Symposium: Kulturelle Übersetzungen (Hamburg, 17.-18. April 2009)

Hinweis: die abstracts der Tagung finden Sie hier.

Tagung der Isa Lohmann-Siems Stifung 2009

Zeit: 17. und 18. April 2009
Ort: Warburg-Haus, Heilwigstr. 116, 20249 Hamburg
Veranstalter: Isa Lohmann-Siems Stiftung (Forschungsprojekt: Kulturelle Übersetzungen)
Leitung: Anika Keinz, Klaus Schönberger, Vera Wolff
Tagungsgebühr: 15 € (inkl. Verpflegung im Tagungsgebäude), für Studierende kostenlos

Freitag, 17. April 2009

13.15 Uhr - Begrüssung

13.45 Uhr - Reetta Toivanen, Helsinki
Verpflanzung von juristischen Begriffen: Kulturelle Übersetzung von Menschenrechten

14.30 Uhr - Serhat Karakayali, Berlin
„Learning From..." – Kulturalisierung, Modernekritik und Kolonialismus

15.15 Uhr - Anika Keinz, Frankfurt (Oder)
(Nur) Sprachideologien? – Übersetzungsprozesse zwischen Erfahrung und Politik oder Versuch einer Feminisierung des Rechtsdiskurses in Polen

16.00 Uhr - Kaffee

16.30 Uhr - Natasha Eaton, London
Nomadism of Color: Waste, color, empires in India

17.15 Uhr - Vera Wolff, Hamburg
Westliche Technik, japanischer Geist: Künstlerische Materialien als Medien der Übersetzung

18.00 Uhr - Klaus Theweleit, Karlsruhe/ Freiburg i. Breisgau
Gehirnsprünge. Zur Gehirnveränderung durch Medien

Anschließend Wein & Brezeln


Samstag, 18. April

9.30 Uhr - Boris Buden, Berlin
Zum politischen Übersetzungsbegriff

10.15 Uhr - Bożena Chołuj Warschau/ Frankfurt (Oder)
Judith Butler zwischen Inszenierung und politischer Handlung oder zur deutschen und polnischen Übersetzung von „Gender Trouble“

11.00 Uhr - Kaffee

11.30 Uhr - Katharina Eisch-Angus, Regensburg/ Frauenau
Tägliche Verunsicherung: Übersetzungsprozesse zwischen Alltagserfahrung und neuen Sicherheitsdiskursen

12.15 Uhr - Klaus Schönberger, Zürich
Eigensinnige Übersetzung(en). Ästhetische Praktiken und subversive Re-Präsentation von Macht

13.00 Uhr - Buffet

14.00 Uhr - Pedro Erber, Ithaca
The Unsuitable Avant-Garde? Postwar Art Histories in Brazil and Japan

14.45 Uhr - Michal Buchowski, Poznań / Frankfurt (Oder)
Brothers in Disciplinary Arms as Others: How Crosscultural Communication is Curbed in Anthropology

15.30 Uhr - Abschlussdiskussion
 

SHOT revisited (Schluss) – Montag und Dienstag, 13./14. Oktober 2008

Tagungsbericht: 50th Annual Meeting der Society for the History of Technology, 11.–14. Oktober 2008 in Lissabon

[die abstracts der Sessions sind abrufbar unter -> conference schedule]

Die ersten Sessions des Montags behandelten vornehmlich „Technikhistorikklassiker“, wobei ein Schwerpunkt auf den Standardisierungsanstrengungen im 20. Jh. lag. Eine Session mit dem Titel „Measuring Bodies, Standardizing Subjects“ behandelte den Menschen als Standardisierungsprojekt und seine Vermessung im Kontext neuer Technologien. Am „Problem of the Human Body in Airplanes, Food, and Airplane Food During WW II and Beyond“ beschrieben die Papers die historische Entwicklung bestimmter Normen, die zu Ergebnissen wie der „K Ration“ der amerikanischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg (Sarah W. Tracy, Honors College, University of Oklahoma) führten. Die Parallelsession „Containerization and Intermodal Freight Transportation in Historical Perspective – Regulation, Innovation and Globalization, 1920–1970. Das Panel wurde von Bruce Seely (College of Sciences and Arts, Michigan Tech) und Arthur Donovan (US Merchant Marine Academy) organisiert, die selbst auch papers vorstellten. Die Veranstaltung unterstrich in historischer Perspektive noch einmal die Wichtigkeit von standardisierten Transportmitteln für den Handel – erst ein Format, das zwischen Schiff, Eisenbahn und LKW austauschbar war, führte zu den enormen Effizienzsteigerungen und Kostenreduktionen im Transportwesen, das damit neue Organisationsformen für Unternehmen ermöglichte. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Darstellungen des Zusammenspiels staatlicher Regularien mit technischen Veränderungen „during periods of rapid technical change“ (vgl. session abstract), der verdeutlichte, dass staatliche Akteure bei der Verhandlung von neuen Technologien auch Gestaltungsspielräume nutzen können, die einen Einfluss auf die Beschaffenheit der Technik haben.

Am Nachmittag lotete ein Panel zum Thema „Medical Technology“ die Kontroversen zwischen Kulturen und neuen medizinischen Möglichkeiten aus. Alle drei Referate behandelten Themen aus dem Bereich der medizinisch unterstützten Reproduktion und Schwangerschaft. Neben Paula Viterbo (Bryn Mawr College, PA, zum Thema „,Natural’ Contraception“) und Bridget E. Gurtler (Rutgers University-New Brunswick, zum Thema Künstliche Befruchtung in historischer Perspektive), untersuchte Marianna Tolia (Technical University of Athens) die „Woman/ User Perspective on the IVF Technologies in Greece as Manifested in the Net“. Dabei untersuchte sie die Perzeption künstlicher Reproduktionstechnologien (ART) in Griechenland; im Fokus ihres Interesses standen dabei vornehmlich weibliche Nutzerinnen von Online-Foren zum Thema In-Vitro-Fertilisation (IVF). Im griechischen Kontext sei von den Frauen viel Mitarbeit (work) erforderlich, die es zu erforschen gelte. Unterschiedliche Faktoren träfen hier zusammen: ein nicht funktionierendes Gesundheitssystem und Misstrauen gegenüber den Ärzten, gepaart mit der Abwesenheit einer funktionierenden Regulierungsbehörde und einem intensiv bearbeiteten Markt trügen hier zu einer Verunsicherung der NutzerInnen der ART bei, mit denen sie allein gelassen seien. Die Behandlung müsste also nicht einfach nur in das Alltagsleben der user integriert werden, sondern diese müssen selbstständig versuchen, ihr Misstrauen gegenüber dem medizinischen Establishment auszubalancieren, Unabhängigkeit in der Erlangung von Informationen zu erreichen und darüber hinaus die Kosten zu reduzieren (wirtschaftliche Situation anders als in „klassischen“ ART-Märkten, z.B. USA). Dabei ist das Internet von großer Bedeutung, da es mit den Anforderungen der NutzerInnen korrespondiert. Mit Hilfe virtueller Kommunikation können hier die Mitglieder verschiedener Gruppen sich in einer community austauschen und so Informationen von anderen ART-Nutzerinnen aus erster Hand erhalten und weitergeben. Ein weiterer Vorteil des Internets ist die Anonymität und nicht-personale Kommunikation, da Unfruchtbarkeit ein in Griechenland gesellschaftlich tabuisiertes Thema sei. Weiterhin ermögliche es die ermöglichen es emoticons, dieses emotional aufgeladene Thema auf einer persönlicheren Ebene zu verhandeln, als dies mit rein verbalen Äußerungen möglich sei. Im Ergebnis trage die Internet-Technologie dazu bei, einen geschützten und hoch emotionalen Raum zu schaffen, der die Wissensproduktion für die NutzerInnen ermögliche.
In ihrem Kommentar stellte Michi Knecht (Humboldt-Universität zu Berlin) zunächst fest, dass die ART/IVF-Technologien zwar das Verständnis von Empfängnis und Reproduktion verändert hätten, einem breiteren Publikum jedoch nach wie vor unbekannt seien. Kapital, Pharmazien und Wissen zirkulieren weltweit, letztendlich werden sie jedoch in regionalen Kontexten angewendet – die Überkreuzungen fordern vorhandenes Wissen bei den ART-NutzerInnen heraus und machen Neuordnungen nötig. Knecht schlug vor, die historische Perspektive in der Forschung zu diesem Thema stärker zu berücksichtigen, so sei z.B. die Möglichkeit, Kontrolle (control / regularisation) über den Körper auszuüben eines der Hauptmotive der Moderne und auch erst in dieser entstanden.

Die interessanteste Sitzung der Konferenz – schließt man sich einem Kommentar aus dem Plenum an – widmete sich unter dem Titel „Techno-Cocooning: Cultural Histories of Mobile Capsules“ dem Herstellen von Räumen durch Klang. Das „technische Einkapseln“ in einen Klangraum in seiner historischen Dimension wurde dabei am Beispiel Automobil, aber auch am Walkman/MP3-Player dargestellt.
Der erste Vortrag von Christopher McDonald (Graduate Study in History, Princeton) untersuchte, wie das Autoradio in der Zeit zwischen 1929-59 zu einem „Companion“ wurde, das Langeweile oder Einsamkeit vertreiben half und eine Brücke zur Außenwelt für den Fahrer darstellte (Creating a Companion in the Car: Car Radio in America as a Technology Hybrid).
Die zentralen Vorträge des Panels referieren die Panel-Organisatoren Karin Bijsterveld und Gijs Mom. Karin Bijsterveld (Dept. Of Technology & Society Studies, Universiteit Maastricht) nahm das Thema Autoradio auf und erweiterte es zeitlich und thematisch. In ihrem Vortrag „Acoustic Cocooning: Ho the Car Became a Place to Relax (Europe, 1920s–1990s)“ stellte sie dar, wie „Ruhe” ein Standard der Autovermarktung wurde. Ruhe wird neuerdings nicht mehr in Verbindung mit Einsamkeit gebracht, die vom Autoradio übertönt werden muss, sondern mit Kontrolle darüber, wer bzw. welche Geräusche Zugang zum persönlichen Nahraum haben (oder nicht). Bijsterveld weist dies an Hand von Vermarktungsstrategien (Autowerbung, Philips-Autoradio) nach, die insbesondere seit den 1990er Jahren auf die „sonic qualities“ der Autos abhebt. Vor dem Hintergrund der „Erlebnisgesellschaft“ (Gerhard Schulze) treffen Strategien, das Auto als Klangerlebnis zu designen und zu vermarkten, offenbar Bedürfnisse der mobilen Nutzer.
Den Gedanken der Umweltkontrolle macht Gijs Mom (Dept. Technology, Innovation & Society, Technische Universiteit Eindhoven) zum zentralen Thema seines Vortrages „Cultures of Control: Sensorial Struggles in the Automobile, 1920s–1990s“. Er periodisiert an Hand einer Literaturanalyse, die sich auf das sinnliche Erleben bei der Autofahrt konzentriert (Proust (1907) z. B. beschrieb das Autofahren als „multisensorial trip“), drei Phasen des Cocooning: Bis zum 1. Weltkrieg wurde das Auto als geschlossener und schützender Körper gesehen (shell), in der Zwischenkriegsperiode als Raum auf Rädern (capsule), seit der Nachkriegszeit als „corridor“, der Privatheit in der Öffentlichkeit ermöglicht. Alle drei Rezeptionen des Automobils weisen die Gemeinsamkeit auf, sich von der Umwelt zu distanzieren.
Einen ganz anderen Blick auf mobiles Cocooning wirft Heike Weber (Institut für Philosophie, TU Berlin). Sie verbindet in ihrem Vortrag „Head Cocoons“ zwei Kontexte, Musikkultur und Mobilitätskultur. Wie die Zeitung dem bürgerlichen Reisenden zur Abschottung dien(t)e, schaffe nun der Kopfhörer eben diesen Privatraum, indem er akustische Abgrenzung ermöglicht.
In der Diskussion wurde herausgehoben, dass die historische Erforschung von technischen Klangwelten in der Technikgeschichte bisher ein Forschungsdesiderat gewesen sei und sich gerade zu einem breiteren Forschungsgebiet entwickelt, wie die breit rezipierten Studien Bijstervelds (Mechanical Sound, 2008) oder Susan J. Douglas’ (Listening In: radio and the American imagination, 1999) zeigen. So sind das Flugzeug, oder das Radio samt seiner Archivbestände „technische Leitfossile“, die unsere akustische Wahrnehmung und damit unsere alltäglichen Erfahrungen mitbestimmen. Da die Session-papers vor allem das Cocooning, also den Schutz vor unerwünschtem Klang betonten, tauchte in der Diskussion auch die Frage auf, ob Cocooning schlechterdings vielleicht unmöglich sei – gerade beim Autofahren träfen den Fahrer ständige Handlungsaufforderungen des Verkehrs, die einen Rückzug ausschlössen. Auch gebe es gegenläufige Tendenzen – Porsche etwa arbeitet an immer lauteren Motorengeräuschen, andere PKW-Besitzer bauen sich „boom boxen“ ein. Gerade diese Beispiele, so Bijsterveld, wiesen jedoch darauf hin, dass Kontrolle über den Klang erlangt werden wolle – eines der Merkmale des Cocoonings. Ein weiterer Kritikpunkt waren die Daten, da schwerpunktmäßig auf der Basis von Autowerbung analysiert wurde. Es ist hier zu wünschen, dass neben den klassischen klangökologischen Theoremen verstärkt auch ethnografisch-kulturanthropologische Forschungen über die Sinne und damit die Alltagserfahrungen breiterer Gruppen in der Technikgeschichte Berücksichtigung finden.

Leider sah das Tagungsprogramm keine Abschlussdiskussion vor, sodass am letzten Vormittag die Sessions in gehabter Art und Weise weitergeführt wurden. Obwohl sie parallel mit weiteren Sessions stattfand, konnte diese Lücke teilweise durch die Session 66, „Science, Technology, and the Social Functions of Our Disciplinary Boundaries OR Is SHOT Necessary?” gefüllt werden. (Angelehnt war der Titel an das Büchlein „Is Sex necessary“? (Thurber/ White 1929), das auf humorvolle Weise (OK, 20er Jahre Humor ...) die psychologischen Verstrickungen des (weißen männlichen) Mittelklasse-Amerikas bei/m Partner-Suche/ -Wahl und -Sein behandelt und als Klassiker dieser Art Ratgeberliteratur gilt.) Die „Round-Table-Conversation“ konstatierte eher zu wenige Verstrickungen - zwischen den Histories of Technology und Science. Organisiert hatte das Panel Amy Slaton (Dept. of History and Politics, Drexel University), es begann mit einem Impulsreferat von Maria Rentetzi (Dept. of Humanities, Social Sciences and Law, National Technical University of Athens), die das Labor als Beispiel des Zusammenwirkens von „Wissenschaft und Technik“ in den Mittelpunkt ihres Referats stellte. Ihre Bildanalyse der historischen Entwicklung von Apparaten der Radiophysik an Hand historischer Fotos kennzeichnete das Labor als eines der Hauptbeschäftigungsfelder der History of Science - und als Verbindung zwischen Wissenschaft und Technik, da es Menschen und Apparate kontextualiesiere. Da ihre Forschungen dabei einen Schwerpunkt auf Gender (Wissenschaftlerinnen im Institut für Radiumforschung Wien, erste Hälfte des 20. Jh.) legen, kam das Gespräch schnell auf die Themenkomplexe Gender, Race, Class zu sprechen. Wie diese sozialwissenschaftlichen Konzepte in die History of Technology einbezogen werden könnten, wurde als eine der drängenden Fragen ausgemacht. Ziel der historischen Technikforschung dürfe es nicht nur sein, Fallstudien anzufertigen, sondern auch auf sozialwissenschaftliche Erkenntnisse zu beziehen. So werden Studien in soziologisch-philosophischer Ausrichtung wie die SCOT oder STS im Fach breit rezipiert. Eine weitere Herausforderung für die History of Technology ist dabei, wie die dritte Podiumsdiskutantin Jessica Wang (Dept. of History, University of British Columbia) betonte, das Überbrücken des „Science-Technology Divide“. So sei es auch die Aufgabe der History of Technology, neben Innovationen und Innovationsprozessen verstärkt auch die Produktion und Zirkulation von Wissen zu untersuchen. Auch im Hinblick auf den wissenschaftlichen Nachwuchs könnte die größere Einbeziehung von z. B. Genderfragen oder anderer Themen von gesellschaftlicher Relevanz das Interesse am Fach mehren.

Viele Beiträge haben gezeigt, dass diese interdisziplinäre Herausforderung angenommen wird und neue Konzepte, wie die „New-Approaches“ oder „Cocooning“-Sessions zeigten, im Fach erprobt werden. Ähnlich äußerte sich auch Steve Usselman (School of History, Technology, and Society, Georgia Institute of Technology), zum Tagungszeitpunkt Präsident der Society, in seiner „Presidential Adress“. Er encouragierte die Forscher_innen zu „dichten Beschreibungen“ und versicherte, dass SHOT weiterhin „the best country“ in der Wissenschaftslandschaft sei, um Technik unter verschiedensten Forschungsinteressen zu untersuchen.
Das nächste Annual Meeting findet vom 15.–19. Oktober 2009 in Pittsburgh, Pennsylvania, statt. Dem portugiesischen Planungsteam unter der Leitung von Maria Paula Diogo (Centro de História das Ciências, Universidade de Lisboa) ist für die tolle Organisation der Tagung zu danken. Die Atmosphäre des Arts Hotel auf dem Expogelände Lissabons, das auf die Tagung abgestimmte Begleitprogramm und die Stadt selbst regten sehr zu vielerlei Diskussionen und Gedankenaustausch an.
 

Filmtipp, leider nicht ganz aktuell: Das selbstgebaute U-Boot

Der Film Herr Pilipenko und sein U-Boot lief 2007 schon auf arte, ich hab ihn erst jetzt im Hangar des U-Boot-Museums Hamburg gesehen. Ein sehenswerter Film! Sich aus Schrott ein eigenes U-Boot zu bauen, dass ist mehr als recycling.
In Programmkinos läuft er bestimmt ab und zu, auf der website zum Film und bei youtube läuft der trailer. Demnächst wahrscheinlich auch auf arte und beim NDR einen kleine Nachtrags-Dokumentation: Was wurde aus dem U-Boot und aus Herrn Pilipenko, der durch den Film berühmt wurde.
 

Notes on the Biographical Meaning of Games and Online-Games

Unter Notes on the Biographical Meaning of Games and Online-Games ist der genannte Titel von Gerrit Herlyn und Helle Meister veröffentlicht, der im Rahmen der Tagung Future and Reality of Games im Oktober 2008 entstanden ist.
 

Material World Blog

Ein Hinweis auf ein Weblog, dass für das Technikkolleg eventuell von Interesse ist.

Material World - herausgegegeben von Haidy Geismar, Daniel Miller, Graeme Were und Patrick Laviolette
 

Tagung: Prosumer Revisited

Eine Tagung zum Thema Prosumer und Konsum an der Universität Frankfurt/Main am 26. und 27. März 2009 - "Zur Aktualität der Prosumer-Debatte. Forschungsstand und -perspektiven“.

Ich werde dort mit einem Beitrag zu Überwachung, Kundenkarten und Konsum vertreten sein (siehe auch das entsprechende DFG-Projekt)
 

Vortrag von Franz Schultheis am Hamburger Institut für Sozialforschung / Hinweis auf Vortragsreihe

Am vergangenen Mittwoch, 28.01.2009 war der Soziologe Franz Schultheis (St. Gallen) am Hamburger Institut für Sozialforschung zu Gast. Anlass war die derzeitige Vortragsreihe zum Themenkomplex Prekarität/ Flexibilität. Sein Vortrag „Flexibilität - Prekarität: Zwei Gesichter der Unternehmensmodernisierung“ kennzeichnete zunächst den aus den französischen Sozialwissenschaften der 1980er Jahre übernommenen Begriff in die deutsche Sozialwissenschaft in den späten 1990er Jahren. Mit dem Konzept lassen sich mehrere Ebenen von Prekarisierungsprozessen kennzeichnen: die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse, Prekarisierung der Lebensbedingungen, Abwertung von schulischem Kapital (z. B. Inflation von Bildungstiteln) und weitere, wie z. B. der Verlust kollektiver Identitäten, wie dem „stolzen Arbeiter“ – es handelt sich also einerseits um objektive Tatbestände, aber auch Ensembles inkorporisierter und „naturalisierter“ prekärer Existenzbedingungen (Habitus).
Das Prekarität nicht „einfach so“ entsteht, sondern es sich um eine „systematisch gesellschaftlich hervorgebrachte Lage“ handelt, in der sich „der neue Geist des Kapitalismus“ (Boltanski und Chiapello) zeige, führte Schultheis im Folgenden am Beispiel einer schweizerischen Großbank aus. In einem Umstrukturierungsprozess in den 1990er Jahren, der maßgeblich von der Unternehmensberatung McKinsey durchgeführt wurde, wurden in dem Traditionsunternehmen (das keine wirtschaftlichen Probleme hatte und angab, bis dahin noch nie eine Entlassung durchgeführt zu haben) 4.400 Mitarbeiter entlassen, nachdem alle Angestellten von dem Beratungsunternehmen einer Evaluierung unterzogen worden waren –es handelte sich demnach um die Mitarbeiter mit der geringsten „employability“. Bei der statistischen Auswertung nach bestimmten an Pierre Bourdieu angelehnten Kriterien fand das Forscherteam heraus, dass sich in der Gruppe der 4.400 „leaver“ besonders viele über 55-Jährige, Fauen, Teilzeitbeschäftigte, Menschen mit Handicap, Beschäftigte mit Kindern im schulpflichtigen Alter und Mitarbeiter ohne Abitur befanden.
Wo liegen die Ursachen hierfür? Mit Boltanski und Chiapello gesprochen, ist der Kapitalismus reflexiv geworden und hat seine Kritik inkorporiert: Die „Künstlerkritik“, wonach der Mensch selber nach Autonomie streben solle, anstatt in Hierarchien Aufgaben auszuführen, wurde aufgenommen und gegen die Arbeiter verwendet. Diese Kritik am Kapitalismus ließ jedoch außer Acht, dass nur diejenigen von der Subjektivierung und Flexibilisierung profitieren können, die (über) bestimmte Kapitalsorten besitzen (verfügen)– die Eliten. Für die unteren Sozialschichten bedeuten diese Prozesse eine Verschlechterung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen.
Im Anschluss an den Vortrag entspann sich eine lebhafte Diskussion, in der auch Fragen zur zunehmenden Technizität der Wirtschaft angesprochen wurden. Die Rolle der Technik, die hier noch als „Blackbox“ schemenhaft bleibt, empirisch zu konturieren, ist eine der Aufgaben, mit der sich die volkskundlich-kulturwissenschaftliche Technikforschung in die Untersuchung dieser Veränderungen einbringt.
Weitere Vorträge zum Thema im Februar und März.

Fachschaftsratvolkskunde Online

Sehr erfreulich ist, dass es am Hamburger Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie einen aktiven und nun auch online präsenten Fachschaftsrat gibt. Der Blog informiert über die Teams Beratung, Finanzen, Gremien, iT, Kommunikation und Projekte!
 

Tschüss Hamburg, Gruezi Züri

Liebe LeserInnen,

Zum 1. Februar 2009 trete ich in Zürich die Dozentur "Kultur- und
Gesellschaftstheorie" an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) an.

Ich werde somit meine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Koordinator des Forschungskollegs Kulturwissenschaftliche Technikforschung am Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie zum 31.1. 2009 beenden.

Dieses Weblog übernimmt ab sofort Gerrit Herlyn (heryln[at]uni-hamburg.de).

Neue Anschrift:

Dr. Klaus Schönberger
Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)
Departement Kunst & Medien
Vertiefung "Kulturtheorie"
Dozentur für Kultur- und Gesellschaftstheorie
Postfach
2. Stock
Förrlibuckstrasse 62
CH-8031 Zürich

Tel.
+41 43 446 31 95
+41 43 446 31 94 (Sekretariat)
E-Mail: klaus.schoenberger[at]zhdk.ch
http://sth.web-publishing.ch/index.cfm?go=page.dozentinnen

(mit Tram Nr. 4 bis Haltestelle Förrlibuckstrasse)
http://map.search.ch/zuerich/foerrlibuckstr.62
 

Wiener WWTF fördert Science Center- und Kinship-Museumsprojekt

Im Rahmen des Art(s)&Sciences-call 2008 aus dem "Wiener Impulsprogrammes für Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften" des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (wwtf) wurde Barbara Wenk, Associate des Forschungskollegs Kulturwissenschaftliche Technikforschung mit einem Fellowship zum Thema "Communication lab for developing network-based spaces for science center activities in Vienna Science Center Netzwerk"
und einer Fördersumme von 75.800 € für die Dauer von sechs Monaten bedacht. Wir gratulieren.

Aber auch das Wiener Institut für Europäische Ethnologie holt nach jahrelanger Abstinenz langsam in Sachen Drittmittel auf: Im gleichen Programm wurde für das Projekt "Doing kinship with pictures and objects: a laboratory for private and public practices of art" positiv entschieden. Auch hier: Gratulation!

Idee, Projektantrag und Projektleitung: Elisabeth Timm (Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien und Science Communications, Wien)

Laufzeit: 3 Jahre
Fördersumme: 260.000 EUR.

Beginn voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2009; die Ausschreibung von künstlerischen, kuratorischen und ethnologischen junior-scientist-Stellen erfolgt voraussichtlich im Frühjahr.

Projektpartner: Dr. Margot Schindler (Österreichisches Museum für Volkskunde in Wien); Univ.-Prof. Dr. Alison Jane Clarke (Dept. of Design History and Theory, Universität für Angewandte Kunst, Wien), Ass.-Prof. Dr. Bernhard Fuchs (Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien).

Abstract
In using ethnographic and artistic methods, the projects asks for doing kinship with pictures and objects. On this empirical basis, experimental new ways of researching, representing, and of participatory communication in a Viennese Museum will be developed. With regard to the investigation of family and kinship today the project draws from the lately in cultural studies and social sciences developed understanding of family and kinship as cultural process of the everyday, as "doing kinship" (Janet Carsten), and on the current finding of an enlargment and unbounding of kinship. In doing so, it focuses on forms and on the production of relations in family and kinship in an with visual and material culture: In what ways are these relations in private and public produced, named, legitimized, hierarchized, represented with pictures, objects, films, etc.? This will be studied ethnographically in two Viennese districts, one the bourgeois middle- or upper class (8th district), and one with predominantly petty-bourgeois and working-class population (often with migration background) (16th district).
The project takes the ethnographically documented use of pictures and objects for serious as a popular aesthetic practice. The limits of verbal/written representations of visual and material culture have been debated intensively in cultural studies - therefore the project combines qualitative ethnographic with artistic methods. Also new findings from social/cultural anthropology, cultural studies, and from social science prove, that the dimensions and dynamics of relations in family and kin can only be grasped if one looks for all their forms (verbal, spatial, material, visual) and for the intersections of these different aestetic forms (e.g. the photograph of children in the wallet, the sending of home-made family videos to kin all over the world).
The central space of this research is an experimental laboratory in a Viennese museum that specializes in popular culture (the Austrian Museum of Folk Life and Folk Art). In this laboratory cultural-studies researchers work together with curators, mediators and artists and the producers and users of the pictures and objects meet with them; the curators from the museums bring in objects from their collections to confront the material and visual culture hidden in the depots with current objects that are in use. With this a new space is created which unfolds an experimental dynamic in relation to the interface between science and art, in relation to new possibilities of curatorial and museologic work as well as in regard to new, participatory methods of communication and mediation between museum and public.
With this the project aims at transcending a cultural analysis that is mostly concentrated on language as well as at a development of museum's communication work as an interface of popular-, research- and artistic aesthetic practices.

Art(s) & Sciences call 2008 - geförderte Projekte:

Dr. Elisabeth Timm
Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien
Hanuschgasse 3
A-1010 Wien
Tel. 00 43 – 1 – 42 77 44 012
Fax 00 43 – 1 – 42 77 94 18
Elisabeth.Timm[at]univie.ac.at
 

Do., 22.1. 09: Arbeitskulturen-Band-Vorstellung am Wiener Institut

Klaus Schönberger (noch bis 31.1.2009 Wissenschaftlicher Koordinator des Forschungskollegs) und Univ. Ass. Ove Sutter (Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien) sowie Associate des Forschungskollegs Kulturwissenschaftliche Technikforschung") werden am Donnerstag, 22.1.2009, den jüngst erschienenen Band "Arbeit und Nichtarbeit" der Hamburger Arbeitskulturentagung vorstellen.

Ort: Institut für Europäische Ethnologie, Hanuschgasse 3 (2. Stock), Wien
Zeit: Donnerstag, 22. Januar 2009, 15 Uhr pktl.

via Salon 21
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Roboter im Film
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Trauern in der Online-Version
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Robo-Bar
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Gerrit Herlyn
Deutungsmuster und Erzählstrategien bei der Bewältigung beruflicher Krisenerfahrungen In: Seifert, Manfred/Götz, Irene/Huber, Birgit (Hg.): Flexible Biographien. Horizonte und Brüche im Arbeitsleben der Gegenwart. Frankfurt u. a. 2007, S. 167-184.








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