Elektrizität

Die Ausgabe 30.4 (November 2015) der Zeitschrift Cultural Anthropology widmet sich in fünf Artikeln der Geschichte und Gegenwart der Elektrizität:

Featured in this issue is our second Openings collection, “Anthropology Electric,” part of Cultural Anthropology’s new Openings and Retrospectives section. Dominic Boyer introduces the collection, which developed from a panel at the 2013 annual meeting of the American Anthropological Association, and discusses electricity’s past and potential influence on theory in anthropology and the human sciences. Mike Anusas and Tim Ingold issue a call to think more expansively about electricity as phenomenon of matter and life, beyond its co-optation by corporate industry and neoliberal statecraft. Akhil Gupta turns his attention to the global South—where the fastest growth in electrical demand is coming from expanding middle classes—and discusses whether the developmental trajectories of electricity in the South can avert the eco-suicidal path of the global North. Tanja Winther and Hal White argue for bringing the material-social entanglements of electricity more fully into discussions of modernity, describing in particular how the arrival of electric light creates new conditions of possibility for power and mobility. Finally, Canay Özden-Schilling examines several cultures of expertise surrounding electricity, revealing how the material and infrastructural qualities of electricity alter conventional understandings of commodities, economics, and markets.
 

Tagung “Bewegtbilder und Alltagskultur(en) – von Super 8 über Video zum Handyfilm. Praktiken von Amateuren im Prozess der gesellschaftlichen Ästhetisierung”.

Donnerstag, 29.10.2015, 14 Uhr - Samstag, 31.10.2015, 15 Uhr, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.
Informationen und Hinweise auf der Konferenzwebseite.

Programm

Donnerstag, 29.10. 2015, Museum Moderner Kunst Kärnten, Burggasse 8, 9020 Klagenfurt

14.00-14.30 Eröffnung und Begrüßung

14.30-15.15 Keynote I
Prof. Dr. Thomas Hengartner, Universität Zürich
Die Ich-Konsole: Wie aus dem Yuppie-Lutscher ein Selbstausdrucks- und -speicherungsmedium wurde.
Ein Beitrag zur Selbst-Technik-Geschichte.

15.15-16.00 Keynote II
Univ. Prof. Dr. Rainer Winter, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt / Dr. Carsten Heinze, Universität Hamburg
Soziale Bezugsfelder von Film und Bewegtbild: Neue Herausforderungen aus filmsoziologischer Perspektive

16.00-16.30 Kaffeepause

16.30-17.00 Paolo Caneppele/Raoul Schmidt, Österreichisches Filmmuseum, Wien
Abenteuer Alltag. Zur Archäologie des Amateurfilms, Buchvorstellung, Reihe FilmmuseumSynemaPublikationen Österreichisches Filmmuseum

17.00-17.30 Stephan Grundei, M.A., Dr. Renée Winter, Österreichische Mediathk, Wien
Amateurvideos sammeln. Das AV-Archiv als Kommunikationsraum

17.30-18.15 Dr. Ute Holfelder/ Christian Ritter, SNF-Projekt Handyfilme, ISEK – Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft, Populäre Kulturen, Universität Zürich und Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK
Handyfilme als Jugendkultur – Präsentation der Zürcher Studie zur Nutzung von Handyfilmen von Jugendlichen in der Schweiz, UVK-Verlag

18.15-19.15 Pause

19.15-20.15 Uta Weyrich & Eva Paulitsch, Institut für Gegenwartskünste der Zürcher Hochschule der Künste (künstlerische Mitarbeiterinnen im SNF-Projekt Handyfilme, Zürich)

Vernissage #crescendo

Christine Wetzlinger-Grundig (MMKK – Museum Moderne Kunst Kärnten)

Univ. Prof. Dr. Klaus Schönberger (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt)
Ethnografisch und künstlerisch mit und über Handyfilme forschen

20.15 Kongress-Abendessen

Freitag, 30.10. 2015, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Z.1.09

Historische Erkundungen


9.30 -10.15 Keynote III

Prof. Dr. Alexandra Schneider, Universität Mainz
Däumlingsfilme und Schmalfilmformate: Zu einer Archäologie des privaten Films

10-30.-11.00 Dr. Ulrich Hägele, Universität Tübingen
Learning by doing – Walter Kleinfeldts Familienfilme 1925-1940 und was wir heute darin sehen können

11h-11.30 Kaffeepause

11.30-12.00 Andrea Graf M.A., Universität Bonn
Lechenich auf 8mm. Erinnerungen an die 60er Jahre – Aspekte eines Filmprojekts

12.00-12.30 Michael Geuenich M.A./ Sebastian Thalheim M.A., Universität Münster
Bilder für den Speicher. Über Verwendungspraxen des privat-familialen Schmalfilms

12.30-13.30 Mittagspause

Professionelle Amateure?

13.30-14.15 Keynote IV

Prof. Dr. Ramón Reichert, Wien
Bewegtbilder als Schwellenobjekte. Experimentalordnungen auf YouTube

14.15-14.45 Benjamin Eugster, M.A., Universität Zürich
Putting Creative Tools in the Hands of Individuals' – Informelle Mediensozialisation durch Videoschnittsoftware

14.45-15.15 Stella Drassdo/Lena Strehmann, Universität Wien
Handyfilme von HundebesitzerInnen

15.15-15.45 Dr. Marion Hamm, Universität Graz
Bewegtbildpraktiken als Mittel der politischen Kommunikation: Mobilisierung, Reflexion und politische Subjektivierung mittels aktivistischer Videoclips

15.45-16.15 Kaffeepause

Jugendkulturelle Praktiken


16.15-16.45 Dorothea Grießbach, Dipl., HafenCity Universität Hamburg
Mein Channel – meine Chance? Audiovisuelle Selbstrepräsentationen jugendlicher Video- und YouTube-Akteure aus einem lokalen Hamburger Kontext

16.45-17.15 Dr. Petra Missomelius, Universität Innsbruck
Visuelle Tagebücher: online-Videokulturen Jugendlicher

17.15-17.45 Kaffeepause

17.45-18.15 Medina Velic, Mag.a, Universtität Graz
Muslimisch – Jugendlich – Sichtbar

18.15-18.45 Dr. Stefan Wellgraf, Europa-Universität Viadrina
Aufgedreht. Adaptionen des „Gangnam Style“ und „Harlem Shake“ durch Berliner Hauptschüler

Abendveranstaltung im Kinomuseum am Lendkanal, Wilsonstraße 37, 9020 Klagenfurt am Wörthersee

20.00-21.30 Thomas „Kaktus“ Grund, Jena
DDR-Opposition in Super 8 - "Seit 1985 erzähle ich gerne Geschichten in 25 Bildern/Sekunde"

Samstag, 31.10. 2015, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Z.1.09

Medienpädagogische Annäherungen


9.30-10.00 Tine Nowak M.A., Technische Universität Darmstadt
CU on YouTube - Informelle Mobilvideopraxen von Kindern und Jugendlichen

10.00-10.30 Jasmin Böschen, Universität Hamburg/ Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK)
Potenziale mobiler Endgeräte im Kunstunterricht und ihr Beitrag zur Filmbildung in der Schule

10.30-10.45 Kaffeepause

Zukünftige Praktiken?


10.45-11.15 Stefan Postl, M.A., Universität Graz
Digitale Videopraktiken und audiovisuelle (Selbst-) Darstellung bei Freerunning und Parkour

11.15-12.00 Dr. Florian Krautkrämer, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
GoPro-Vision: Die Produktion von Authentizität

12.00-12.30 Maximilian Jablonowski M.A., Universität Zürich
DRONIES – Ästhetik, Technik und Politik einer neuen Medienpraxis

12.30-13.30 Imbiss

13.30-14.15 Abschlussvortrag

Univ. Prof. Dr. Johanna Rolshoven, Universität Graz
Bild, Wahrnehmung und Bewegung

14.15-14.45 Schluss

Rahmenprogramm
Am ersten Abend der Tagung erfolgt die Vernissage der Ausstellung
#crescendo von Eva Paulitsch & Uta Weyrich im Museum Moderne Kunst Kärnten (MMKK)

Donnerstag, 29.10.2015, 19.15, Museum Moderne Kunst Kärntnen, Burggasse 7, 9020 Klagenfurt

Darüber hinaus freuen wir uns Thomas „Kaktus“ Grund, Streetworker aus Jena-Winzerla und Filmchronist der oppositionellen Jungen Gemeinde in der DDR, zu einem Vortrag mit historischem Filmmaterial über „DDR-Opposition in Super 8 – ‚Seit 1985 erzähle ich gerne Geschichten in 25 Bildern/Sekunde’“ begrüssen zu können.



Die Tagung erfolgt in Kooperation mit dem SNF–Projekt „Handyfilme“ am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK) der Universität Zürich sowie am Institut für Theorie (ith) und dem Institut für Gegenwartskunst (IFCAR) an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)
 

Roboter: Mixen, Reisen, Schauspielern

In der chemischen Industrie ist die automatische Fabrik bereits eine Realität. In vielen chemischen Werken besteht die Arbeit des Menschen darin, Kontrolluhren abzulesen und Ventile zu betätigen. Diese Arbeit wird jetzt schon von Robotern erledigt.
So wird der Mathematiker Norbert Wiener in einem "Spiegel"-Artikel aus dem Jahre 1956 zitiert. Bemerkenswert ist in diesem Artikel, das Roboter und Computer (Elektronengehirne) fast Synonyme sind.

Eine weitere, eher handwerkliche als industrielle Anwendung von Chemie ist das Mixen von Cocktails. In Wien fand vom 4. bis 7.12. 2014 die Roboexotica statt, das Festival für Cocktail-Robotik.
"Alan Turing would doubtless test this out", aber Autofahren sollte er danach nicht.
Aber er könnte ja, so wie der kanadische Roboter hitchBOT, versuchen, per Anhalter zu fahren. HitchBOT ist ab heute in Deutschland unterwegs.

Mit Fragen zur Akzeptanz von Robotern in Japan hat sich die Japanologin Cosima Wagner in ihrer Dissertation beschäftigt.
Dort werden Versuche mit Robotern als NachrichtensprecherInnen gemacht.

Bei Netzpolitik war neulich ein sehenswerter Zusammenschnitt von Robots on Film zu sehen, den ich hier leider nicht einbetten kann.
 

Trauern in der Online-Version

Prof. Dr. Norbert Fischer über digitale Trauerportale und den Bedeutungsverlust von Friedhöfen auf Deutschlandradio Kultur zum Nachhören.
Mit dem "digitalen Nachlass" beschäftigte sich die Seite Macht's gut der Verbraucherzentrale.

Zum gleichen Thema auf englisch Daniel Miller:
Facebook, death and memorialisation.

update:
Laut dem Artikel "Sterben im sozialen Netz der taz gibt es einen neuen Facebook-Service dazu.
 

CfP: Bewegtbilder und Alltagskultur(en) – von Super 8 über Video zum Handyfilm.

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Institut für Kultur-, Literatur- und Musikwissenschaft/ Fakultät für Kulturwissenschaft/ Professur Kulturanthropologie
in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Visuelle Kultur (AVK) der AAU Klagenfurt/Celovec
In Kooperation mit dem SNF-Projekt „Handyfilme“ am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK) der Universität Zürich sowie am Institut für Theorie (ith) und dem Institut für Gegenwartskunst (IFCAR) an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)

Wissenschaftliche Konferenz, Donnerstag 29.10.2015 – Samstag, 31.10.2015
Bewegtbilder und Alltagskultur(en) – von Super 8 über Video zum Handyfilm. Praktiken von Amateuren im Prozess der gesellschaftlichen Ästhetisierung
(Konzept: Ute Holfelder / Klaus Schönberger)

Seit Mobiltelefone mit integrierter Kamera verfügbar sind werden mit dem Handy hergestellte Bewegtbilder zunehmend wichtige Artefakte alltäglichen Handelns und Sich-Verhandelns. Auch als Mittel der Alltagsorganisation und -kommunikation haben mit mobilen Geräten wie Smartphones oder Go-Pro-Cameras aufgenommene (audio-)visuelle Erzeugnisse mittlerweile eine große Bedeutung in ganz unterschiedlichen soziale Kontexten erlangt, sei es dass beim Möbelhaus-Besuch Fotos als Erinnerungshilfen aufgenommen werden, oder Handyvideos zum Zweck der Selbstrepräsentation in den sozialen Netzwerke des Internets veröffentlicht werden.

In Bezug auf Jugendliche sind Amateurfilme – insbesondere ‚Handyfilme‘ – allerdings oft negativ konnotiert, da sie mit Pornografie, Cybermobbing oder Gewaltdarstellungen (dem sogenanntem
„Happy Slapping“) in Verbindung gebracht werden. Auch in massenmedialen und gesellschaftspolitischen Kontexten wird das jugendkulturelle Medienhandeln auf diese „gefährlichen“ Aspekte reduziert.

Eine (empirisch-) kulturwissenschaftliche bzw. kulturanthropologische Perspektive, die verengte kulturkritische Attituden und die technikdeterministischen Begrenzung einer ausschließlich digitalen Perspektive überschreitet, interessiert sich insbesondere für das Verhältnis von technischen Artefakten, audiovisuellen Repräsentationen sowie den handelnden AkteurInnen. Sie fragt, auf welchen historischen Vorläufern die scheinbar „neuen“ sozialen Praktiken aufsitzen – und wie diese in neuen technischen und medialen Umgebungen angeeignet, aktualisiert oder modifiziert werden.

Insofern ist das Filmen im Alltag sowie die Distribution und die Rezeption der filmischen, audio-visuellen Artefakte in Vergangenheit und Gegenwart mit unterschiedlichen soziokulturellen Praxen (Lebensführungskonzepten, Lebensstile, Habitus) und Bedeutungen verbunden.

Die Tagung ist angesiedelt in der historischen und gegenwärtigen Alltagskulturforschung an den Schnittstellen von Technik- und Medienforschung sowie der Erforschung visueller Kulturen. Sie zielt auf die Praktiken der Alltags- und Populärkultur, aber auch auf künstlerische Ausdrucksweisen.
Erwartet werden Beiträge zu audiovisuellen Repräsentationen, Produktion, Distribution und Rezeption von Bewegtbildern und den damit verbundenen Praktiken in Vergangenheit (Super 8, Video) und Gegenwart (Handykamera, Fotokamera, DigiCam, GoPro etc.). Es werden Beiträge zum Verhältnis von Technik, Apparatur und AkteurInnen, zu verschiedenen Aspekten des Alltagshandelns sowie zu Fragen der Bild- und Inhaltsanalyse sowie der Audiodimension aber auch zu Diskursen über das Filmen im Alltag erbeten.

Die möglichen Beiträge können im Sinne eines kulturwissenschaftlichen Verständnisses von Technik und Medien als Querschnittsdimension auf sehr unterschiedliche Themen oder Fragen hinsichtlich der Untersuchung von audio-visuellen Praktiken und Inhalten zielen. Das Themenspektrum reicht von Familie, Reisen, Jugendkultur, Körperinszenierungen, Fanpraktiken über Arbeit bis zur Protestartikulation sozialer Bewegungen und die Rolle von Bewegtbildpraktiken als Gegenöffentlichkeit. Es umfasst die ganze Breite der Alltagskultur- Perspektive und der mit ihr verbundenen Alltags-Ästhetik.

Theoretisch lassen sich die alltagskulturellen Bewegtbild-Praktiken im Kontext einer Tendenz zur gesellschaftlichen Ästhetisierung auf verschiedenen Ebenen rahmen. In Bezug auf die AkteurInnen wie die Inhalte interessieren z.B. die Aneignung von Bewegtbildpraktiken im Sinne von Technologien des Selbst, des Doing Gender oder als Ausdruck und Katalysator distinkter Konzepte alltäglicher Lebensführung.

Ebenso sind Beiträge erwünscht, die das Thema über einen diskursanalytischen Fokus (Schmutz- und Schund oder Happy Slapping, Cybermobbing etc) angehen. Beiträge in Bezug auf die Erforschung des soziokulturellen Wandels und der Alltagskultur im Zuge von Überlegungen zu Prozessen der Digitalisierung, Mediatisierung und Miniaturisierung sind gleichermaßen willkommen wie methodische Überlegungen zum Umgang mit audiovisuellen Bewegtbildern und den damit verbundenen Praktiken in den jeweiligen wissenschaftlichen Disziplinen.

Neben Beiträgen aus den Nachfolgedisziplinen der Volkskunde (Empirische Kulturwissenschaft, Europäische Ethnologie, Kulturanthropologie, Populäre Kulturen) und den benachbarten Disziplinen der Cultural Studies, der Kultur- und Sozialanthropologie, Ethnologie, Soziologie, Psychologie wie auch den Kommunikations-, Medien- und Geschichtswissenschaften freuen wir uns auch über Beiträge aus der Filmwissenschaft, der Kunstgeschichte und anderer mit (audio-)visuellen Kultur(en) befassten akademischen Disziplinen, die an interdisziplinärem Austausch interessiert sind und ihren Beitrag auf das Tagungsthema fokussieren.

Das maximal einseitige Exposé sollte folgende Angaben enthalten: Vorläufiger Titel, Vorstellung des Vortragsthemas, Argumentationsgang, den theoretischen und methodischen Zugriff sowie Angaben zur Person mit Skizzierung des wissenschaftlichen oder beruflichen Kontexts.

Darüber hinaus sind auch explizit Master-AbsolventInnen eingeladen, sich für ein studentisches Panel zu bewerben. Ihre Beiträge werden kommentiert.

Bitte schicken Sie Ihr Abstract bis zum 1.2.2015 im RTF-Format jeweils an:
klaus.schoenberger@aau.at sowie an u.holfelder@googlemail.com

Univ. Prof. Dr. Klaus Schönberger (ab 1.1. 2015)
Institut für Kultur-, Literatur- und Musikwissenschaft / Bereich Kulturanthropologie
Alpen-Adria-Universität
Universitätsstraße 65-67
A-9020 Klagenfurt / Celovec
Tel.: + 43 (0) 463 2700 2011

Dr. Ute Holfelder
Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK) Abteilung Populäre Kulturen
Universität Zürich
Affolternstrasse 56
CH - 8050 Zürich
Tel.: +41 (0) 44 634 58 63
 

Fahrradfahren: Freedom of Movement

Bis zum 1. März 2015 noch in Hamburg, danach als Wanderaustellung: Die Ausstellung DAS FAHRRAD. Kultur, Technik, Mobilität.

Ausgehend vom Fahrrad ist das Projekt Freedom of Movement des Goldsmiths/London sehr interessant:

Freedom of Movement: the bike, bloomer and female cyclist in late nineteenth century Britain is a sociological research project that seeks to understand what we wear to cycle, by thinking about what we have worn. More broadly it is also interested in processes of technology invention and design.

The project explores how the bike, bloomer (and attending ideas of Rational Dress) and the suffrage movement in late C19th Britain helped women carve out new gendered forms of mobile citizenship.
 

Handwerk und Zusammenarbeit

Wegen des Beginns der besinnlichen Jahreszeiten ein kleines Video:



Schön, oder?
Naja, könnte man jetzt einwenden, das ist nur Werbung und vielleicht ist die Bullerbü/Manufactum-Katalog-Romantik durch die Musik doch etwas zu dick aufgetragen...
Geschmackssache bzw. egal, denn in diesem Video ist etwas versteckt.
Nein, ich meine nicht den elektronisch gesteuerten Vergütungsofen bei Minute 3:10, der das Streichholz und den mechanischen Blasebalg zu Beginn des Videos konterkariert.
Sondern die Inszenierung der menschlichen Arbeit, denn es sind immer nur zwei Hände einer Person im Bild. Aber bei Min. 2:38 wird ein Arbeitsschritt gezeigt, für den man -mindestens- drei Hände braucht. Eine zum Halten des Werkstücks, eine zum Halten des Werkzeuges und eine dritte, die auf den gehaltenen Hammer mit einem zweiten Hammer oben draufschlägt. Man kann den zweiten Hammer auch erahnen bzw. sogar sehen, aber weder eine weitere Hand noch eine weitere Person, die ihn bedient. Nicht ganz so deutlich zu sehen, aber vermutlich ähnlich: Das Abschroten bei Min. 2:48 funktioniert auf diese Art nur, wenn jemand oben auf den Abschrothammer schlägt, Aber hier könnte es sein, dass das Werkstück "Axt" irgendwo irgendwie fixiert wird.
So weit so gut. Wozu diese Erbsenzählerei?
Weil (nach meiner Beobachtung) in der medialen Darstellung von Handwerken nicht nur sehr oft dem romantisierenden Narrativ "Oh je, es verschwindet", sondern auch dem Narrativ des einsamen Helden bzw. der einsamen Heldin gefolgt wird. Mir erscheint allerdings dabei die "Zusammenarbeit" (Richard Sennett), also das soziale Moment vieler Handwerksberufe, dann doch etwas zu sehr in den Hintergrund zu geraten. Wer möchte schon beim re-enactment, egal ob im Freiluftmuseum oder auf dem Mittelaltermarkt, den Lehrling spielen?
 

Maschinenstürmer - Technik als Bedrohung?

Der Begriff "Maschinenstürmer" wird bis heute oft verwendet, wenn es darum geht, Skepsis oder Abneigung gegenüber technischen Entwicklungen zu formulieren. Für viele ist "Maschinenstürmer" sogar ein Synonym für rückständige Technikfeinde. Aber stimmt das? In der historischen Maschinenstürmer-Bewegung Anfang des 19. Jahrhunderts zerstörten englische Fabrikarbeiter Papier-, Web- und Spinnmaschinen - eine handfeste Maßnahme im Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Lohnkürzungen, gegen die Ersetzung von Handarbeit durch Maschinenarbeit und damit ein deutliches Signal für das eigene Standesbewusstsein. Auch aktuellen Maschinenstürmern geht es darum, die Kontrolle über Technologie in der eigenen Arbeits- und Lebenswelt zurück zu bekommen.

Eine Sendung von Christian Möller/ SWR2 Wissen, zum Nachhören und/oder Nachlesen.
 

Handyfilme bei kommunikation@gesellschaft (von Ute Holfelder und Christian Ritter)

In "kommunikation@gesellschaft" (Jg. 14, Beitrag 2) ist ein weiterer Beitrag aus dem SNF-Projekt "Handyfilme - Künstlerische und ethnographische Zugänge zu Repräsentationen jugendlicher Alltagswelten" veröffentlicht worden. Ute Holfelder und Christian Ritter haben dort den Beitrag "Filmen im Alltag. Handyfilme in der Perspektive einer medienweltlichen Ethnografie" publiziert.

Abstact:
"Auf der Basis einer empirischen Untersuchung mit Schweizer Jugendlichen befasst sich der Aufsatz mit dem audiovisuellen Artefakt 'Handyfilm' und den mit seiner Herstellung, Verbreitung, Archivierung und Rezeption verknüpften sozialen Praktiken. Aufgezeigt wird, wie diese Praktiken sowohl mit der Kameratechnik des Handys als auch mit ästhetischen und formalen Aspekten von Handyfilmen verknüpft werden und wie sich jugendliche Akteure durch das Filmen und Gefilmt-Werden populär- und jugendkulturelle Diskurse aneignen und für ihr Identitätsmanagement fruchtbar machen. Handyfilme werden dazu historisch kontextualisiert und aus der Perspektive einer medienweltlichen Ethnografie interpretiert: Als integraler Bestandteil einer subjektivierten Dokumentation des Alltags und alltäglicher Kommunikation, die - so die These - sowohl Alltage konstituieren als auch als Instrument zur Alltagsbewältigung dienen."
 

Neuerscheinung: "Erzählte Prekarität"

Dass Ove Sutter, Mitglied des Forschungskollegs, mit einem Doc.Award ausgezeichnet wurde, stand hier im blog.
Jetzt ist sein Buch Erzählte Prekarität. Autobiographische Verhandlungen von Arbeit und Leben im Postfordismus (= Schriftenreihe der Kommission Arbeitskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, Bd. 7, hg. von Irene Götz, Gertraud Koch, Klaus Schönberger und Manfred Seifert) im Campus Verlag erschienen, auf Academia.edu kann man in die Einleitung reinlesen.
Ein Weblog mit Informationen und Meinungen rund um Fragen der Kulturwissenschaftlichen Technikforschung

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Die Ausgabe 30.4 (November 2015) der Zeitschrift Cultural...
amischerikow - 21. Nov, 12:23
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Donnerstag, 29.10.2015, 14 Uhr - Samstag, 31.10.2015,...
amischerikow - 20. Sep, 13:43
Roboter im Film
http://www.zeit.de/kultur/ film/2015-04/ex-machina-fi lm-android-roboter
amischerikow - 21. Apr, 13:40
Trauern in der Online-Version
Prof. Dr. Norbert Fischer über digitale Trauerportale...
amischerikow - 18. Feb, 10:49
Robo-Bar
https://www.wired.de/colle ction/latest/ausgabe-0215- robo-mit-schuss
amischerikow - 14. Feb, 16:36
Roboter: Mixen, Reisen,...
In der chemischen Industrie ist die automatische Fabrik...
amischerikow - 13. Feb, 19:07
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Publikationen aus dem Forschungskolleg










Gerrit Herlyn
Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.








Anika Keinz, Klaus Schönberger und Vera Wolff (Hrsg.)
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