innen begutachtet. Mit der Auswahl des Abstracts, die am 01. Oktober bekanntgegeben wird, werden Vortragende akzeptiert. Beiträge von jungen und etablierten Forscher/-innen aus allen relevanten Disziplinen, sowie von Praktiker/-innen sind erwünscht.
 

CfP: Veränderte Lebenswelt(en), 05/2014 KIT, Karlsruhe

Veränderte Lebenswelt(en). Konfigurationen von Mensch und Technik


Veranstalter: Marie-Hélène Adam MA / Szilvia Gellai MA / Julia Knifka MA / Yasmine Kühl MA, Karlsruher Institut für Technologie
Datum, Ort: 23.05.2014-24.05.2014, Karlsruhe, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Deadline: 30.09.2013


Kulturgeschichte ist in hohem Maße Technikgeschichte.

Die kulturelle Evolution ist geprägt von der Entwicklung technischer Artefakte, der Selbstdefinition des Menschen als Wissenschaftler, Ingenieur und Schöpfer sowie einem sich rasant beschleunigenden technologischen Fortschritt. Das Verhältnis von Mensch und Technik wird dabei nicht nur selbst zunehmend komplex, sondern ist auch Katalysator für veränderte Lebenswelt(en), deren Erleben alles andere als fraglos ist. Längst hat sich die eine Lebenswelt „in ein Netz und eine Kette von Sonderwelten verwandelt, die sich vielfach überschneiden und überlagern, […] aber […] nicht hierarchisch anordnen und teleologisch ausrichten lassen im Hinblick auf ein umfassendes Ganzes.“ (Waldenfels 1985: 27)

Lesen Sie den ganzen Call auf:
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=22485
 

Neue Webseite SNF-Projekt Handyfilme

Die Webseite des Zürcher SNF-Projekts "Handyfilme - Künstlerische und ethnographische Zugänge zu Repräsentationen jugendlicher Alltagswelten" ist nun aktualisiert und gibt Auskunft über die vielfältigen Aktivitäten.
Zur Webseite
Ein Weblog mit Informationen und Meinungen rund um Fragen der Kulturwissenschaftlichen Technikforschung

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Gerrit Herlyn
Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.








Anika Keinz, Klaus Schönberger und Vera Wolff (Hrsg.)
Kulturelle Übersetzungen
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